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Comic-Besprechung - Before Watchmen: Rorschach

Geschichten:
Before Watchmen: Rorschach (Before Watchmen: Rorschach 1-4)

Autor: Brian Azzarello
Zeichner: Lee Bermejo
Colorist: Barbara Ciardo

Story:
Walter Kovacs ist leicht zu übersehen. Der Mann hält an seinen Gewohnheiten fest und ähnelt einem Obdachlosen oder einem der vielen gesichtslosen Menschen in der Großstadt. Ohne festen Job haust er in einer Bruchbude im verbrechensverseuchten New York der 1970er. Doch wenn er seine Maske aufsetzt, wird er zu dem gnadenlosen Helden Rorschach. Als dieser legt er sich mit dem Gangsterboss Rawhead an. Und zugleich macht ein Serienkiller die Stadt unsicher.

Meinung:
Watchmen ist einer der größten Klassiker des Mediums und nur wenige Graphic Novels waren einflussreicher als das Meisterwerk von Alan Moore und Dave Gibbons. Mittlerweile sind zur Beschreibung keine Superlative mehr übrig und die Studien, Sekundärliteratur, Kommentare  und Verweise füllen nahezu Regalmeter. So war die Ankündigung einiger Prequels eine kleine Sensation. 25 Jahre nach Erscheinen des Originals starteten einige Serien, welche Einzelcharaktere näher beleuchten. Inhaltlich handeln diese meist vor der Zeit, als sich die einzelnen Helden zu einer Gruppe zusammenfanden. Angesichts des Status des Klassikers sind die Erwartungen an die Prequels verständlicherweise sehr hoch und so müssen sich die Erzälungen zwangsläufig an dem Original messen lassen. Womit man ihnen womöglich von vornherein unrecht tut.

Immerhin wurde für den Charakter Rorschach, einer der beliebtesten und kontroversesten Charaktere aus Watchmen, niemand geringeres als Brian Azzarello als Autor gewonnen. Dieser hat sich allein schon mit 100 Bullets in den Comicolymp katapultiert und mit Loveless eine ungewöhnliche Westernserie geschaffen, sowie einige sehr bemerkenswerte Superheldengeschichten. Der perfekte Autor also, so scheint es, für einen der am meisten und, laut Azzarello, am besten ausgearbeiteten Charaktere des Comic. Dann fragt man sich allerdings, warum Azzarello so wenig aus Rorschach macht. Hat er es nicht für nötig befunden, dem Charakter Tiefe zu verleihen, weil es Moore schon getan hatte? Einer der schillerndsten Figuren des Originals ist hier erstaunlich, ja erschreckend, blass ausgefallen. Und man erfährt so gut wie gar nichts über ihn. Die Kindheit war von Vernachlässigung geprägt und der Mann ist einsam und voller Hass. Aber das ist nichts Neues. Das einzige Interessante über die Figur ist die Feststellung, dass er offenbar gar nicht weiß, warum er als Held mit fragwürdigen Methoden das Verbrechen bekämpft. Immerhin ist Walter Kovacs, der Mann hinter der Maske, ein Held wie man ihn eigentlich nicht kennt. Er hat keine besonderen Fähigkeiten, nur die Maske ändert je nach Befinden ihr Aussehen, aber woher er sie hat und wie sie funktioniert, wird leider nicht erklärt, was immerhin den Mythos um die Figur bestärkt. Walter wohnt in einer Bruchbude, ist pleite, weswegen er auch den verprügelten Schurken das Geld stiehlt, schüchtern und zieht sich immer zurück. Nur die Maske verleiht ihm innere Stärke. Krampfhaft klammert er sich an das einzige Beständige: seinen Sitzplatz in einem Diner, wo er immer dasselbe bestellt. In einer kaputten Welt braucht er einen Hafen und dies ist seiner. Das ist alles, was man über ihn erfährt.

Statt einer psychologischen Ausleuchtung erzählt Azzarello eine ziemlich geradlinige Actionstory, die zu Beginn der „Karriere“ anzusiedeln ist, denn Rorschach begeht gleich mehrere Fehler, was die Story für den Leser ziemlich spannend  macht. Aber das einzigartige dieser Figur geht aufgrund der Action und der etwas dünnen Story ziemlich unter. Diese Geschichte hätte auch der Punisher bestreiten können.

Mit Lee Bermejo hat Azzarello immerhin einen hervorragenden Zeichner an seiner Seite, dessen naturalistische Zeichnungen immer ein Vergnügen sind. Er kann nicht nur die Dynamik der Story herausstellen, sondern auch das New York der 1970er wieder zum Leben erwecken. New York war zu der Zeit ein wahrer Sündenpfuhl und ist als solcher in den damaligen Filmen (z.B. Ein Mann sieht rot) verewigt worden. Da ist es natürlich kein Zufall das hier Robert de Niro als Travis Bickle (aus Taxi Driver) einen Auftritt hat.

Somit ist der Band eher die Schilderung eines kleinen Kapitels der Sozial-, Lokal- und popkulturellen Geschichte als eine psychologische Ausarbeitung und ein direkter Zusammenhang, abgesehen von dem Charakter, zu den Watchmen ist auch nicht sonderlich erkennbar. So fällt das Fazit zu dem Band etwas zwiespältig aus: erzählt wird eine geradlinige, spannende, brutale Actiongeschichte, die an und für sich funktioniert, aber als Prequel zu den Watchmen enttäuscht. Dennoch ist sie einen Blick wert.



Fazit:
Azzarello erzählt in seinem Prequel zu den Watchmen eine spannende, geradlinige und bisweilen brutale Actionstory, die an und für sich zwar funktioniert, aber als Vorgeschichte enttäuscht. Denn es wird nichts aus der Einzigartigkeit der Figur gemacht, alles hier hätte auch der Punisher erleben können, und man erfährt auch nichts Neues über den kontroversen Helden.

Before Watchmen: Rorschach - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Before Watchmen: Rorschach

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 12,95

ISBN 10:
3862014800

ISBN 13:
978-3862014804

110 Seiten

Before Watchmen: Rorschach bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • Wiedergabe der damaligen Zustände
  • Action, Blut und Spannung
Negativ aufgefallen
  • Alleinstellungsmerkmal wurde aufgehoben
  • nichts Neues über die Figur
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1.4
(5 Stimmen)
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Rezension vom: 12.07.2013
Kategorie: Before Watchmen
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