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Comic-Besprechung - Yuggoth Rising 1

Geschichten:
"Yuggoth Rising No. 1: Ankunft und Aufbruch"
Autor und Zeichner: Sebastian "Bestie" Dietz

Die Welten von H.P. Lovecrafts faszinieren seit jeher unzählige Leser. Zudem sind sie eine Inspiration für Autoren und Künstler, die ihrerseits Werke veröffentlichen, welche sich mit dem lovecraftschen Mythos beschäftigen oder zumindest merklich davon beeinflusst sind. Dies trifft auch auf die Serie Yuggoth Rising zu, welche auf dem 1922 erschienen Roman Celephais basiert, der eine Fantasiewelt, ähnlich dem Traumland, beschreibt.

Sebastian Dietz alias Bestie nutzt die Vorlage für den Start der Abenteuer-Serie, die im Amerika der 1920iger Jahre angesiedelt ist. Hier entwirft er zwei wesentliche Handlungsstränge, die momentan noch scheinbar nichts miteinander zu tun haben. So trifft der Leser zuerst auf eine junge Frau, die ihre Mutter in den Staaten besuchen will, dort aber auf die ersten Opfer der Finanzkrise trifft. Das Haus ihrer Eltern wurde von der Bank gepfändet und die Mutter ist spurlos verschwunden. An anderer Stelle wird der Lingust Marcus Wendricz vorgestellt, welcher als Experte für die Entzifferung der Maya-Schrift gilt. Mit Hilfe dieser Figur erklärt der Autor den damals aktuellen Stand der Maya-Forschung und die vielen Irrtümer, die es bei der Entschlüsselung der Inschriften gab. Inwieweit die untergegangene Kultur etwas mit dem weiteren Verlauf der Story zu tun hat, ist bislang aufgrund von reiner Theorie noch fraglich, dennoch gibt es erste Anzeichen, dass Yuggoth Rising eine Mischung aus Maya-Kult und Fantasie á la Lovecraft bietet.
Neben diesen beiden Figuren nimmt der Stahltycoon Gallagher eine wichtige Rolle ein. Hier tritt besonders der Bezug zu Celephais in den Vordergrund, denn Gallagher reist ebenfalls unter Drogeneinfluss in das Traumland, um dort auf andere, vermutlich mächtige, Männer der realen Welt zu treffen.

Der Autor hat mit dieser komplexen Handlung gleich zu Beginn eine wunderbare Einleitung gefunden, welche sich mit vielen verschiedenen Dingen beschäftigt und aufgrund der realen und fiktiven Basis viel Potential für zukünftige Abenteuer bietet. Auch wenn die Zusammenstellung auf den ersten Blick recht wirr erscheint, so ergibt der gesamte Komplex angesichts der Zeitepoche der Weltwirtschaftskrise einen Sinn, da damals viele Leute ihr gesamtes Vermögen verloren haben und okkulte Bewegungen enormen Zulauf bekamen. Band 1 enthält folglich eine Vorstellung der einzelnen Figuren und gibt bereits Hinweise zur thematischen Ausrichtung der Storyline. Bei der bisherigen Handlung fallen besonders die akribischen Recherchen des Autors auf, denn das Wissen über die Erforschung der Maya-Inschriften mit Lösungsansätzen und genauer Termini dürfte wohl kaum zum Allgemeinwissen zählen. Dabei gelingt es Bestie aber, den Leser nicht mit diesen Informationen zu erschlagen, sondern sie zwar konzentriert, aber leicht verständlich aufzuarbeiten.

Genauso detailreich wie der Inhalt, sind auch die Zeichnungen bei Yuggoth Rising. Mittels reinen schwarz/weiß Zeichnungen mit feinen Inks kreiert Bestie die 20iger Jahre des letzten Jahrhunderts. Dabei wechselt er je nach Bedarf zwischen klein- und großformatigen Panels, wobei besonders letztere stellenweise so komplex sind, dass der Leser einige Augenblicke verweilt, um das ganze dargestellte Geschehen zu verarbeiten. Zusätzlich fließt stellenweise ein Zoom mit ein, welcher beispielsweise auf eine herumliegende Zeitung gerichtet ist und im nächsten Panel dadurch die Schlagzeile präsentiert. Mit diesem Werkzeug gelingt dem Künstler der Bezug zur realen Basis einiger Szenen und quasi ein fließender Übergang zu den anderen Handlungssträngen.
Auffallend sind zudem die Charakterdarstellungen. Hier arbeitet der Zeichner mit relativ großen Köpfen im Verhältnis zum Körper, was anfangs etwas ungewohnt ist, im weiteren Verlauf des Comics aber kaum noch ins Gewicht fällt.

Bis dato bietet Yuggoth Rising folglich eine höchst abwechslungsreiche und vielschichtige Story, die gerade mit der Mischung zwischen realen und fiktiven Ereignissen Lust auf mehr macht. Die 1920iger Jahre bieten sich aufgrund der überstürzenden Ereignisse wunderbar als Kulisse für die Serie an und der Künstler Bestie nutzt die Irrungen dieser Zeit gekonnt, um die verschiedenen Handlungsstränge glaubhaft aufzubauen. Man darf gespannt sein, wie die Serie weitergeht. Der Einstand ist schon mal gelungen.


Yuggoth Rising 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Yuggoth Rising 1

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Undergroundcomix

Preis:
€ 5,00

38 Seiten

Positiv aufgefallen
  • interessante Story aus einem Mix zwischen Realität und Fiktion
  • Maya-Forschung und Lovecraft-Universum in einem Band
  • gelungene grafische Umsetzung
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(4 Stimmen)
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Rezension vom: 21.09.2012
Kategorie: Yuggoth Rising
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