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Comic-Besprechung - Valentine Pitié 1: Ein Stein im Morgengrauen

Geschichten:

Valentine Pitie 1: Ein Stein im Morgengrauen
Autor
, Zeichner: Benn
Colorist: Pierre Matterne



Story:
Die junge Französin Valentine Pitie ist mit ihren Eltern in das winterliche Yukon gereist, wo ihr Vater seiner Familie zeigen will, wo und wie er zum Reichtum kam. Doch ein tragischer Unfall lässt Valentine zur Waise werden. Unerfahren mit der Wildnis ist sie dem Tode nah, als sie von dem Inuit Yakupi gefunden wird. Beide entwickeln eine gegenseitige Sympathie und Yakupi nimmt sie mit in sein Dorf, wo sie das Leben dieser fremden Kultur kennenlernt. Doch auch hier ist nicht alles friedlich.

Meinung:

Der erste Band der neuen Serie Valentine Pitie, Ein Stein im Morgengrauen, ist auf den ersten Blick eine klassische Abenteuerserie, in der jemand in einen anderen Kulturkreis gerät und sich durch diese Konfrontation charakterlich weiter entwickelt und die andere Kultur und die Menschen zu schätzen lernen weiss. Doch schon von der Ausgangslage gibt es hier Änderungen gegenüber dem klassischen Schema: zum einen ist der Held eine Frau, also eine Heldin. Zum anderen ist die Heldin, Valentine, alles andere als voreingenommen und muss dementsprechend nicht geläutert werden, wie sonst so oft in diesem Genre. Hier gibt es also etwa keinen Rassisten, der im Zusammenleben mit anderen seine Meinungen revidiert. Valentine hat nämlich eigentlich keine eigenen Meinungen. Gut, sie ist recht jung und damit offen für alles und ist folglich noch formbar. Aber sonderlich fest umrissen ist der Charakter auch nicht. Ein Wildfang ist sie, die noch die Natur zu schätzen weiss. Aber den Tod ihrer Eltern scheint sie doch recht schnell hingenommen zu haben. Und der lange, harte Überlebenskampf in der eisigen Wildnis hat ihrem Charakter anscheinend nichts gebracht.

So grob die Titelfigur bislang nur entworfen wurde, so hat der Band auf anderen Ebenen große Stärken. Denn obwohl das Grundschema sehr klassisch ist, kann sich der erste Teil doch allen Klischees erwehren. Es gibt hier keine edlen Wilden, die sich gegen die bösen, materialistischen Weissen und deren Ausbeutung der Natur erwehren. So kann der Autor und Zeichner Benn nicht in eine ideologische Falle geraten, indem er Naturvölker besser darstellt, als sie historisch vielleicht waren. Denn es gehört zu einer weiteren Stärke des Bandes, dass er nicht in einen gewissen Ethnokitsch verfällt. Denn häufig gibt es bei Abenteuerserien zwei Fallen: entweder ein Ethnokitsch oder eine gewisse Kolonialromantik, wobei bei letzterer ein latenter Rassismus droht. Der Blick auf die Gemeinschaft und das Leben der Inuit ist hier zwar sehr respektvoll, aber doch relativ objektiv gehalten. So werden unangenehme Aspekte und befremdliche kulturelle Eigenheiten nicht verschwiegen. Insgesamt gerät der Blick auf die Kultur und das Leben sehr faszinierend und lässt einen die Figuren sehr viel näher kommen, als wenn man sie, quasi historisch im Nachhinein politisch korrekt, überhöht stilisiert hätte. So wird man ihnen wahrscheinlich sehr viel gerechter.

Der Zeichenstil ist sehr reduziert, kann aber allein schon durch die Gestaltung der Körperhaltung Dynamik erzeugen. Die Gebärden, die Mimik, die Körperhaltungen: alles erzeugt Dynamik und man braucht keine Speedlines, um dennoch Bewegung zu suggerieren. Das erinnert stellenweise an das gestalterische Prinzip von Baru. Auch gelingt es, mit wenigen Linien die Natur erfahrbar zu machen. Die Eiswüste wird sehr reduziert dargestellt, aber da ist ja eh nichts zu sehen und somit fühlt sich der Leser trotz aller Reduzierung in das Setting versetzt.

Nur die Struktur, die gesamte Konzeption ist etwas rätselhaft. Der Prolog des ersten Teiles hat mit der gesamten folgenden Handlung rein gar nichts zu tun. Vielleicht gewinnt er in einem späteren Band an Bedeutung, aber hier passt er nicht sonderlich hinein. Leider ist das etwas symptomatisch für den gesamten Band. Denn der Schwachpunkt besteht in der Sprunghaftigkeit der Handlung, was eben auch dazu führt, dass der Charakter der Heldin vernachlässigt wird, da ihre Erlebnisse und die fremde Kultur dem Autor wichtiger war. Aber inhaltlich endet der erste Band auch. Und so ist man doch sehr gespannt, wie die Serie wohl weitergehen wird. Denn da so gut wie keine inhaltlichen Stränge offen bleiben, hat man auch keine Indizien, wie die Serie weitergehen könnte. Man kann also gespannt sein.



Fazit:
Valentine Pitie ist eine Abenteuerserie, die es schafft, einige Klischees und Fallen zu umschiffen. Auch wenn die Titelheldin noch nicht sonderlich scharf umrissen und die Handlung etwas sprunghaft ist, so gelingt ein respektvoller, faszinierender und nicht kritikfreier Blick auf die Inuit. Ein gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht.

Valentine Pitié 1: Ein Stein im Morgengrauen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Valentine Pitié 1: Ein Stein im Morgengrauen

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Zack Edition

Preis:
€ 14,95

ISBN 13:
9783864620188

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • keine Klischees
  • Dynamik
  • respektvoller Blick auf fremde Kultur
Negativ aufgefallen
  • sprunghafte Handlung
  • Titelheldin noch nicht fest umrissen
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Rezension vom: 14.09.2012
Kategorie: Valentine Piti
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