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Comic-Besprechung - Age of Apocalypse 1: Auferstehung

Geschichten:
Age of Apocalypse 1 - 6
Autor:
David Lapham
Zeichner: Roberto de la Torre, Davide Gianfelice, Renato Arlem
Farben: Lee Loughridge



Story:
Der Tod von Apocalyse hat für das alternative Zeitalter der Apokalypse noch nicht das Ende von Unterdrückung und Tyrannei bedeutet. In Waffe X hat der mörderische Mutant mit der besonderen Auslegung der darwinschen Theorien einen würdigen Nachfolger gefunden, dem es gelungen ist die letzte größere Bastion der Menschen und des Widerstandes zu vernichten. Ein neues Team hat jetzt den Kampf aufgenommen, der einst von Mutanten unter der Ägide von Magneto gefochten wurde. Die X-Terminated tragen die Fackel weiter und bekämpfen die Schergen der Waffe Omega, wo sie nur können. Das ist auch dringend nötig, denn das Dark Beast verfolgt einen sinistren Plan und versucht die ehemals tödlichsten der Menschenjäger wieder zu beleben. Einen derartigen Rückschlag darf der Widerstand nicht hinnehmen.


Meinung:

Wieder so eine Serie bei welcher der Spaß aufhört, bevor er überhaupt begonnen hat. Ähnlich wie bereits das aktuelle Thor: Der mächtige Rächer, wurde auch bereits die an die Ereignisse aus den X-Men Sonderbänden mit der X-Force (hier ein chapeau an Rick Remender) angelehnte Serie Age of Apocalypse in den Vereinigten Staaten vermutlich mangels Zuspruch eingestellt. Ein Jahr hielt es die Serie auf dem Markt, was auch für die deutsche Ausgabe bedeutet, dass mit dem zweiten Sammelband Schluss ist. Ein vielleicht wohlverdientes Aus?

Dank Rick Remender wurde das Zeitalter der Apokalypse nicht nur wieder in die Neuzeit geholt, sondern auch nochmal ordentlich aufgemöbelt. Dabei war der Stoff für Neueinsteiger von Anfang an recht sperrig, setzte er doch immer viel an Kenntnissen voraus, die heutige Leser vielleicht als nostalgische Anwandlungen bezeichnen würden. Schließlich reden wir hier von einem Story-Zyklus, der Mitte der 90er große Wellen schlug und selbst heute seinesgleichen sucht - allen groß vermarkteten Mega-Events zum Trotz. Inzwischen gilt es aber neben den Altlesern von damals auch die Neuleser mit ins Boot zu holen für die derartige dystopische Settings allerdings keinen Neuwert mehr haben.

Könnte sein, dass Age of Apocalypse 1 genau an dieser Hürde scheiterte. Gleichzeitig zuviel und zuwenig für seine Leser zu bieten. Der Start der einleitenden Handlung begann im X-Men Sonderband: Die neue X-Force 6, wo man bereits mit einigen der Hauptfiguren Bekanntschaft machen durfte und die quasi die Ausgangssituation für die nun vorliegende Geschichte bildete.

Manche würden den Kampf der letzten Menschen gegen die Mutanten als einen solchen gegen Windmühlen bezeichnen. Es ist ein verzweifelter Kampf, der letztlich immer Rückzugsgefechte bedeutet. Gegen die Jäger von Waffe Omega (Waffe X mit dem Geist von Apocalypse infiziert) und die Sentinels ist kein Kraut gewachsen und jeder Verlust bedeutet einen Soldaten weniger im nächsten Gefecht. Eine ungleiche Ausgangssituation, weshalb die verbliebenen Menschen etwas gepimpt werden mussten, so dass ihre Kräfte manchmal wie solche von Mutanten wirken. Prophet, Fiend, Dead Eye, Horror Show und Goodnight bilden das Team mit dem plakativen Namen X-Terminated, welches im Guerilliastil den Schergen von Waffe Omega zusetzt.

Das Zugeständnis besonderer Fähigkeiten auf Seiten der Menschen ist ein nachvollziehbares, wenn es auch etwas von der eigentlichen Spannung nimmt, die aus dem Konflikt David gegen Goliath entsteht. So wehren sich die X-Terminated gegen die Unterdrückung genau so, wie es auch ehemals Magneto mit seiner Widerstandstruppe getan hätte. Viele neue Gesichter will man meinen und tatsächlich bleibt von alten Bekannten nur Sabretooth und Jean Grey, die jedoch ihren erste Reihe Platz aufgeben mussten. Kein Wunder, denn beide haben sie dank der Scarlett Witch ihre Kräfte verloren (guckst du X-Men Sonderband: Die neue X-Force 6) und werden von den verbliebenen Menschen sehr genau beäugt.


