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Comic-Besprechung - X-Men Sonderband: Die neue X-Force 4

Geschichten:
Der Mörder unter uns
Autor:
Rick Remender
Zeichner: Billy Tan, Richard Elson
Farben: Paul Mounts

Dark Angel Saga 1 - 4
Autor:
Rick Remender
Zeichner: Mark Brooks, Scot Eaton, Jerome Opeña
Tusche: Andrew Currie, Mark Brooks, Andrew Hennesy, Jerome Opeña
Farben: Dean White, Richard Isanove



Story:
Manchmal kommen sie wieder. Insbesondere wenn es sich um Mutanten, wie Apocalypse handelt, die ihren Aufstieg quasi als die einzig mögliche Zukunft betrachten. Und sein Nachfolger ist gezwungenermaßen bereits schon ausgewählt. Kein schlechter Karriereschritt für den einstigen Reiter der Apokalypse, der jetzt in die Fußstapfen des Bösewichts schlüpfen soll. Unkraut vergeht nun mal nicht und so sehr sich Warren alias Angel auch dagegen wehrt, er kann die Verwandlung in Archangel aus eigenen Kräften nicht verhindern. Das ruft seine Kollegen aus der X-Force auf den Plan. Die müssen sich noch einmal in jene Zeit begeben, die Apocalypse nach seinen Vorstellungen umgestaltete und in der jetzt neue Machthaber die Zügel in der Hand haben. Eine gefahrvolle Reise ohne Rückfahrtgarantie. Können sie überhaupt rechtzeitig zurückkehren, bevor Warren ein neues, dunkles Zeitalter einläutet?


Meinung:
Als Apocalypse dem X-Man Warren Worthington, besser bekannt als Angel, die Flügel ausriss und durch metallene Schwingen ersetzte, verloren die X-Men auch rein äußerlich ihre Unschuld. Das war wohl so Ende der 80er, Anfang der 90er, wo alles eine etwas schärfere Kante bekommen sollte, damit klar wurde, dass die albernen Zeiten vorbei sind. Im Dunkeln ist gut munkeln, aber irgendwann hatte man sich genug in depressiven Themen gewälzt, weshalb dann auch wieder strahlendere Zeiten begannen. Und natürlich bekam Warren auch seine gefiederten Flügel wieder (Joe Madureira zeichnete es, soweit das diesseits noch überschaut werden kann).

Ein Zustand mit dem sich einige anscheinend nicht abfinden konnten, weshalb er bei der X-Force seine Glitzerschwingen wieder bekam. Ein Umstand den auch Rick Remender auszunutzen weiß und Warren jetzt in der Dark Angel Saga mit seiner dunklen Vergangenheit als Reiter der Apokalypse konfrontiert. Mehr noch. Die Saat, die Apocalypse einst in Warren säte, beginnt zu keimen und das Age of Apocalypse scheint wieder nahe zu rücken.

Doch jeder Keim kann erstickt werden, was die X-Force auf den Plan ruft, die das entsprechende Gegenmittel finden muss, damit Angel nicht einen der übelsten und gefährlichsten Mutanten beerbt. Allerdings dumm gelaufen, wenn die Allzweckwaffe gegen den in Warren schlummernden Todeskeim in der eigenen Welt nicht mehr existiert. Aber die X-Force wäre nicht das Undercover-Team unter den Mutantengruppen, wenn es dieses Problem nicht mit durchaus fragwürdigen Methoden angehen würde. Wer sonst würde sich mit dem Dark Beast verbünden und in eine Zeit und Realität reisen, die bekannt ist als das Zeitalter der Apokalypse.

Da ist das Schiefgehen natürlich vorprogrammiert, weshalb es Wolvie, Deadpool, Psylocke und Co. nicht nur mit dem Widerstand aufnehmen müssen (der die X-Force für feindliche Kräfte hält), sondern auch mit den Sentinels und dem Nachfolger Apocalypse, wobei gerade letzteres für manche recht überraschend kommen dürfte. Man muss sich also mit den bisherigen Geschichten und am Besten der ganzen Apocalypse-Schose gut auskennen, damit man wirklich mit allem klar kommt und der Geschichte wirklich bis in ihre Verästelungen folgen kann. Ohne geht es zwar auch, aber ein leichtes Gefühl von Verlorenheit stellt sich ein, da Rick Remender gewisse Kenntnisse einfach voraussetzt. Das Vergnügen erhöht es ohnehin allemal.

