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Comic-Besprechung - X-Men Sonderband: Daken - Dark Wolverine 2

Geschichten:
Das Lied vom Waisenkind, Teil 4
Autor:
Marjorie Liu
Zeichner: Sana Takeda
Farben: Sana Takeda

Imperium, Teil 7
Autor:
Daniel Way
Zeichner: Augustin Padilla
Farben: Frank d’Armata

Kollision, Teil 1 - 4
Autor:
Daniel Way, Marjorie Liu
Zeichner: Ryan Stegman, Marco Checchetto, Matteo Buffagni
Tuscher: Michael Babinski, Matteo Buffagni, Marco Checchetto
Farben: John Rauch, Frank d’Armata

Story:
Daken bastelt weiter an seiner Vorherrschaft in Madripoor, da macht sich seine „Schwester“ auf den Weg in die Stadt. Zusammen mit Gambit jagt sie einen Ehemaligen des Waffe-X Projektes, der mal wieder mit einem Heilserum experimentiert. Bevor er jedoch mit seinen Experimenten wieder viel Unheil anrichten kann, will X-23 ihn unschädlich machen. Nur leider durcjkreuzt sie dabei Dakens Pläne, der mit dem Mann sein ganz eigenes Vorhaben verwirklichen will. Eine Kollision der beiden Klauenmenschen ist so unvermeidlich und bald versinkt Madripoor erneut in Blut und Schweiß, nachdem es gerade den Coup d’Etat von Daken überstanden hat.


Meinung:
Daken hat die Herrschaft über die kriminelle Welt von Madripoor erlangt. Als Leser kann man irgendwie immer noch darüber rätseln, wie eigentlich. Auch wenn der letzte Teil des bereits im Vorgängerband begonnenen Zyklus mit abgedruckt ist, wundert man sich schon. Entweder ist Daken der gerissenste Schweinehund unter der Sonne oder selbst der Einfältigste (sagen wir zum Beispiel Forrest Gump) hätte die Stadt mit Leichtigkeit einnehmen können und das es bisher noch nicht geschah, lag einfach daran, dass es bisher niemand versuchte.

Woran liegt es, dass man dem lieben Daken seinen Erfolg nicht für einen Moment abnimmt? Vermutlich hat es mal wieder mit dem Versäumnis der Macher zu tun sich an die Regel Show-Don’t-Tell zu halten. Es wird viel darüber geredet, was sich so alles verändert hat in der Madripoorer Unterwelt, davon miterleben tut man das Wenigste. Man darf nicht vergessen, dass Daken kurz nach seiner Übernahme Madripoors bereits viele Machenschaften am Laufen hat, er gefühlt aber gerade erst zum Man at the Top aufgestiegen ist. Er hat Handlanger, obwohl er außer Tyger Tiger nichts wirklich in der Hand zu haben scheint. Das passt eben nicht zusammen und man hat das Gefühl einem sei ein Teil der Geschichte einfach vorenthalten worden. Da haben die Autoren eindeutig zu sehr vom Ende her gedacht.

Es ist dasselbe Lied, welches sich bisher durch nahezu alle Auftritte von Daken zog, selbst als er noch bei den Dark Avengers war. Zusammengefasst: BLA! Ich tue dies, ich tue das, um jenes zu erreichen, alles verläuft nach Plan. Dieser ominöse Plan schwebt über allem, was in Dakens Leben in der letzten Zeit geschah, nur viel von gesehen hat man nicht. Bezeichnenderweise stand er einmal während The Siege ganz schön gelackmeiert da, als all sein Taktieren schön in die Hose ging. Reagiert hat er wie ein kleines Kind und drehte erst einmal durch.

Grundsätzlich ein interessanter Ansatzpunkt. Ausgerechnet Daken, der ohnehin mit seiner Vergangenheit, vor allem seinem Vater, hadert - diesem nacheifern will ebenso, wie er möglichst gar nicht so sein will wie dieser - dessen hohe Ansprüche aber sämtlichst an der Realität scheitern oder sich als Chimären seines großen Egos darstellen. Wenn, ja wenn die Autoren nicht das ewige Lamentieren ihrer Hauptfigur nicht selbst irgendwann Ernst nehmen würden. Vielleicht alles nicht so schlimm, da man sich inzwischen daran gewöhnt hat bei dem lieben Irokesen, allerdings kommen im aktuellen Band ein paar andere Dinge hinzu, die alles etwas schwer verdaulich machen.