Unterlegt wird diese düstere Vision von den Zeichnungen Roberto de la Torre, der für seinen realistischen und schmutzigen Stil ebenso bekannt ist, wie für seine Probleme mit der Deadline – zuletzt bei den Thunderbolts während der Dark Reign. Deshalb müssen ihm ab Kapitel 5 auch Davide Gianfelice und Renato Arlem unter die Arme greifen, von denen letzterer noch den ihm ähnlicheren Stil vorzeigt. Davide Gianfelice ist dagegen in ganz anderen Zeichnergefilden beheimatet und geht eher in Richtung des Thor-Zeichners Pasqual Ferry. Wer möchte kann bei ihm auch eine ganz kleine Prise des Savage Dragon-Zeichners Erik Larsen entdecken. Trotz dieses Stilbruchs mitten im Band kann Gianfelice dennoch überzeugen, denn ihm gelingt, wobei seine Kompagnons augenscheinliche Schwierigkeiten haben. Nämlich eine Geschichte in Bildern zu erzählen. Gerade bei de la Torre wirken die Zeichnungen gelegentlich mehr wie Kommentare zu den erzählenden Texten oder als reine Momentaufnahmen, die vom Dialog vorangebracht werden. Umgekehrt wäre es in einem Comic aber schöner.

So düster wie manches Mal die Zeichnungen gibt sich die ganze Stimmung von Age of Apocalypse 1. Beim Leser entsteht dadurch ein Gefühl von Trostlosigkeit, welches bis zu einem gewissen Grad sicher gewollt ist, zu dem der Comic aber kaum ein Gegengewicht entwickelt. Es ist schon sehr schlimm, es kommt immer schlimmer und irgendwann fragt man sich schon, wohin soll das überhaupt führen, außer dem blanken Eigene-Haut-retten? Der Serie fehlt schon sehr früh eine eigene Perspektive, die bisher nicht nötig war (man kehrte ja immer wieder in das altbekannte Zeitgefüge zurück), nun jedoch dringend gebraucht würde.

Es ist schön ein paar altbekannte Gesichter aus dem originalen Age of Apocalypse wiederzusehen, obwohl David Laphalm hier einige Protagonisten wieder zwangseinführen muss, da sie eigentlich bereits tot waren. Altleser werden dagegen mit den auf knallhart gebürsteten X-Terminated nicht viel anfangen können, von denen Prophet noch der interessanteste Charakter zu sein scheint. Vermutlich werden auch Neuleser mit dieser Truppe ihre Schwierigkeiten haben warm zu werden, da ihnen ein eigener Charme abgeht. Irgendwie würde man viel lieber Wolverine als dem neuen Apocalypse über die Schulter schauen, der die Welt gnadenlos auf die Auslese durch die Celestials vorbereitet. Als Bösewicht bekommt er aber die geringste Screentime.

So bleibt am Ende nicht viel, was einem Age of Apocalypse bieten kann. Natürlich muss sich eine Geschichte mitsamt ihren Charakteren erst entwickeln und braucht dafür genügend Zeit. David Lapham hätte es sich jedoch einfacher machen und sich vielleicht an Rick Remender halten können, der weitaus erfolgreicher war aus dem alten Handlungsbogen ein Maximum für neue Geschichten herauszuholen,  so dass Alt- wie Neuleser ihr Vergnügen daran haben. So bleibt Age of Apocalypse 1 ein Brocken den man erstmal schlucken muss, obwohl man gar nicht weiss, warum. Vielleicht ist das Zeitalter der Apokalypse vielleicht wirklich besser in Alternativwelten aufgehoben und muss das aktuelle Marvelverse nicht mehr tangieren.



Fazit:
Geschmackslose Kost in dystopischem Setting auf einem Trostlosigkeitsspiegel. Age of Apocalypse 1 trifft die düstere Atmosphäre vielleicht zu gut und bietet dem Leser wenig an Gründen, warum er weiterlesen sollte. Apokalypse als gelegentlicher Aperitif mag ja angehen, als Hauptspeise fehlt eindeutig die Sättigungsbeilage.


Age of Apocalypse 1: Auferstehung - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Age of Apocalypse 1: Auferstehung

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,95

ISBN 10:
4-198319-114955

132 Seiten

Age of Apocalypse 1: Auferstehung bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Zeitalter der Apokalypse immer eine Reise wert
  • düstere, dreckige Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • ein Daueraufenthalt ist dagegen etwas ganz anderes
  • schafft es nicht den Leser zu packen
  • De la Torre nicht der beste graphische Erzähler
  • in U.S.A. bereits wieder abgesetzt
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Rezension vom: 14.05.2013
Kategorie: X-Men
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