Für Kenner breitet sich dagegen ein (nostalgisches) Schmankerl aus. Rick Remender scheint eine genaue Marschrichtung zu haben und genau zu wissen, wo er die Figuren hinführen will. Er ist ein Mann mit einem Auftrag und vermutlich selbst mit den Geschichten, die er da verwurstet beziehungsweise weiterführt, aufgewachsen. Da verzeiht man es auch, dass eine eigentlich abgeschlossene Episode in der Geschichte der X-Men wieder aufgewärmt wird, damit man es weiter ausmelken kann. Zumindest scheint es bei Remender in guten Händen zu liegen.

Ebenso verzeiht man ihm dann dramaturgische Schwächen oder recht alberne Auftritte, wie den der Black Legion, die gefährlich klingt, dem Leser aber eher ein Schmunzeln entlockt. Zombie-Sentry? Demon-Ock? Iron Ghost und mal in einer ganz neuen Farbvariante der Orange Hulk? Da gab es schon ernster zu nehmende Gesellen gegen die so gestandene Helden wie Wolverine oder Psylocke antreten mussten. Auch ein paar gerade neu eingeführte Figuren werden obligatorisch verheizt, weil es niemandem weh tut, wenn sie aus einer alternativen (und deshalb zu vernachlässigenden) Realität kommen und man so billig Dramatik produziert. Wenn das liebe Leserherz nicht schon längst an diese Masche gewöhnt wäre.

Die Hauptfiguren hat Remender dafür gut im Griff, auch wenn gerade Phantomex und Psylocke mehr an gegenseitiger Interaktion bekommen, als der Rest der Gruppe. Deadpool scheint dagegen etwas vernachlässigt zu werden, obwohl – man höre und staune – er trotz seiner losen Klappe eine perfekte Ergänzung für die X-Force darstellt. Ansonsten ist es das übliche Problem derartiger Geschichten, die vor dem Hintergrund so umwälzender Ereignisse spielen, dass die Charaktere manchmal drohen in den Wirren der Handlung unterzugehen. Der Drahtseilakt gelingt dem Autor aber noch recht gut, weshalb man mit offenem Mund das sich entfaltende Geschehen verfolgen muss. Kann es wirklich noch schlimmer kommen ... ja, kann es!

Die neue X-Force 4 ist ein sehr ernster und dem Thema entsprechend pessimistischer Band, bei dem man die Hoffnung manchmal wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen muss. Und getreu dem Motto, es wird immer erst schlimmer, bevor es besser werden kann, endet die Ausgabe mit einer Tragödie, die in ihren Proportionen zuletzt den Civil War der Marvel-Helden auslöste. Die Helden sind geschlagen und die Zukunft wieder auf jenes Gleis gebracht, welches sie eigentlich nie wieder belegen sollte. Schlimmer kann es gerade nicht mehr kommen. Die Wartezeit bis September kann also recht lange werden

Besonders auffällig ist in der Dark Angel Saga mal wieder, wie stark die Qualität der Bilder schwanken kann, wenn der Tuscher wechselt. Obwohl die ersten Kapitel von demselben Zeichner gestaltet werden, wirkt gerade der Schluss von Chapter 4 als wäre zur Mühe auch noch die Zeit verloren gegangen – man sollte allein den Beginn von Kapitel 2 damit vergleichen. Die packende Überleitung gelingt so leider nicht, was der grandiose Jerome Opeña gänzlich vergessen macht. Einfach nur Wow! Genau so sollte das nächste Kapitel der Dark Angel Saga aussehen. Realistischere, fein ausgearbeitete Zeichnungen, die eher an die Großen aus Frankreich erinnern, als an die Durchschnittsware aus den Superheldencomics. Hebt den guten Schnitt von Die neue X-Force 4 ungemein


Fazit:
Man on a mission. Rick Remender hat einiges mit seiner X-Force vor und greift dabei tief in die Historie der X-Men und Ihres Age of Apocalypse. Für Kenner sicherlich eine spannende Lektüre, alle anderen werden dagegen etwas Zeit benötigen, um mit den vielen Bezügen klar zu kommen. Spannend ist das Entdecken beziehungsweise Wiedererkunden allemal.


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X-Men Sonderband: Die neue X-Force 4

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,95

ISBN 10:
4-192359-514959

124 Seiten

Positiv aufgefallen
  • für Nostalgiker eine wahre Freude
  • umwälzende Ereignisse und epochale Gefahren
  • eindeutig Jerome Opeña
Negativ aufgefallen
  • Neulinge müssen erstmal X-Historie kauen
  • alberne Momente und zeichnerische Durchhänger
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Rezension vom: 03.07.2012
Kategorie: X-Force
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