Selbst wenn man Daken mögen will, er macht es einem wirklich nicht gerade einfach. Beziehungsweise machen die Autoren und Panini es einem nicht leicht. Dabei ist es durchaus sinnvoll eine Story, die in den U.S.A. über zwei Serien wechselseitig verteilt war, einfach in einer einzigen Ausgabe zusammen zu fassen. Aber irgendwie geht das Konzept nicht auf und man hat zwar eine Ahnung davon, was passiert, aber im Grunde versteht man kaum die Bedeutung des Geschehens. Und blöd ist es irgendwie schon, dass ich X-23 lesen muss, um Daken zu verstehen und umgekehrt.

Irgendetwas mit X-23, Daken, natürlich dem Waffe-X Projekt, Madripoor, dem Heilfaktor, etc. Mehr als eine Gemengelage all dieser Motive will sich aber aus X-Men Sonderband: Daken  - Dark Wolverine 2 nicht herauskristallisieren. Alles gleitet recht konzeptlos voran und strapaziert die Geduld. Nach neun US-Ausgaben Daken sollte man eigentlich ein Gefühl für den Charakter bekommen. Stattdessen scheint es immer weniger zu sein, was diese Figur wirklich und wahrhaftig zum Erleben beiträgt. Inzwischen ist es auch nicht mehr pfiffig, wenn Wolvies Sohn beständig die Seiten zu wechseln scheint und alle Nase lang eine weitere Kehrwendung eingebracht wird. Daken kämpft gegen X-23 (warum wird nicht so richtig klar), verbündet sich mit X-23 gegen Malcolm Colcord (den Bösewicht?!), Daken verbündet sich mit Colcord und kneift X-23 in den A#*$!, Daken agiert wieder gegen Colcord. Das könnte man wahrscheinlich jede Ausgabe und ad infinitum mit wechselndem Personenstand machen, eine Geschichte wird daraus aber auch beim x-ten Mal nicht entstehen.

Die Handlung sollte sich endlich mal zusammenreißen und wenigstens so etwas wie einen ordentlichen Plot abliefern. Welcher Leser wird mit einer Figur warm, deren Erlebnisse einen alle zwei Seiten aus dem Tritt geraten lassen, so dass man sich fragt, warum man eigentlich noch weiter liest? Eine tödliche Frage, gerade für eine relativ neue Serie. Es ist ja auch kein geheimnis mehr und jetzt bei Licht betrachtet auch kein Wunder, wenn die Serie in den U.S.A. schon ihr Requiem hinter sich hat. Da können Comic-Universen gerelauncht werden und so viele „einsteigerfreundliche“ 0.1, 1.1 oder 12.1-Ausgaben auf den Markt geworfen werden. Am Ende entscheidet die gute Geschichte über Knall oder Fall und nicht die kurze Aufregung.

Außer Meckern und mahnend die gichtigen Finger schwingen und über die schlechten Zeiten klagen beim Rezensenten mal wieder nichts zu holen? Doch, doch. Denn wo Schatten, da muss auch irgendwo Licht sein (sei es auch noch so klein) und man muss sagen, dass der Zeichnerwechsel dem Snikt-Sohn durchaus gut tut. Guiseppe Camuncolis Arbeit in der letzten Ausgabe in allen soliden Ehren, aber Marco Checchetto und irgendwie auch Ryan Stegman und Matteo Buffagni wissen mit Daken gut umzugehen. Düster und schmutzig bei ersterem, sicherer Strich und klares Konzept bei letzteren, ohne dass bei beiden die Schwarzflächen in Tinte ertrinken müssen. Lowlight ist dagegen Sana Takeda dessen erheblich Manga-angehauchter Stil so ganz aus dem Rahmen fällt und sich nicht in den Kontext fügen will. Er wäre eindeutig bei einer anderen Serie besser aufgehoben gewesen, denn schlecht ist seine Arbeit nun wirklich nicht, nur eben unpassend.


Fazit:
X-Men Sonderband: Daken  - Dark Wolverine 2 liest sich wie die letzten Ausgaben eines ermatteten Kreativteams. Von Plot und Handlungsstruktur scheinen die Autoren nicht viel zu halten. Den Leser an der Geschichte teilhaben zu lassen anscheinend auch nicht. An sich interessante Charaktere werden hier gnadenlos vor die Wand gefahren – auch die einzig wirkliche Kollision des Comic. Allein die Zeichnungen trösten ein wenig über die magere Geschichte hinweg. Aber ohne Arme nun mal keine Kekse!


X-Men Sonderband: Daken - Dark Wolverine 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

X-Men Sonderband: Daken - Dark Wolverine 2

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 10:
4-192359-016958

148 Seiten

Positiv aufgefallen
  • manche Zeichner machen gut was her
Negativ aufgefallen
  • zerfahrene Geschichte ohne Konzept
  • Tell-Don't-Show
  • definitiv NOT the best there is!
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Rezension vom: 22.06.2012
Kategorie: Wolverine
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