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Comic-Besprechung - Marvel Graphic Novel Avengers

Geschichten:
Marvel Graphic Novel - Avengers (New Avengers Annual 1, Avengers Annual 1)
Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner / Colorist: Gabriele Dell`Otto


Story:
Simon Williams, alias Wonder Man, ist zornig. Und zwar auf niemand geringeren als seinen Mitstreitern, den Rächern, gegenüber. Er wirft ihnen Versagen vor und das sie an vielen Ereignissen der letzten Jahre keine geringe Mitschuld mittragen. Um ihnen das deutlich zu machen, formiert er eine Gruppe von Superhelden um sich und greift die Rächer und die Neuen Rächer an. Freund gegen Freund, doch kann es bei einem solchen Kampf überhaupt Gewinner geben?

Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Die Bezeichnung Graphic Novel für den hier vorliegenden Band ist sehr irreführend und man fragt sich generell, wieso der Begriff überhaupt für Superhelden angewandt wird. Zum einen hat er mit der zu eng gefassten Definition vom „Vater“ der Graphic Novel Will Eisner nichts zu tun, der diese als rein autobiographische Erzählung auffasste. Zum anderen ist der Band nicht originär zu sehen und steht nicht unbedingt außerhalb der Kontinuität. Stattdessen ist Avengers die Sammlung zweier verschiedener Annuals verschiedener Rächerserien (Rächer und Neue Rächer). Gut, man kann den Band separat lesen und braucht keinerlei Vorwissen. Aber er bezieht sich so oft auf zentrale Ereignisse der letzten Jahre, wie beispielsweise House of M oder Civil War, dass nur Kenner der Materie alles richtig einordnen können. Auch in dieser Einbindung ist es weniger eine Graphic Novel. Stattdessen scheint Marvel alles als Graphic Novel zu bezeichnen, was nicht in einem zeichnerischen Kollektiv erstellt worden ist und sich gegenüber der wöchentlichen oder monatlichen Produktion deutlich abhebt, sich also bei der Definition eher auf den technischen denn den inhaltlichen Aspekt bezieht. Und das tut es auf jeden Fall. Gabriele Dell`Otto macht alles alleine, also Zeichnungen, Tusche und Farbgebung, und ist damit eher mit Alex Ross zu vergleichen denn mit den werkstattüblichen Zeichnungen, bei denen immer mehrere an einem Heft beteiligt sind. Zum anderen sind die Zeichnungen nicht nur großformatig, sondern nahezu fotorealistisch und nichts weniger als beeindruckend. Kein Wunder, dass der Italiener ein Fanliebling ist und aufgrund des aufwendigen Arbeitsstils eher als Coverillustrator denn als „normaler“ Zeichner aktiv ist. Grund genug, sich diesen Band zuzulegen, denn die Zeichnungen sind wunderschön.

Aber auch die Story hat es in sich. Was einen kaum verwundern kann, da niemand geringeres als Brian Michael Bendis die Geschichte verfasst hat. Er tummelt sich nicht nur im Superheldenbereich, sondern hat auch einige herausragende Graphic Novels auf seinem Konto. Aber auch seine Geschichten für die Helden zeugen immer von etwas besonderem. Manchmal reicht eine leichte Verschiebung der Perspektive, um eine ungeheure Wirkung zu erzielen. Das machte er schon in Scarlet und Powers, aber auch hier.

So entwickelt sich in der Geschichte eine Dramatik ohnegleichen. Denn die Rächer sind keinesfalls die strahlenden Helden und werden hier sehr viel differenzierter gezeichnet als üblich. Vor allem durch die Versäumnisse haben sie durchaus Schurkenqualitäten. Nur sind die Recken um Iron Man und Captain America unfähig das zu sehen. Wonder Man konfrontiert sie damit und behandelt sie wie Schurken. Und sein Wirken greift. Vorsicht Spoileralarm: die Saat ist nämlich gegen Ende gesät und sowohl die Rächer und auch die Öffentlichkeit bekommen Zweifel.  Aber interessanterweise verschiebt sich auch die Perspektive des Lesers. Etwa wenn Thor gegenüber Wonder Man äußert, dass sie sich nicht zu verstecken brauchen, dann aber die Gegner an einen abgelegenen Ort teleportiert, um dort den Kampf abseits aller Öffentlichkeit zu führen. So widerspricht sich der Held, wie es eigentlich alle im Laufe der Story tun. Die Rächer können nicht mehr sehen, oder wollen es nicht, dass sie durchaus manchmal mehr Schaden anrichten als Gutes zu tun. Sie haben sich mittlerweile viel zu sehr vom Alltag und von dem normalen Menschen entfernt, um sich und ihre Taten noch einordnen zu können. Sie leben in einer komplett anderen, abgeschotteten Welt, die sich zunehmend nur noch um sie selber dreht. Damit ähneln sie Politikern, die in ihrer eigenen Blase leben und meinen alles im Sinne von anderen zu tun. Sie haben keinen Abstand mehr und können Folgen nicht mehr absehen.

Und diese kleine Perspektivverschiebung ist ein kleiner Geniestreich. Denn eine kleine Änderung entfaltet eine maximale Wirkung. Nicht nur innerhalb des Rächerkosmos könnte das noch Konsequenzen haben, sondern auch die Leser sehen die Gruppierung  nun mit etwas anderen Augen. Das kann gerade im Superheldenbereich momentan einfach nur Brian Michael Bendis. An dem kommt wirklich keiner vorbei. Zugreifen.



Fazit:
Bendis kann es einfach. Durch eine kleine Verschiebung der Perspektive stehen die Rächer alles andere als gut da und nehmen einen Schurkencharakter an. Das entwickelt eine ungeheure Dramatik, Dynamik und Spannung. Man wird die Rächer fortan mit anderen Augen sehen. Und die Zeichnungen vom Star Dell`Otto sind einfach wunderschön.



Marvel Graphic Novel Avengers - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Marvel Graphic Novel Avengers

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 13:
978-3-86201-604-4

84 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • Story
  • kleine Perspektivverschiebung mit großer Wirkung
  • andere Sichtweise auf Helden
  • Saat für kommende Stories gesät
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 25.04.2013
Kategorie: One Shots
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