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Comic-Besprechung - Superagent Frankenstein 1: Die Auferstehung der Toten

Geschichten:
Frankenstein – Agent of S.H.A.D.E. 1 - 9
Autor:
Jeff Lemire, Dan Didio
Zeichner: Alberto Ponticelli
Tusche: Walden Wong, Wayne Faucher
Farben: José Villarrubia

Men of War 8
Autor:
Jeff Lemire, Matt Kindt
Zeichner: Tom Derenick
Farben:
José Villarrubia

Story:
Die Geheimorganisation S.H.A.D.E. traut sich da hin, wo sich die Helden in ihren bunten Kostümen nicht hintrauen. Um Agent Frankenstein hat sich eine bunte Truppe von Monstren versammelt, die von ihrem miniaturisierten Hauptquartier - genannt der Flohzirkus – zu den paranormalen Krisenzentren der Welt aufbrechen.So gibt es auch gleich nicht nur eine Monsterinvasion vom Monsterplaneten in Hau Drauf-Manier abzuwehren, sondern auch den Aufstand der eigenen Hilfstruppen, der Humaniden. Daneben machen diverse andere Gestalten aus anderen Teilen des DC-Universums die Seiten von Superagent Frankenstein unsicher. Bleibt für Frankenstein und seine inzwischen geschiedene Braut kaum Zeit ihren Amok laufenden Sohn wiederzufinden und die Horden der Fäule zu bekämpfen.



Meinung:
Wenn der unglaubliche Hulk und Hellboy ein Kind zusammen hätten, dann käme es dem Frankenstein von DC Comics wahrscheinlich verdammt nahe. Wie der eine (fiktive) Elternteil ist auch der Superagent Frankenstein im paranormalen Gewerbe tätig und steht unter der Fuchtel der Geheimorganisation S.H.A.D.E. - in etwa ein Mix aus S.H.I.E.L.D. und B.P.R.D. Stellt man es so dar, wirkt es, als habe Jeff Lemire einfach ein paar Formeln aus anderen Serien geguttenbergt und im Rahmen des großen Neustarts bei DC eine Serie daraus gebastelt. Das würde aber die Qualitäten die Superagent Frankenstein (zumindest zu Beginn) hat nicht recht würdigen.

Zuallererst muss man anmerken, dass Frankenstein keine Kreation von Lemire ist, sondern von dem manchmal etwas verrückt erscheinenden Briten Grant Morrison. Der ist dafür bekannt abgedrehte Ideen und komplexe Geschichten auf die Beine zu stellen, zu denen irgendwann auch seine Version von Frankenstein für das DC-Universum gehörte. Rein gedanklich würde man die Figur in der C-Liga einordnen und Morrison wird vielleicht selbst verwundert gewesen sein, als Frankenstein beim kompletten Neustart des DC-Universums eine eigene Serie bekam.

Müßig ist es, sich jetzt zu fragen, was Grant Morrison daraus gemacht hätte. Aber Jeff Lemires Ansatz ist bei so einer Figur und der Truppe, die er um sie herum aufbaut, durchaus passend. Hellboy in grün wollte sicher keiner, weshalb Lemire die Geschichte wie Popcorn-Kino angeht. Gehirn ausschalten und einfach die ausufernden Absurditäten geniessen. Mit hohem Tempo steigt die Geschichte gleich in Gang 3 ein, um von da aus nur noch höher zu schalten. Als hätte man Serious Sam in Comicform gegossen funktioniert Superagent Frankenstein hauptsächlich nach dem Prinzip draufhalten und wer kleckert, der kriegt eine geklotzt. Und auch wer es nicht glaubt, das ist verdammt unterhaltsam.

Die passenden Zeichnungen dazu liefert Alberto Ponticelli, der sonst auch schon mal an anspruchsvolleren Stoffen zu Werke war (Unknown Soldier), dessen rauer und schmutziger Stil aber schon ganz gut zu dem Frankenverse passt. Außerdem versucht er sich immer wieder n etwas ungewöhnlicheren Perspektiven und einem andersartigen Panelaufbau, was gerade in dem Kapitel mit O.M.A.C. sehr deutlich wird. Bei den Proportionen vertut er sich ab und an, was bei seinem groben, fast schon manchmal hingeworfenen Stil, aber (zunächst) nicht negativ auffällt.

Und hier ist es mal wieder. Das große ABER. Und es vermehrt sich auch noch.

