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Comic-Besprechung - Kick-Ass: Hit-Girl

Geschichten:
Kick-Ass: Hit-Girl (Hit-Girl 1-5)

Autor: Mark Millar
Zeichner: John Romita Jr.
Inker: Tom Palmer
Colorist: Dean White, Michael Kelleher


Story:
Nachdem Hit-Girl und Kick-Ass die Mafiafamilie der Genoveses ausgelöscht haben, kommt Hit-Girl, alias Mindy McCready nach dem Tod ihres Vaters zu ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, einem Polizisten. Dieser weiß um ihr Geheimnis und nötigt Mindy das Versprechen ab, nie wieder als Vigilantin tätig zu sein. Was sie nicht davon abhält, Kick-Ass heimlich zu trainieren. Als Gegenleistung muss er Mindy zeigen, wie man sich auf dem Schlachtfeld Schulhof bewährt.

Meinung:
Angesichts der Inhaltsangabe kann man schon etwas verwirrt sein, weswegen hier eine kleine Einordnung erfolgt: Hit-Girl ist das Prequel zu Kick-Ass 2 und schließt unmittelbar an den ersten Teil an. Die zeitliche Veröffentlichung hätte etwas geschickter laufen können, da hier einiges logischer erklärt wird als in der folgenden Geschichte. Folglich sollte man diesen Band vor Kick-Ass 2 lesen.

Aber nicht nur deswegen.  Denn Hit-Girl ist in mancherlei Hinsicht sehr viel besser als seine Fortsetzung. Das „offizielle“ Sequel des modernen Klassikers hat zwar seine Stärken, vor allem in der Radikalität mancher Szenen, die den Leser wahrhaft schockierten und alles erschreckend realistisch gestalteten, aber es fehlte bisweilen eine etwas klare Linie und eine Stringenz. Was vor allem daran lag, dass Heldengruppierungen thematisiert worden waren und  Millar da nicht sonderlich viel Neues eingefallen ist. Da in Hit-Girl, wie es der Titel schon verrät, eine Konzentration auf einen einzigen Charakter vorgenommen wird, können manche Aspekte besser untersucht werden, als wenn eine  Gruppe im Fokus steht. Es verteilt sich nicht vieles auf viele Schultern, sondern die Verdichtung mehrerer Themen in einer Figur erlaubt es Millar zu untersuchen, was die Ausbildung zu einem Sidekick aus einer solchen Person macht. So gibt es deutlich mehr Perspektiven und satirische Seitenhiebe als in dem Folgeteil.

Wenn man es einmal ganz nüchtern sieht und diese schmerzliche Wahrheit an sich heranlässt, so hat Hit-Girls Vater auf eine gewisse Art und Weise Kindesmissbrauch betrieben. Er hat Mindy zwar nicht sexuell missbraucht, aber er hat sie schon von der Außenwelt abgeschirmt und sie emotional verkrüppelt. Er züchtete eine Soziopathin heran, ähnlich einem Kindersoldaten, die unfähig ist, mit anderen Menschen in gesunden Kontakt zu treten. Sie ist unbrauchbar und unfähig für eine soziale Interaktion. Das ist zugleich satirisch wie tragisch. Tragisch, weil es einen realistischen Touch hat und satirisch, weil es im Grunde alle Sidekicks betrifft. Das ist natürlich ein gelungener Hieb auf alle Kinder, die von Helden zu Verbrechenskämpfern ausgebildet werden, egal wie sie nun heißen mögen (für andere Aspekte was Sidekicks ausmacht braucht man nur The Boys von Garth Ennis zu lesen).

Da Mindy eine Soziopathin ist, kommen einige recht lustige Szenen vor, die sie in Konflikt mit den Schulzicken zeigt. Wobei auch auf dieser satirischen Ebene wieder viel Kritik versteckt ist, da das System Highschool auf das Korn genommen wird. So ruft es auch ein zwiespältiges Gefühl hervor, wie sich Hit-Girl letztendlich wehrt. Man freut sich zwar darüber, aber es schnürt einem auch die Kehle zu. Normale Menschen sind hohl und die Schule wird als eine andere Art von Schlachtfeld gezeichnet. Was aber vermeintliche Superhelden nicht gerade sehr viel sympathischer macht, da hier nur deren Verachtung gegenüber den „normalen“ Menschen zum Vorschein kommt.

Zudem gibt es schöne Seitenhiebe auf bekannte Stilmittel der Superheldencomics. Das macht den vorliegenden Band schon fast zu einem Meta-Kommentar. Mindy bildet Kick-Ass aus, indem sie die theoretischen Grundlagen Comics entnimmt. Etwa das immer auf eine spektakuläre Aktion auch ein cooler Spruch erfolgen sollte. Diesen Meta-Charakter haben auch die Cover der Originalausgabe, welche bisweilen vom Text her in einem herben Kontrast mit dem gezeigten stehen. Aber vor allem die hier mit enthaltenen Variantcovers sind zu erwähnen. Bill Sienkiewicz etwa zitiert ein von ihm selber erschaffenes Cover für die  Serie Elektra (mit dem Autor Frank Miller), indem er nur an die Stelle von Elektra Hit-Girl einsetzt und auch bekannte andere Zeichner verarbeiten die Heldin auf eine ironische Art und Weise (etwa Geoff Darrow).

Abgesehen von der ganzen Satire und dem Meta-Charakter ist der Band auch spannend und voller blutiger Action. Zudem bezieht er seinen großen Reiz aufgrund der Sympathie, die man dem Kind entgegen bringt, obwohl dieses ein kleines Monster ist. Das sorgt für eine ordentliche und gelungene Demontage von Superhelden. Gut und böse. Sollte man sich nicht entgehen lassen. 

Fazit:
Das Spin-Off Hit-Girl ist die Fortsetzung des ersten Teils und die Vorgeschichte zu dem zweiten Teil von Kick-Ass. Und sehr viel besser als letzterer. Satire und Kritik, Action und Spannung, die Kehle zuschnürender Witz: hier ist alles enthalten und Millar liefert (wieder einmal) eine hervorragende Demontage von Superhelden ab.

Kick-Ass: Hit-Girl - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Kick-Ass: Hit-Girl

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Panini

Preis:
€ 14,95

ISBN 10:
386201505X

ISBN 13:
978-3862015054

120 Seiten

Kick-Ass: Hit-Girl bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Anflüge eines Meta-Textes
  • böse Satire
  • Action, Blut und Spannung
  • Demontage von Superhelden
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 28.06.2013
Kategorie: Kick-Ass
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