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Comic-Besprechung - Trabanten

Geschichten:
Trabanten

Autor / Zeichner: Frank Schmolke


Story:
Franz Huber wird aus dem Gefängnis entlassen, in dem er wegen eines Gewaltdeliktes eingesessen hat. Nun will er nichts mehr mit illegalen Aktivitäten zu tun haben. Doch schon bei der Wiedersehensfeier geschieht ein Unglück und ein Freund kommt ums Leben. Aus Angst vor dem Knast verschweigen Franz und sein Freund Paul ihre Anwesenheit. Was sie in den Augen der Polizei und des psychopathischen Bruders des Verunglückten nur verdächtig macht. Doch auch die Gewissensbisse peinigen Franz.

Meinung:
Ein Trabant ist ein Satellit. Einsam und allein umkreist er die Erde und hat nichts weiter zu tun, als seine Funktion zu erfüllen. Er ist vollkommen auf seine Tätigkeit ausgerichtet. Ähnlich verhält es sich mit den sogenannten Trabantenstädten. Diese sind gemeinhin eine Randsiedlung, ein Vorort zu einer Großstadt. Normalerweise eine typische kleine Stadt für Pendler, von der aus die Bewohner zur Arbeit in das Zentrum fahren. Auch werden sie häufig von Bevölkerungsschichten bewohnt, die in dem Aushängeschild der Städte, den Zentren, nicht sonderlich erwünscht sind.  Somit ist ein Trabant etwas, das kein Zentrum an sich hat, sondern immer nur um etwas anderes kreist. Und abgesehen von der geplanten Funktion im Grunde keinerlei Wesen hat.

Wie der Materie, dem Satellit und der Stadt, ergeht es auch den Figuren in Frank Schmolkes Graphic Novel Trabanten, die immer umher kreisen, aber doch keinen Halt finden und sich nichts sehnlicher wünschen als endlich irgendwo anzukommen. Vor allem wollen sie auch mehr sein als die Funktion, die sich bei den Menschen auf das berufliche Leben bezieht. Die Funktion ist die Tätigkeit und alles andere nebensächlich. Aber das macht einen Menschen nicht aus und das will auch so gut wie keiner und so sucht man sich selber.  Ähnlich wie die Gemälde von Jackson Pollock, die in der Graphic Novel eine besondere Bedeutung haben, gibt es innerhalb und außerhalb der Charaktere kein Zentrum. Jedenfalls kein sichtbares, sondern alles mäandert auf einer weißen Leinwand vor sich hin. Der Held Franz formuliert es treffend, als er ein solches Gemälde sieht: „Das bin ich.“

Der Held hat kein Zentrum, keinen Halt, sondern ist auf der Suche danach. Das macht ihn verwirrt und ängstlich. Er will ein neues, ein anderes Leben, aber die Angst und Fehlinterpretationen führen zum Verderben. Er ist unfähig zu kommunizieren, wie so gut wie alle Figuren des Ensembles, und seine unausgesprochenen Gefühle müssen irgendwie kompensiert werden. Und das tragische daran ist, dass er ja neu anfangen wollte.

Der Autor und Zeichner in Personalunion Frank Schmolke findet starke Symbole, auch abseits von dem bereits erwähnten Gemälde und der Trabantensiedlung, wobei die Story manchmal etwas verblasst. Gelungenerweise braucht Schmolke nicht viele Worte, um seine Geschichte zu erzählen. Manchmal, wenn er sich so fühlt, wird der Held klein gezeichnet. Und dann verlängern sich auch die Schatten und die kalten feindlichen Betonschluchten der Trabantenstadt droht alles zu verschlingen und  zu zerstören. Eine Gegend, eine Welt, in der keiner leben möchte und woran die Figuren auch psychisch zerbrechen. Schließlich stehen die Psyche und die Umwelt in einer Wechselwirkung.

Besonders kurz vor dem Finale gibt es eine sehr gelungene Szene, wenn auf jeweils zwei Seiten kurz vor dem Showdown die Hauptfiguren noch einmal kurz vorgestellt werden und jede dieser kleinen Szenen jeweils den Kern und die Befindlichkeit der Figur trifft. Ein faszinierender Band, der aber von der Dramaturgie her  mehr hätte wagen können.



Fazit:
Gelungene Symbolik und eine hervorragende graphische Umsetzung, bei der es nicht vieler Worte bedarf, schaffen einen spannenden, düsteren und gelungenen Band, bei dem es leider etwas an der Story hapert, die auch alles andere als neu ist. Dennoch ist Trabanten mehr als einen Blick wert.



Trabanten - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Trabanten

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Edition Moderne

Preis:
€ 24,00

ISBN 10:
303731110X

ISBN 13:
978-3037311103

200 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Symbolik
  • gute graphische Aufarbeitung
  • Figurenensemble
  • bewegend
Negativ aufgefallen
  • Story an sich nicht neu und es holpert manchmal etwas
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(3 Stimmen)
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Rezension vom: 22.06.2013
Kategorie: One Shots
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