Wo wir gerade bei Ponticellis Zeichnungen sind: Ein absolutes Debakel sind die Tuschearbeiten von Walden Wong. Zuerst glaubt man ab der Hälfte des Bandes an einen Zeichnerwechsel, bei dem ein abgelehnter Aspirant der Joe Kubert School den Pinsel schwingt. Keine Tiefe, keine Feinheiten, kein (schmutziger) Charme wie zuvor, einfach gar nichts. Dann blättert man zurück, um zu sehen, wen sich DC da gekrallt hat und muss überrascht feststellen, dass Alberto Ponticelli für die Seiten verantwortlich ist. Genau der Ponticelli von gerade eben. Erst jetzt fängt der Blick an herunterzuwandern und entdeckt, dass diesmal ein Tuscher mit am Werke war. Jetzt hat man seinen Schuldigen gefunden, der die eh schon etwas dünnbrüstig aufgezogene Geschichte in Kapitel 7 endgültig für den Müllschlucker bereit macht.

Jetzt rückt wieder die Geschichte in den Blick, deren rasanter Unterhaltungswert leider nicht über die gesamte Länge des Bandes trägt. Zum einen wurde spaßige Action schon besser exerziert, wofür die Serie Nextwave von Warren Ellis und Stuart Immonen Pate stehen könnte, die es leider a) nicht über den Teich geschafft hat und b) entgegen ihrer Qualität nach zwölf Ausgaben eingestellt wurde. Ein Schicksal von dem Superagent Frankenstein noch etwas entfernt zu sein scheint, obwohl die Handlung (und hier kommt nun das „zum anderen“) nach der Einführungsgeschichte rapide an Schwung verliert. Das passiert hier ab etwa Kapitel 5, welches sofort der absolute Bremser ist, dank eines Crossovers mit der (inzwischen in den Staaten ebenfalls eingestellten Serie) O.M.A.C. Deren einziger Handlungsinhalt besteht darin, dass Frankenstein O.M.A.C. auf den Kopf plumpst, sie ein paar Schläge austauschen und O.M.A.C. weg teleportiert. Das war's!

Danach kommt Superagent Frankenstein gar nicht mehr vom Boden hoch. Die absurden Ideen wiederholen sich nur und die eingangs ganz praktischen Einführungen des S.H.A.D.E.-Computers, die Frankenstein stets abruft, nicht mehr erhellend, sondern ebenfalls redundant und – viel schlimmer – extrem störend. Aus all dem hätte mehr gemacht werden können, geht es doch um den Aufstand der Humaniden (deren Behandlung bei S.H.A.D.E. eigentlich Amnesty international auf den Plan rufen müsste) und Frankensteins Sohn. Der Rest wieder Crossover, von denen man nach der Episode mit O.M.A.C. allerdings wenig angetan ist und die Frankensteins Geschichte im Grunde gar nicht voran bringt. Hinzu kommt, dass die Zeichnungen auch nicht mehr die ansehnlichsten sind (siehe oben) und schon fragt man sich, wie sich so eine Serie lange halten soll, wenn sie ihren eigenen Anspruch von leichter Unterhaltung nicht zu erfüllen vermag.

Am Ende bleibt ein guter Charakter mit einer interessant-chaotischen-verrückten und zusammen gewürfelten Gruppe, aus denen aber nicht viel mehr gemacht wird. Über das Stadium der ersten Ausgaben kommen sie überhaupt nicht mehr hinaus und sind damit von ihrer Bedeutung in der Erzählung nur noch knapp über den Mehrweg-Menschen genannt Humaniden.


Fazit:
Rasante Geschichte, bei der man nicht viel nachdenken muss. Jedenfalls bis das erste Viertel vorbei ist. Danach überlegt man schon, warum man diese Serie weiterlesen sollte, wenn sie einen nicht mal mit ihren eigenen Steilvorlagen zu unterhalten weiß. Definitiv weniger Crossover-Kapitel und sehr viel weniger Walden Wong können Superagent Frankenstein 1 nur gut tun. Vielleicht findet dann der zusammengesetzte Held wieder zu sich.


Superagent Frankenstein 1: Die Auferstehung der Toten - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Superagent Frankenstein 1: Die Auferstehung der Toten

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,95

228 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Rasanter Einstieg in die C-Liga
  • grober Strich zu grobem Helden
Negativ aufgefallen
  • Crossover bremsen Geschichte aus
  • Walden Wong als Tuscher eine Zumutung
  • Handlung kommt ab dem ersten Viertel nicht mehr in Fahrt
  • (auch dank Wong)
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Rezension vom: 14.04.2013
Kategorie: Frankenstein
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