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Comic-Besprechung - Jessica Blandy 5

Geschichten:

Jessica Blandy 5: Kuba, Ginny, Bussard, Ich bin ein Killer
Autor
: Jean Dufaux
Zeichner / Colorist:  Renaud



Story:
Die Schriftstellerin Jessica Blandy will auf Kuba einen aus der Haft entlassenen General interviewen, stellt aber fast zu spät fest, das sie als Lockvogel mißbraucht wird. Ginny ist eine tote Frau, die aber immer noch das Denken und das Leben einer Kleinstadt beherrscht. Einer Einladung folgend, kommt Blandy in die kleine Stadt und muss erleben, wie allzu bald die Emotionen hochkochen. Bussard ist ein in die Jahre gekommener Musiker, der mal einen Song geschrieben hat,über den Blandy gerne die Hintergründe erfahren würde. Doch auch hier verbergen sich hinter der Oberfläche Abgründe. Nach all den Erlebnissen der letzten Jahre entschliesst sich Blandy zu einer Therapie, wobei einer der Kranken sie überrascht. Denn er stellt sich mit den Worten Ich bin ein Killer vor.

Meinung:

Der Verlag Schreiber und Leser hatte vor einiger Zeit damit angefangen, einen Klassiker des franko-belgischen Comics in einer kompakten Ausgabe erneut auf den deutschen Markt herauszubringen. Dabei sammelt jeder Band einzelne Alben der Serie Jessica Blandy. Im nun vorliegenden schon fünften Band der Werkausgabe sind vier komplette Abenteuer enthalten: Kuba, Ginny, Bussard und Ich bin ein Killer. Insgesamt war bislang nur Enola Gay (im ersten Band der Neuauflage) auf Deutsch erhältlich und somit sind alle anderen Stories deutsche Erstveröffentlichungen.

Jean Dufaux ist ja ein wahrer Tausendsassa im Comicbereich. Er textete so gut wie jedes Genre. Vom Funny über Fantasy, Horror, Historienstoffen, Seefahrer, Erotik und Spionage kann er einfach alles. Eine seiner prägendsten Serien aber war Jessica Blandy, deren erster Band 1987 in Frankreich erschien und mit dem der franko-belgische Comic nach Ansicht mancher erwachsen wurde. Es wurden nicht mehr nur unterhaltsame Stories geliefert, sondern diese wurden fortan mit gesellschaftlicher Kritik verbunden. Und damit steht die Serie ganz in der Tradition des amerikanischen Kriminalromans.

Die detailreichen, realistischen, manchmal etwas glatten Zeichnungen kontrastieren total mit der düsteren Handlung. Schöner Schein, aber darunter steckt das Böse. Jeder ist käuflich und alles ist verrottet, voller Verrat, Verdorbenheit und Gewalt. Es geht in der ganzen Serie auf einer tieferen Ebene eben darum, dass nichts so ist, wie es scheint und das Böse, das Schlechte und Verkommene in jedem Menschen lauert. Manchmal braucht es mehr, manchmal weniger, damit es hervorbricht. Im Grunde sind alle Menschen suizidal veranlagt, denn die ganze Welt ist von Gewalt geprägt. Nicht zuletzt Hilflosigkeit und Verzweiflung kann allzu schnell in Gewalt umschlagen und so die ganze Welt immer mehr in den Abgrund zwingen.

Zu den allergrößten Stärken der Serie gehört, dass es der Heldin ebenso ergeht. Im Gegensatz zu vielen anderen Serientitelhelden, gehen die Abenteuer an Jessica nicht spurlos vorüber. Sie ist kein James Bond, der nach einem Abenteuer mal eben den Schlips richtet und den nächsten Auftrag annimmt, oder bei dem nächsten Abenteuer alle psychischen Belastungen vergisst (wie man es so gut wie bei allen Comichelden finden kann, deren Abenteuer inhaltlich nicht kontinuierlich voranschreiten, sondern abgeschlossene Abenteuer sind). Jessica Blandy wird aufgrund ihrer Erlebnisse zur Alkoholikerin und neigt zu starkem selbstzerstörerischem Verhalten. Sie geniesst den Augenblick, weil sie weiss, wie schnell das Leben zu Ende sein kann. Diese Impulsivität kann aber auch gefährlich werden, wie vor allem das letzte Abenteuer in diesem Band, Ich bin ein Killer, zeigt. Diese Erzählung kann man nur dann richtig geniessen, wenn man die vorherigen Bände gelesen hat, denn selten wird so eingehend die Psyche einer Heldin seziert. Das ist eindringlich, spannend und schockierend und ein wahrer Klassiker.

Manchmal sind die Verstrickungen der Heldin etwas konstruiert. Da sie keine Polizistin oder sonstwie eine Ermittlerin ist, sondern eine Schriftstellerin, ist sie also per se eigentlich nicht richtig für Kiminalfälle geeignet. Manchmal muss dann die Handlung so sehr gebogen werden, dass sie zu brechen droht. Aber in den hier versammelten Alben ist Blandy immer das Zentrum des Sturmes, wenngleich sie es manchmal auch nicht weiss.

In besonderem Maße trifft das auch auf das Album Kuba zu, bei dem trotz aller Spannung der Leser genauso verwirrt und hilflos ist wie die Heldin, weil man die ganzen Personen und Interessengruppen und deren Motivation nicht leicht auseinanderhalten kann. Ginny und Bussard sind insofern recht ungewöhnlich, da sie
schwüldüstere Mysterythriller sind, welche sehr spannend sind und von der starken Atmosphäre leben. Frühe Mysterythriller wie diese nehmen es mit der Logik aber nicht immer allzu genau, aber der leicht übernatürliche Touch (oder doch nicht?) machen diese zwei Geschichten sehr gelungen, weil man eben nicht weiss, ob es noch eine Rolle spielen wird.

Letztendlich ist auch der fünfte Band wieder extrem gelungen und sollte jeden Freund von Krimis zugreifen lassen. Erotisch, spannend, blutig und psychologisch außergewöhnlich dicht sind die versammelten Abenteuer immer noch ein wahres Lesevergnügen.



Fazit:
Auch die Geschichten in dem mittlerweile schon fünften Band der Werkausgabe von Jessica Blandy überzeugen. Vor allem Ich bin ein Killer ist ein kleiner Meilenstein, da selten eine Heldin so sehr psychologisch seziert wird und in ihre eigenen Abgründe schauen muss. Kuba ist etwas zu verwirrend, wobei die letzten zwei Abenteuer frühe Mysterythriller sind, die vor allem von ihrer nicht leicht zu fassenden Atmosphäre leben.

Jessica Blandy 5 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Jessica Blandy 5

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Alles Gute!

Preis:
€ 29,80

ISBN 10:
3941239945

ISBN 13:
978-3-941-23994-4

200 Seiten

Jessica Blandy 5 bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • starke Psychologisierung
  • Stimmung, Blut und Spannung
  • detailreiche Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • manchmal etwas überkonstruiert und verwirrend
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Rezension vom: 17.10.2012
Kategorie: Jessica Blandy
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