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Comic-Besprechung - Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: 1969

Geschichten:

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: 1969
Autor
: Alan Moore
Zeichner / Colorist: Kevin O`Neill



Story:
1969 wird in Sussex ein Popstar ermordet. Der Manager ist dementsprechend wütend und lässt Nachforschungen anstellen. Derweil kommen die übrig gebliebenen Mitglieder der Liga der außergewöhnlichen Gentlemen zurück nach London. Orlando und Quatermain sind etwas irritiert aufgrund der Swinging Sixties, während Mina sich recht gut anpassen kann. Doch sie müssen feststellen, dass der Magier, den sie bereits 1910 vergeblich gejagt haben, noch am Leben ist und eine neuerliche Bedrohung darstellt. Gelingt es ihnen diesmal ihn aufzuhalten? Und kommen sie dem Killer des Managers in die Quere?

Meinung:

Konnte der dritte Band der außergewöhnlichen Serie des Meisterautors Alan Moore schon nicht mehr mit den grandiosen ersten zwei mithalten, so ist der vierte Band der Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: 1969 sogar noch schwächer. Das liegt vor allem an zwei Gründen. Erstens ist der mystizistische Kram nicht nur starke Geschmackssache, sondern weder ausgewachsener Horror noch eine sonderlich greifbare Bedrohung. Wer mit Mystizismus von vornherein nichts anfangen kann, wird sich mit diesem Band nicht anfreunden können. Da es aber meist auch auf einer spirituellen Ebene bleibt, also keine Monster oder Dämonen vorkommen, ist natürlich auch keine Action oder physische Bedrohung vorhanden, was auch zu Lasten der Spannung geht. Oftmals wird auch gar nicht richtig deutlich, was an den Plänen des Magiers eigentlich so beängstigend sein soll. Oftmals wird die Bedrohung nur in den Dialogen behauptet aber nicht illustriert. Immerhin passt der ganze Mystizismus und die Esoterik zu der Epoche, in der diesmal die Helden angesiedelt sind. Die 60er waren der Beginn des Wassermannzeitalters und der esoterischen Strömungen. Warum aber keine realpolitische Bedrohung oder sozialen Konfliktfelder (Stichwort Vietnamkrieg) vorkommen, ist nicht nachvollziehbar. Auch die  Studentenproteste und Rassenfragen werden nicht einmal erwähnt. Da ist die inhaltliche Prämisse des Mystizismus doch ziemlich schwach und banal.

Zweitens hat die Liga keine typischen Helden der Ära in ihren Reihen. Es sind nur der Rest der Liga des letzten Bandes dabei. Und deren Zusammensetzung konnte schon nicht überzeugen. Wo ist etwa James Bond, oder die Agenten aus Mit Schirm, Charme und Melone? Gerade dieser Punkt erlaubte es ja dem Starautor Alan Moore ein vielfältiges Zitatenspiel mit der Literatur und Popkultur senes Heimatlandes England. Man gewinnt den Eindruck, dass es zu Zeiten von 1910 (der dritte Band) und 1969 (nun der vierte Band) keine Ikonen und bleibenden Aspekte zu geben scheint. Die einzigen die hier vorkommen, sind auch diejenigen, die schon im dritten Band auftraten. Im Grunde ist der vierte auch eine direkte Fortsetzung. Das Zitatespiel ist lange nicht mehr so ausführlich und ergiebig und viele Anspielungen dürften wohl nur Engländer verstehen (wie etwa auf das Undergroundmagazin "Hunchback"). Immerhin gibt es aber noch einige andere kleine Referenzen. Ganz am Anfang ist der Brunnen eine Hommage an Milnes Pu der Bär, im Dialog kommt Rosemaries Baby vor, das "Universal Export Gebäude" ist das getarnte Hauptquartier des Geheimdienstes und damit Arbeitgeber von 007 und in einem Bild kann man auch Alfred Hitchcock sehen. Aber es wird kaum etwas davon inhaltlich eingebettet, sondern nur als graphische Entdeckungsfahrt genutzt.

Graphisch ist die Ära aber gut eingefangen und besonders der psychedelische Kampf auf der Astralebene ist eine schöne Idee, jedenfalls für diejenigen, die etwas damit anfangen können. So ist der ganze Band starke Geschmackssache und arg dialoglastig geworden. Was dann noch weiter zu einer Enttäuschung führt, ist, dass der Band weder einen richtigen Anfang noch ein richtiges Ende hat. Da kann man nur hoffen, dass der nächste angekündigte Band noch einiges herausreissen kann. Doch der soll im Jahre 2009 spielen. Was soll man da an bleibenden popkulturellen Topoi erwarten, wenn es noch nicht so lange zurück liegt? Hoffnung und Zweifel geben sich also die Hand und man sollte zum Trost noch einmal die ersten zwei Bände lesen.



Fazit:
Konnte schon der dritte Band nicht mehr mit den ersten zwei Teilen mithalten, ist der vierte, eine direkte Fortsetzung zu dem dritten, noch schwächer. Weder das Team, noch die Bedrohung, noch die wenigen Anspielungen können überzeugen. Mystizismus und Psychedelik sind die Hauptaugenmerke. Als ob es in den 60ern keine dringenden Probleme gab.

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: 1969 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: 1969

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 12,95

ISBN 10:
3866074654

ISBN 13:
978-3866074651

84 Seiten

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: 1969 bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • ein Kampf auf Astralebene
Negativ aufgefallen
  • Teamzusammensetzung
  • fehlende literarische und kulturelle Anspielungen
  • keine mitreissende Story und Bedrohung
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
4
(1 Stimme)
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Rezension vom: 08.08.2012
Kategorie: One Shots
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