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Comic-Besprechung - The Boys 11

Geschichten:

The Boys 11: Butcher - Von Menschen und Monstern (The Boys: Butcher, Baker, Candlestickmaker 1-6)
Autor
: Garth Ennis
Zeichner: Darick Robertson
Colorist
: Tony Avina



Story:
Erneut gab es einen Todesfall in der Familie. Butcher reist zurück in seine Heimat, um seinem kürzlich verstorbenem Vater die letzte Ehre zu erweisen. Was keine Ehre ist, denn am offenen Sarg erinnert sich Butcher an seine Kindheit und wie er zu dem wurde was und wer er heute ist. Das ist nicht zuletzt seinem Vater geschuldet, der ihn in allem Negativen maßgeblich prägte, sondern auch seiner verstorbenen Frau, deren Verlust Butcher einfach nicht überwinden kann und seinen Hass auf die Superhelden immer am Leben bleiben lässt.

Meinung:

Da fiebert man vor sich hin und kann kaum den nächsten Band der Boys erwarten, da man endlich wissen will wie es nun weiter gehen wird. Schließlich stand die Story schon lange genug auf einem Punkt still. Und dann geschahen im letzten Band dann zwei Ereignisse, welche den Status Quo erschütterten. Damit auch den Leser, der nun ungeduldig der Fortsetzung harrte. Aber auf einmal wird die Story schon wieder unterbrochen und Garth Ennis nimmt sich eine kleine Auszeit um einen der wesentlichsten Charaktere der Serie näher zu beleuchten. Das hat er in dieser Serie schon einmal getan und in "Highland Bubi" Hughie näher betrachtet. Im aktuellen Band, dessen Originalhefte in den USA als Spin-Offs erschienen sind, nimmt er sich nun Butcher vor.

Und das wurde auch Zeit. Ja, man ächzt und stöhnt, dass schon wieder eine Unterbrechung der Hauptstory vorliegt. Andererseits ist Butcher eine der allerwichtigsten und prägendsten Figuren der Serie. Zudem wurde er in den letzten Bänden immer unsympathischer und so sieht sich Ennis wohl genötigt, ein etwas differenzierteres Bild des Charakters zu zeichnen. Welches wirklich gelungen ist. Und zum richtigen Zeitpunkt kommt. Schließlich muss sich Butcher einige der Sympathien der Leserschaft wieder neu erwerben und somit ist der Zeitpunkt günstig, ein Psychogramm abzuliefern, welches die Motive und Taten verständlicher werden lässt. Dabei erweist sich Ennis wieder einmal als sanfter Erzähler, wenn er es will, der es versteht, ohne den psychologischen Holzhammer herauszuholen, einen schwierigen Charakter zu entwerfen. Man weiß zwar schon wie manche Sachen ausgehen, schließlich ist dieser Band eine Art Prequel, aber wie Butcher psychisch wurde wie er ist, ist schon sehr gut gezeigt und schildert ihn im Grunde als einen recht ängstlichen Mann, dessen einziger Halt seine Frau war. Butcher hat das Gefühl in wesentlichen Momenten seiner Kindheit versagt zu haben. Sein Vater, ein Alkoholiker, verprügelt und beschämt gerne Schwächere und macht bei weitem nicht bei seiner Frau Halt. Butcher ist als Kind hilflos und kann seine Mutter nicht vor seinem Vater beschützen. Aus dieser Hilflosigkeit erwächst Wut und Aggressivität, welche er nur im Militär ausleben kann. Als der Falklandkrieg beendet ist, kann er diese nicht mehr ausleben und wird zu seinem eigenen Entsetzen wie sein eigener Vater. Bis er seine spätere Frau trifft. Die ihm Halt gibt und sein Leben ordnet. Nur mit ihr fühlt er sich ausgeglichen, friedlich und kraftvoll genug, ein gutes Leben zu führen.

Ennis (der im übrigen einen witzigen telefonischen Gastauftritt hat und damit Selbstironie zeigt) schickt seine Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Man weiß zwar um die letzte Konsequenz, aber dennoch gibt es genügend Momente, die den Leser so in die Story hineinziehen, dass man geschockt "Nein" schreit und nicht glauben will was man sieht. Das ist wirklich gelungen und psychologisch außerordentlich dicht mit soliden aber unauffälligen Zeichnungen. Manche mögen mokieren, dass hier schon wieder Soldaten und ihre psychischen Dispositionen vorkommen (wie bei fast jeder Geschichte von Ennis), aber es ist in dieser Story unumgänglich und charakterlich nötig, da Butcher ein sehr zorniger Mann ist, der nur im Militär mit seiner Wut und Aggressivität umgehen kann. Erst als einer der Boys kann er seinen neu erflammten Haß nach dem Tod seiner Frau wieder kanalisieren, der sich zu einem nicht unwesentlichen Teil auch auf sich selbst richtet. Erstmals bietet Ennis hier einen Charakter dessen prägende Momente wirklich die Kindheit waren und nicht traumatische Erlebnisse als Erwachsener oder als Soldat. Und das ist besonders glaubhaft.



Fazit:
Mal wieder wird die Hauptstory unterbrochen und ein Charakter näher beleuchtet. Das ist einerseits ärgerlich, andererseits aber sehr lohnenswert, da das Psychogramm von Butcher sehr gelungen ist und Ennis einige sehr zärtliche und emotionale Szenen aufbietet, die dem Leser nahe gehen. Damit gewinnt der zweifelhafte Held auch einige Sympathien zurück.

The Boys 11 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Boys 11

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 13:
4197564916956

148 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Drama und Emotionen
  • glaubwürdiges Psychogramm
  • trotz Prequelcharakter genügend Schocks
  • wieder erwachte Sympathie gegenüber Helden
Negativ aufgefallen
  • Hauptstory wieder einmal unterbrochen
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Rezension vom: 11.12.2012
Kategorie: The Boys
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