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Comic-Besprechung - Batman Collection: Mike Mignola

Geschichten:
Blutige Schatten der Vergangenheit
Autor:
Brian Augustyn
Zeichner: Mike Mignola
Tuscher: P. Craig Russell
Farben: David Hornung

Batman: Schatten über Gotham
Autor:
Mike Mignola, Richard Pace
Zeichner: Troy Nixey
Tuscher: Denis Janke
Farben: Dave Stewart

Sanctum
Autor:
Dan Raspler, Mike Mignola
Zeichner: Mike Mignola
Farben: Mark Chiarello

Ein Mann aus Lehm!
Autor:
Steve Purcell
Zeichner: Mike Mignola
Tuscher: Kevin Nowlan
Farben: Matt Hollingsworth

Das Gaswerk
Autor:
Mike Mignola, Troy Nixey
Zeichner: Troy Nixey

Story:
Batman in einem viktorianisch angehauchten Gotham auf der Jagd nach Jack the Ripper oder auf der Jagd nach Ra’s al Ghul, der versucht die Großen Alten in die Stadt des dunklen Ritters zu locken und das Ende der Welt einzuläuten. Hauptsächlich düster bietet die Batman Collection: Mike Mignola auch mal unerwartet heitere Aspekte, bleibt sich und dem im Vordergrund stehenden Künstler allerdings von Anfang an treu. Wer Mike Mignola bestellt, der bekommt ihn auch. Und daher muss Batman mit allerlei Unvertrautem auskommen, von Tentakelwesen bis hin zu verlorenen Seelen, die ihm ans Blut wollen. Für Mignola das täglich Brot. Jetzt in einer vollständigen Sammlung aller Abenteuer, die der Schöpfer von Hellboy mit dem Wächter von Gotham kreierte. Neben den Fußnoten sind echte Klassiker dabei, die auch heute noch zu den beliebtesten Geschichten des Bat-Kosmos zählen.


Meinung:
Wow, alle Batman-Geschichten von Mike Mignola. Wer einen graphischen Leckerbissen des Ausnahmekünstlers erwartet, wird die erste Enttäuschung gleich zu Anfang erleben. Vom „Meister“ selbst gezeichnete Geschichten machen den geringsten Teil der Batman Collection: Mike Mignola aus. Der Rest ist graphisch ... nun, ja ... durchwachsen. Wenn er allerdings nicht selbst den Bleistift gespitzt hat, so war Mike Mignola zumindest als Autor beteiligt. Also alles wieder gut für Mignola-Fans!?

Es sind nicht die gewöhnlichen Batman-Abenteuer, die man serviert bekommt, sobald Mike Mignola involviert ist. Jack the Ripper, die großen Alten oder Leben aussaugende Seelen machen die Seiten der Sammlung unsicher. Zurückhalten tut sie sich dabei nicht und beginnt auch gleich mit einem Klassiker, der vor Jahren die Elseworld-Geschichten aus der Taufe hob. Das cremige zuerst, die trockene Waffel am Schluss? So in etwa kann man es sehen, wenn man auf den Abschluss schaut. Aber wen stört es, wenn ein Bruce Wayne um die Jahrhundertwende in Gotham den berüchtigten Ripper von London aufhalten muss, der die Stadt unsicher macht. Was ist, wenn dann Batman beziehungsweise Wayne selbst als Verdächtiger dasteht und der liebe Jack plötzlich ungeniert weiter morden kann. Was, wenn den Mörder ein dunkles Geheimnis mit Batman verbindet. Ungewöhnliches Szenario, klasse Thema und alles von Mike Mignola in Szene gesetzt. Top!

Schatten über Gotham, die folgende Geschichte, greift das Thema Elseworld wieder auf. Diesmal wird aber kräftig Lovecraft in die Suppe gerührt, was Mignola-Fans zum einen nicht überraschen dürfte, zum anderen eine gewisse Redundanz entwickelt. Altbekannt ist jetzt gar nichts mehr und die Figuren aus dem Bats-Kosmos werden bunt durcheinander gewürfelt. Ra’s al Ghul ist quasi der verrückte Araber des Necronomicon (von Lovecraft ja immer gerne zitiert), Mr. Freeze der Mann aus der Lovecraft-Kurzgeschichte Kühle Luft und, und, und. Anspielungen findet man genug, vielleicht sogar zu viele. Einige Elemente wirken doch recht erzwungen, wie zum Beispiels Oliver Queens Auftritt als eine Art bogenschießender Templer und das Finale ist auch nahe dran überladen zu sein. Aber alles in allem stimmt die Mischung und man kann an dieser Batman vs. Cthulhu-Geschichte durchaus seine Freude haben.

Die lediglich etwas durch die Zeichnungen getrübt wird. So gerne man natürlich Mignolas Kunst selbst gesehen hätte, hat der Zeichner Troy Nixey seinen Stil bei Erscheinen von Schatten über Gotham noch nicht ganz im Griff gehabt. Manche Komposition wirkt noch zu steif, den Gesichtern fehlt teils die nötige Ausarbeitung und ab und an können sie mit der Dramatik der Handlung nicht mithalten. Dafür gelingen Nixey uimmer wieder sehr stimmungsvolle Abschnitte, teils verstörend, die sich hinter Mignolas Arbeiten in diesem Belang nicht verstecken müssten. Sieben Jahre später dreht Troy Nixey in Jenny Finn: Doom Messiah richtig auf und man wünscht sich er würde Schatten über Gotham einfach nochmal zeichnen ... in schwarz/weiß.

