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Comic-Besprechung - Ardalén

Geschichten:
Ardalén

Autor, Zeichner, Colorist: Miguelanxo Prado


Story:

Die junge Frau Sabela kommt in ein kleines spanisches Dorf, weil sie dort hofft, Spuren ihres Großvaters zu finden. Dieser verschwand vor langer Zeit, nachdem er ausgewandert war und nun, in einer Identitätskrise steckend, möchte Sabela mehr über ihn herausfinden. Doch der alte Fidel hat zwar nicht mehr das beste Gedächtnis, doch scheint er einiges zu wissen. Was auch einige andere Personen in dem Dorf brennend interessiert.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Unter dem merkwürdigen Titel Ardalén kann man sich nur schwer etwas vorstellen. So ist es sehr hilfreich, das gleich in dem Innencover erhellende Informationen gegeben werden. Die einen sofort ebenso ratlos zurücklassen. Denn Ardalén ist der Name eines bestimmten Windes, der vom Meer her in das Landesinnere weht und den Geruch vom Meer mit sich bringt. Zu Beginn darf man sich ruhig fragen, was das alles miteinander zu tun hat, da die eigentliche Story nichts, oder kaum, mit dem Meer oder den Winden zu tun hat. Erst gegen Ende wird das alles deutlicher, denn nicht nur der Geruch des Meeres, getragen vom Wind, bringt Erinnerungen und Träume in den Menschen zum Vorschein, sondern es wird auch etwas metaphysisch. Denn der Held Fidel kann Erinnerungen Verstorbener empfangen… eben mit der Hilfe des Windes. Jetzt mögen manche schon erschreckt zurückweichen, da doch alles sehr esoterisch klingen mag. Aber das ist ganz und gar nicht der Fall. Surrealistisch? Auf jeden Fall, schließlich hat Miguelanxo Prado ein Faible dafür. Aber esoterisch? Nein, denn Prado behandelt in dieser wunderschönen Graphic  Novel Erinnerungen an sich und reichert die eigentliche Story auch mit erfundenen wissenschaftlichen Texten an, die aber im Kern wahr und richtig sind.

Trotz einiger surrealer Elemente und etwas Esoterik ist Ardalén beileibe kein Phantastikstück, sondern erzählt in einer bewegenden und spannenden Story, was Erinnerungen aus uns machen und wie sie einen Menschen erst formen. Der ganze Charakter, das Wesen eines Menschen ist von seiner Vergangenheit wesentlich geprägt und das ist natürlich nur möglich, wenn man sich an seine eigene Vergangenheit erinnern kann. Wie definiert man sich selber, wenn es diese Möglichkeit nicht mehr gibt? Hat man noch ein eigenständiges Ich? Diese Fragen muss sich der Held der Geschichte stellen. Denn er empfängt anderer Menschen Erinnerungen. Ist er dann noch eine eigenständige Person, wenn er nicht mehr unterscheiden kann, was ihm und was anderen gehört? Wie bildet man sich aus? Ist man der, der man glaubt zu sein oder derjenige, was andere von ihm halten? Und hier wird sehr schön deutlich, das bereits vorgefasste Meinungen auch die Erinnerungen verändern können und diese somit umgedeutet werden.

Prado stellt schwierige Fragen, kann sie aber sehr unterhaltsam und anregend präsentieren. Alle Charaktere gehen einem zu Herzen und auch der Schurke der Geschichte, ohne einen kann man wohl nicht auskommen, bekommt eine sehr anrührende Szene, die einen tiefen Blick in eine verwundete Seele erlaubt.

Immer wieder gibt es einige Zwischenspiele, welche den Leser zunächst verwirren und ihn fordern, denn hier werden Spuren gelegt, Fragen aufgeworfen, beantwortet und manchmal ändert sich alles, was man vorher erfahren hatte. Auf eine kongeniale Art und Weise wird hier wieder bestätigt, was der Band sagen will: Erinnerungen sind brüchig und betrügen einen zuweilen.

Interessanterweise sind alle Figuren auf einer Identitätssuche, da nur die Vergangenheit diese hervorbringt. Prado erzählt dies alles sehr liebevoll, mit Ernst und Witz und stellt seine Charaktere niemals bloß. Die surrealistischen Elemente sind nie Selbstzweck, sondern sind harmonisch in die Geschichte eingebunden, indem sie aufkeimende Erinnerungen darstellen und in einem Panel somit nicht nur die Realität der Erzählebene zeigen, sondern zugleich Erinnerungen und Träume. Doch wo ist dabei der Unterschied? Ein Band, der einen noch einige Zeit beschäftigen wird.



Fazit:

Miguelanxo Prado legt eine wunderschöne und intelligente Graphic Novel vor, die einen noch lange nach der Lektüre beschäftigen wird. In einer spannenden, unterhaltsamen und dramatischen Geschichte voller surrealer Einfälle wird über Erinnerungen und das Gedächtnis philosophiert.



Ardalén - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Ardalén

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Ehapa Comic Collection

Preis:
€ 29,99

ISBN 10:
3770436954

ISBN 13:
978-3770436958

256 Seiten

Ardalén bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Story
  • Zeichnungen
  • regt zum Nachdenken an
  • surrealistische Einfälle
  • bewegend
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 19.09.2013
Kategorie: One Shots
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