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Comic-Besprechung - Fraternity 2

Geschichten:
Fraternity 2

Autor: Juan Diaz Canales
Zeichner: Jose Luis Munuera
Colorist: Sedyas


Story:

In einer Hinsicht kann die kleine Gemeinde Fraternity aufatmen: Das Monster ist gefangen. Doch allein schon dessen Existenz erschüttert die Grundsätze einiger Einwohner. Und so entladen sich einige Konflikte, indem manche das Experiment aufgeben wollen. Ein Neuankömmling könnte da das Zünglein an der Waage bilden.



Meinung:

Der erste Teil des Zweiteilers "Fraternity" hatte viele interessante Ansätze und vermischte zudem die Genres Western und Horror auf eine gelungene Art und Weise. Doch konnte man nach der Lektüre noch nicht genau festmachen, in welcher Tendenz die endgültige Aussage gehen würde. Fährten dahingehend wurden allerdings schon gelegt. Es ging schließlich um nichts weniger als um die Vereinbarkeit, oder eben nicht, von Ideologien mit der Realität und der menschlichen Natur. Gegen Ende war der Leser äußerst gespannt und etwas hilflos und demnach sehr neugierig auf den Abschlussband.

Dieser liegt nun vor und einige der offenen Fragen des vorigen Bandes werden beantwortet. Jedenfalls nicht alle. Es gab schließlich einen Verweis auf das Labyrinth des Minotaurus. Was die Anspielung sollte, wird hier nicht weiter verfolgt. Aber immerhin sind hier zwei zentrale Sätze herauszufiltern, welche den Inhalt und die Kernaussagen sehr prägnant zusammenfassen. Zum einen sagt ein Mann an einer Stelle:  „Man lebt wie man stirbt---allein“. Trotz aller ideologischen Beteuerungen der Gleichheit aller und des Traums der weltumspannenden Brüderlichkeit ist man im Kern doch immer allein. Das ist nicht nur eine deprimierende und apathische Sichtweise, sondern ebnet auch dem Egoismus die Bahn. Und an diesem kann jede gute Intention scheitern. Damit hängt auch die zentrale Kernaussage zusammen.

An einer Stelle sagt die Heldin: „Es ist so schwierig, seine Instinkte zu zähmen“. Dieses ist der zentrale Satz der zweibändigen Serie und fasst alle Intentionen und das generelle Thema von Fraternity zusammen. Nun ist auch klar, dass das Monster eine Verkörperung des generellen Instinktes ist, welches in einer Symbiose zu dem Kind steht. Beide sind sich in gewisser Weise ähnlich. Natürlich ist ein Kind, und dieses im speziellen, kein Monster. Aber Kinder sind noch unverfälscht und damit der Natur und den Instinkten näher. Sie sind weder durch Erziehung noch durch irgendeine Ideologie verdorben. Der Geist ist noch offen gegenüber der Umwelt und den Menschen. Eine Ideologie gibt dagegen ein Gedankenmuster vor, in deren Rahmen alles um sich herum interpretiert wird. Die Welt wird dadurch zurechtgebogen.

Wenngleich die Sympathie im Band doch dem Monster und dem Kind zuneigt, so ist dieser Instinkt auch destruktiv. Dieser Instinkt treibt nämlich wieder den Egoismus hervor. Wenn jemand Hunger hat, so kann er nicht von Glaubenssätzen leben, sondern denkt zunächst mal nur für seinen Magen.  Durch diese Triebe werden auch die Schichten unter der Ideologie bloß gelegt, was in diesem Teil zu Tod und Zerstörung führt. Wehe wenn Ideologien zu Individualzwecken missbraucht werden (wie so oft in der Historie). Der Nutzen von Ideologien wird hier zwar generell nicht abgesprochen, ganz im Gegenteil, aber es wird deutlich gemacht, dass es ein harter Weg ist, sie zu verwirklichen.

Auch wenn das jetzt alles sehr überladen klingen mag, so ist das ganze philosophische Gerüst doch sehr temporeich, spannend und sehr dynamisch umgesetzt. Selten ergänzen sich Aussagen mit einer unterhaltenden Story so harmonisch.



Fazit:

Selten wurden philosophische Gedanken über Ideologien so temporeich, spannend und unterhaltsam umgesetzt. Offene Fragen werden in diesem Abschlussband beantwortet und atemlos verfolgt der Leser die dramatischen Entwicklungen.



Fraternity 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Fraternity 2

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Ehapa Comic Collection

Preis:
€ 15,00

ISBN 10:
3770437004

ISBN 13:
978-3770437009

56 Seiten

Fraternity 2 bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • philosphische Gedanken harmonisch in packende Story gebettet
  • temporeich, spannend und Action
  • dynamische Zeichnungen
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 23.09.2013
Kategorie: Fraternity
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