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Comic-Besprechung - Koma 3: Wie im Wilden Westen

Geschichten:
Koma 3 – Comme dans les Westerns
Text:
Pierre Wazem
Zeichner: Frederik Peeters
Farben: Albertine Ralenti

Story:
Addidas hat in der Unterwelt ihren Beschützer gefunden. Dass ein seltsamer Riese über seine Tochter wacht, weiß der liebe Vater allerdings nicht, der immer noch in dem riesigen Loch schuften muss, in welches er einkaserniert wurde. Auf ungewöhnliche Weise gelingt es allerdings der kleinen Addidas mit den Träumen ihres Vaters in Verbindung zu kommen, wo sie von seinem Schicksal erfährt. Von da an kennt sie nur noch ein Ziel, sie muss ihren Vater aus den Fängen der behördlich angeordneten Zwangsarbeit befreien. Also nichts wie rauf an die Oberfläche und ihren neuen Freund nimmt sie gleich mit. Unterdessen ist ihr Vater von neuer Energie beseelt und fasst endlich den Entschluss aus dem Loch auszubrechen und nach seiner Tochter zu suchen.


Meinung:
Das Abenteuer in der Unterwelt geht für die kleine Addidas weiter. Sie hat einen großen Beschützer gefunden, der zwar in seiner Statur enorm, in seinem Herzen allerdings äußerst liebenswert erscheint. Liebenswerter als seine Artgenossen, die nicht unbedingt etwas für Fremde in ihrem Reich übrig haben. Aber was ist das eigentlich genau für ein Reich mit seinen seltsamen Maschinen?

Die Rezepte für eine liebenswerte Geschichte sind nicht neu in Koma. Aus den vorhandenen Zutaten erschaffen Wazem und Peeters (Ralenti wollen wir hier auch mal nicht vergessen, selbst wenn er „nur“ die Farben beisteuert) eine schöne Abenteuergeschichte, die sich auch für jüngere Jahrgänge, für Junggebliebene so und so, bestens eignet. In Band 3 zieht die Spannungskurve an, denn wie man jetzt eindeutig erfährt, haben die Vorgänge in der Unterwelt direkt mit dem Geschehen auf der Oberwelt etwas zu tun. So gelingt es Addidas auch mit ihrem Vater auf ungewöhnlichem Wege zu sprechen und sie erfährt, dass er von den Behörden im Loch festgesetzt wurde.

Da Addidas ein Mädchen der Tat ist, fasst sie sogleich den Entschluss ihren Vater zu befreien. Das machen die im Fernsehen auch immer so, denkt sie sich. Ihren Tatendrang kann sie gleich unter Beweis stellen, denn inzwischen hat auch Jim, der Sohn des konkurrierenden Schornsteinfegers,  seine Begegnung mit den Unterirdischen hinter sich. Im Gegensatz zu Addidas neuem Freund sind die jedoch alles andere als begeistert einen Menschen in ihren Reihen zu wissen. Wie kann man ihm bloß helfen? Mit einem Ablenkungsmanöver. Im Western klappt so etwas ständig. Nur hat unser großer Unterweltler in seinem ganzen Leben wohl noch nichts von einem Western gehört. Und auch Addidas ist sich anscheinend nicht ganz sicher, wie so ein Ablenkungsmanöver eigentlich funktioniert.

Koma ist wohltuend schnörkellos und trotz des eher düsteren Settings erstaunlich positiv aufgeladen. Das hat der Comic hauptsächlich seiner Hauptfigur Addidas zu verdanken, daneben aber auch einem ausgewogenen Ensemble verschiedenster Charaktere mit ihren Eigenarten, Schwierigkeiten, aber auch goldenen Seiten in Zeiten der Not. Man hat die Truppe inzwischen richtig ins Herz geschlossen, was selbst für so Typen wie MacMullans gilt, die Addidas und ihrem Vater schon die Arbeit klauen wollten.

Sind die Charaktere also bereits eine Goldgrube, wirft die Erzählung weiterhin fragen auf, die nach einer Antwort lechzen, aber mit denen sich Wazem und Peeters genüsslich Zeit lassen. Zwar weiß man jetzt, dass jede der Maschinen im Untergrund irgendwie für einen Menschen steht und man ihn mit diesen sogar beeinflussen kann, viel mehr allerdings auch nicht. Ebenso im Dunkeln tappt man mit den Arbeiten an dem großen Loch oder was dass für ein dystopischer Staat ist, der seine unter einem Vorwand einkassierten Bürger dort schuften lässt. Dank Addidas Wirken in der Unterwelt hat ihr Vater neuen Elan gewonnen und es riecht schon irgendwie nach Aufstand. Gehörig durcheinander gewirbelt wird die heile Bürokratiewelt jedoch schon durch das Auftauchen des großen „Monsters“ aus der Tiefe (Addidas neuer Begleiter), der das Treiben der Oberwelt gehörig auf den Kopf stellt.

Obwohl klare Handlungsstrukturen vorhanden sind, bleibt man als Leser weiter im Dunkeln und überlegt sich vermutlich, ob er nicht langsam mit dem Fingernägel kauen anfangen sollte. Man kann nur hoffen, dass die Erwartungen nicht derart hochgedreht sind, dass am Ende eine Enttäuschung wartet. Nach dem bisher Gesehenen und Erlebten möchte man das gar nicht glauben, aber man hat schon ganz andere Schiffe sinken sehen.

Koma ist ein Comic, der einen genau an der richtigen Stelle abholt, der einen sofort in die Geschichte zieht, sich flüssig (und beinahe zu kurzweilig) lesen lässt, ohne auf stupide Effekthascherei zu setzen. Balsam für die Seele, auch wenn es kitschig klingt. Alleine schultern muss dies die Erzählung allerdings nicht, denn die Zeichnungen von Frederik Peeters tragen auch in Band 3 wieder ihren Teil dazu bei. Die dunklen und bedrohlichen Szenen gelingen ihm ebenso gut, wie die gelegentlich humorigen Auftritte der Figuren. Die Darstellungen der Charaktere tragen einen Gutteil zu ihrem Charme bei.


Fazit:
Weiterhin liebens- und lesenswerte Geschichte mit einer ausgewogenen Crew an sympathischen Charakteren. Die Spannung zieht jetzt deutlicher an und immer noch ist man als Leser im Unklaren, was da eigentlich vor sich geht. Ein gelungener Comic, der genau das richtige ist, um wieder einmal in eine neue und wundersame Welt abzutauchen. Also einfach mal Reinschnuppern!


Koma 3: Wie im Wilden Westen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Koma 3: Wie im Wilden Westen

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Reprodukt

Preis:
€ 12,00

ISBN 13:
978-3-943143-21-8

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • eine Welt voller Geheimnisse
  • Ensemble liebenswerter Charaktere
  • es wird spannend ...
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 27.10.2012
Kategorie: Alben
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