Nixey bestreitet auch das Ende des Bandes und schließt alles leider mit einem eindeutigen Misston ab. Das Gaswerk ist schon als Geschichte nicht interessant und eindeutig wegen der Vollständigkeit in der Batman Collection: Mike Mignola. Weder auf Handlungs- noch auf graphischer Ebene schafft es die Geschichte über Mittelmaß und endet mit einem seltsamen Monolog Batmans. Aber was soll’s. Zuvor hat man nach Schatten über Gotham noch zwei weitere Geschichten Zeit, um den enttäuschenden Schluss gut zu verkraften.

Sanctum ist eine von Ihnen und bietet wieder gewohntes Mignola-Futter. Wenn man ihr eines vorwerfen kann, ist es vielleicht etwas Potential zu verschenken und allzu erwartungsgemäß zu enden. Aber sollte man nicht mehr erwarten, wenn der Bösewicht Drood heißt? Ein Name der Leser von Dickens Romanen aufhorchen lassen sollte. Das Geheimnis des Edwin Drood ist der letzte Dickens Roman und blieb leider unvollendet. Das Verschwinden des Edwin Drood im Roman wird nie geklärt und so endet Dickens letzte begonnene Arbeit mit jeder Menge loser Fäden. Angesichts dieser Parallele im Namen verschenkte Möglichkeiten, wenn man sieht, wie Raspler und Mignola die Hintergrundgeschichte des Schurken allzu gewöhnlich aufziehen. Die Stimmung passt jedenfalls, auch wenn viele Einstellungen dem an Mignolas Zeichnungen gewöhnten Augen schon bekannt vorkommen dürften. Den radikalen Schnitt machte der Hellboy-Schöpfer auch erst nach seinem Sprung zu Dark Horse und dem Höllenjungen.

Die folgende Geschichte Ein Mann aus Lehm! ist im Grunde die heimliche Perle des Bandes, greift es doch wunderbar die Stimmung der TV-Serie mit Adam West auf und adaptiert auf charmante Weise deren leichten und manchmal recht albernen Ton. Und ja, ein bisschen trashig war sie auch. Den bekannten Titelsong mit seinem „Dadadadadada ... Batman“ würde man am liebsten bei der Lektüre hören.

Und jetzt kurz einen Applaus für die Panini-Redaktion, dass sie der netten Episode um Clayface einfach die Pointe kaputt macht. Das Händchen für einen augenzwinkernden Schluss haben sie nicht bewiesen, stattdessen wirken sie an der unangebrachtesten Stelle allzu pedantisch. Manche Kommentare kann man ja auch in die Redaktionsseiten verfrachten und wenn die nicht zur Verfügung stehen, dann lautet die ewige Regel Nummer 1: Einfach mal die Fresse halten!

Ein ordentliches Paket wurde für Freunde des dunklen Rächers und Mike Mignola geschnürt, welches mal eine andere Seite von Batman beleuchtet. Auf der anderen Seite funktioniert die Kombination Mignola und Batman auch nur, wenn der düstere Held abgewandelt oder auf anderen Pfaden unterwegs ist. Einem klassischen Abenteuer mit Batman als bodenständigem Detektiv und Superheldenaction ermangelt es anscheinend an der gewissen phantastischen oder übernatürlichen Note für die Mike Mignola so bekannt ist. Das kann man als besondere Kenntnis des Sujets bezeichnen oder Mignolas Unfähigkeit sich anderen Stoffen anzupassen. Die Batman Collection: Mike Mignola enthält dazu jedenfalls keine Antwort und vielleicht sollte man auch nicht allzu sehr wühlen, denn mit Hellboy und dem verwandten Kosmos hat der immer als brummig beschriebene Mignola ja ohnehin sein Lebenswerk gefunden.


Fazit:
Die komplette Batman-Sammlung von Mike Mignola. Irgendwie weniger als man anfangs meinen sollte, aber unverkennbar mit der gewohnten Bandbreite (oder –schmäle) des Schöpfers von Hellboy. Kleinere Durchhänger sind unvermeidlich, im Paket können die Geschichten aber überzeugen und bieten sogar einen veritablen Klassiker auf. Und manche kleine Perle kommt ganz unvermutet. Für alle Fans von Batman und Lovecraft das Richtige.


Batman Collection: Mike Mignola - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Batman Collection: Mike Mignola

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,95

ISBN 13:
978-86201-323-4

252 Seiten

Batman Collection: Mike Mignola bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Mike Mignola ... Überraschung!
  • ein echter Klassiker im Paket
  • plus eine humorvolle Perle
Negativ aufgefallen
  • zeichnerisch nicht immer auf der Höhe
  • Mignola kommt aus seiner lovecraft'schen Haut nicht heraus
  • das war schon alles
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Rezension vom: 19.06.2012
Kategorie: Batman
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