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Comic-Besprechung - Nosferatu 1

Geschichten:
"Si vis pacem"
Autor:
Olivier Peru
Zeichner: Stefano Martino 

Story:
Der erste Meister, Nosferatu, ist wieder aufgewacht. Seitdem er in den Wirren des zweiten Weltkrieges durch einen anderen Vampir getötet wurde, haben sich seine Nachkömmlinge vermehrt und einen immensen Reichtum angehäuft. Nun bekommen sie es mit der Angst zu tun, denn der Meister wird seinen Tribut einfordern. Demzufolge planen die Vampire unter der Führung von Lucius Vladica die erneute Vernichtung von Nosferatu.

Meinung:
Nosferatu. Neben Dracula sicherlich der bekannteste Vampir, was unter anderem auf den gleichnamigen Film von 1922 zurückzuführen ist. Nun, 90 Jahre später, lebt die Gestalt unter anderem in Form einer dreiteiligen Comicserie beim Splitter-Verlag wieder auf.

Hier stellt Nosferatu den ersten Meister, quasi den Urahn aller Vampire, dar. Nach seinem angeblichen Tod ist seine Sippe verkommen, verweichlicht und denkt nur an den schnöden Mammon. Verständlich, dass sie Angst vor dem alten Herrscher haben, der für so etwas nicht viel übrig hat. Olivier Peru, unter anderem Autor der Splitter Serie Zombies, hat diese Vampir-Actionstory verfasst. Er startete die Handlung in den Slums der indischen Metropole Mumbai, welche vor Mythen nur so strotzt. Als Gegenpart kreiert Peru eine Vampirorganisation, die anscheinend über einen großen finanziellen Spielraum verfügt und auch einige Soldaten unter Kontrolle hat.

Dadurch entsteht eine Jäger-und-Gejagte Szenerie, wobei noch die Polizei mit einem speziellen Vampirjäger-Team mitmischt. Das Endergebnis ist folglich sehr actionlastig, verfügt aber in Form von weitreichenden Rückblicken auch über etwas ruhigere Momente. Der Autor nutzt den Start der Serie folglich unter anderem für eine Betrachtung der Entstehung von Nosferatu und Konsorten. Im alten Rom angesiedelt, entspinnt sich hier quasi als Parallelhandlung eine Geschichte zwischen Unterdrückung und Auflehnung mit blutigem Ende, was widerrum das Geschehen in der Gegenwart erklärt.

Gerade durch den historischen Zusammenhang der Fehde zwischen den Vampiren mit einer mehr als 2000 Jahre alten Geschichte bekommt die Story ein gehöriges erzählerisches Potential, aus welchem Peru mit vollen Händen schöpfen könnte. "Könnte" wohlgemerkt! Denn leider verwickelt sich der Autor in den Kampf einer technologisch überlegenden Organisation gegen einen einzelnen Vampir. Die Kräfte und Fähigkeiten der Geschöpfe der Nacht werden in diesen wenigen Extremsituationen vollkommen außer Acht gelassen. Stattdessen gibt es viel Rumgeprolle, Machosprüche und einen Endkampf, der das Wort nicht verdient hat. Der gesamte Comic strebt diesem Aufeinandertreffen der beiden ranghöchsten Vampire entgegen und alles was der Leser davon zu sehen bekommt, ist ein einziger Schlag. Spätestens nach dieser Situation fragt man sich, warum Peru die Handlung mit solcher Eile voran treibt. Da wird ewig das Wiedererstarken des Nosferatu dargestellt und dann, als es zum Showdown kommt, wird nichts davon gezeigt. Neben diesem unglaublichen Spannungsverlust stellt sich als nächstes die Frage, welche Rolle die Polizei in der Story überhaupt spielt. Degradiert zum bloßen Zuschauer passiert auf dieser Seite bis auf nervig-coole Sprüche gar nichts. Und irgendwann fehlt trotz viel versprechendem Ansatz dann die Substanz der Handlung. Viel Vorbereitung und Hoffnung machen, bloß um dann im entscheidenden Moment zu versagen. Dass Peru es doch viel besser kann, beweist er zum Beispiel mit Zombies, wo einem Spannungshoch das nächste folgt.

Lediglich einige wenige Punkte bleiben nach dem Finale nach fraglich und vielleicht sind es genau diese Situationen, auf die der Autor hinaus will. Dann aber hoffentlich mit mehr Elan und einem überzeugenden Hang zur Dramatik.

"Das Auge isst mit" lautet ein Sprichwort und gerade bei Comics sind die Zeichnungen das A und O der Veröffentlichung. Das Cover von Nosferatu 1 überzeugt vom ersten Augenblick an und macht einen bedrohlichen Eindruck. Der dargestellte Nosferatu, als Personifizierung des Bösen, erhält diesen Eindruck auch den kompletten Band aufrecht, sei es beim Auftritt im alten Rom oder im heutigen Indien. Zeichner Stefano Martino arbeitet mit einer Vielzahl an kleinen Panels pro Seite, achtet dabei aber immer auf einen gefüllten Hintergrund und einem passenden Spiel der Mimiken. Mit dem Verzicht auf leuchtende Farben und der durchgehenden Verwendung von erdigen Tönen trifft Martino genau die Stimmung, welche die düstere Story beim Leser erzeugt.

Nosferatu 1 kann folglich bei der grafischen Darstellung der ´Handlung punkten, enttäuscht aber beim Inhalt etwas. Gerade das Finale, auf das wirklich spannend hingearbeitet wurde, hat den Titel eigentlich nicht verdient. Viel zu schnell übergeht der Autor den Vampirzweikampf, bloß um einen aufgezwungenen Cliffhanger am Ende der Ausgabe zu platzieren. 

Fazit:
Band 1 der dreiteiligen Serie enthält eine anfangs durchaus überzeugende Story über einen Kampf zwischen Vampiren, welcher seinen Ursprung weit in der Vergangenheit hat. Leider wirkt das Ende völlig überstürzt und der Leser hat das Gefühl gerade irgendetwas wichtiges verpasst zu haben. Nosferatu hat jedoch Potential, welches der Autor Olivier Peru bislang aber nicht ansatzweise ausgeschöpft hat. Dahingegen können die Zeichnungen durchgehend überzeugen, so dass im Endeffekt eine recht wechselhafte Ausgabe vorliegt.

Nosferatu 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Nosferatu 1

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 13,80

ISBN 13:
978-3-86869-449-9

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Mit Mumbai wurde ein spannender Handlungsort gewählt
  • eindrucksvolles Cover
Negativ aufgefallen
  • misslungenes Finale
  • Handlungsrahmen nicht sehr innovativ
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 30.08.2012
Kategorie: Nosferatu
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