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Comic-Besprechung - Powers 1: Wer ermordete Retro Girl?

Geschichten:
Powers 1: Wer ermordete Retro Girl?
Autor
: Brian Michael Bendis
Zeichner: Michael Avon Oeming
Colorist: Pat Garrahy

Story:
Detective Christian Walker hat gerade so seine Not mit Frauen. Zunächst bekommt er ein junges Mädchen unter seine Obhut gestellt, die ein Verbrechensopfer ist. Und dann bekommt er noch einen neuen Partner: ebenfalls weiblich (ganz offensichtlich) und nicht gerade auf den Mund gefallen. In einer Stadt in der sich Superhelden und Superschurken regelmässig bekämpfen gibt es doch sowieso schon genug Ärger für die Beamten der Mordkommission. Zu allem Überfluss wird dann eine der beliebtesten Heldinnen ermordet: Retro Girl. Während der Ermittlungen muss Walker erkennen, dass er wohl seine eigenen Geheimnisse bald wird preisgeben müssen.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Was ist der wohl undankbarste Job in einer Welt voller Superhelden? Zum einen sind es natürlich die Polizisten, deren Tätigkeit im Angesicht von kostümierten Helden marginalisiert wird, oder von Schurken als Kanonenfutter gebraucht werden. Meist dürfen sie nach den Scharmützeln nur die Brosamen aufräumen. Diese Aspekte gab es etwa schon in manchen Batman-Nebenserien zu sehen. Etwa wie es in Gotham Central gezeigt wird. Aber an einen Berufszweig hat man wohl bislang nicht gedacht gehabt: die Leichenbeschauer. Denn wie sollen sie an einem toten Superhelden eine Autopsie vornehmen? Wie schneidet man jemanden auf der unverwundbar ist? Wie will man so an Erkenntnisse kommen, welche die Ermittlungen entscheidend weiterbringen? Das ist nur eine der vielen schönen Ideen in diesem Band der schon vor 10 Jahren in den USA erschienen ist und völlig zu Recht mit dem Eisner-Award als "Beste neue Serie" bedacht worden ist.

Starautor Brian Michael Bendis verbindet hier gekonnt Noir mit Superhelden, was das ganze recht düster macht, aber durchaus Witz hat. Manches Mal erinnert das an die Serien von Brubaker von der Tonlage her. Schließlich hat schon Brubaker Superhelden mit Noir-Stories verknüpft. Vor allem in Sleeper und Inkognito. Aber im Gegensatz zu Brubaker entscheidet sich Bendis für die Sicht derjenigen ohne Kräfte. Die Detectives Walker und Pilgrim haben keine besonderen Fähigkeiten, sondern sind scheinbar normale Menschen, die einem schwierigen Beruf nachgehen. Denn wie sollen normale Polizisten der Mordkommission Schurken verhören, die scheinbar allmächtig sind? Trotzdem ist die Stimmung nicht düsterer als bei Brubaker, wobei die moralische Verkommenheit in Powers lange nicht so ausgeprägt ist. Der gekonnte und zwischendurch eingesäte Witz spielt da eine große Rolle und sorgt wenn schon für nicht eine heitere Stimmung, obwohl man einige Male laut lachen wird, sondern schon für eine Auflockerung.

Wird Brian Michael Bendis eigentlich nach Wörtern bezahlt? Diese Frage muss man sich schon stellen, denn es wird wieder einmal in einer seiner Serien sehr viel geredet. Im Gegensatz zu ähnlich wortlastigen Serien wie etwa Scarlet ist hier die Realitätsnähe der Dialoge aber sehr gelungen und es gibt kaum endlose Monologe. Nur die Sprechblasenführung ist sehr verwirrend und manchmal recht uneindeutig.

Vor allem ist die Serie mehr Krimi als Superheldengenre, was sie für einen weiten Leserkreis öffnet. Denn die Story hat alles was eine gute braucht: Spannung, Komplexität, gute Charakterisierungen, gute Figuren, viel Phantasie und vor allem sind die verschiedenen inhaltlichen Elemente gut gemischt. Nur der Fang des Mörders ist sehr arg konstruiert. Aber Bendis bekommt auch hier wieder einen Dreh hin und kann es mit den Motiven des Mörders begründen. So wirkt das dann alles wie aus einem Guss.

Als wäre das alles noch nicht genug, so ist Powers auch noch graphisch sehr gelungen (man beachte hier auch die vielen Extras). Wie bei einer Noir-Story üblich spielt auch die Stadt an sich eine wesentliche Rolle. Gerade hier merkt man einen gewissen Einfluss von Frank Miller (die parallel zur Handlung verlaufenden Nachrichten in einem Kapitel könnten ebenfalls von ihm stammen) und vor allem von Will Eisner. Insbesondere wenn sich Einzelpanel in ein sehr großes einfügen. So ist beispielsweise eine Seite ein Panel in dem ein Haus und dessen Straße dargestellt wird. Anstatt nun Fenster zu zeigen, werden kleinere Panels eingebettet, in denen sich die Handlung innerhalb des Hauses abspielt. Somit geben sie gleichzeitig vor, in welchem Gebäude oder an welchem Ort diese Handlung der kleinen Panel gerade spielt. Das ist nicht nur ökonomisch verdichtet, sondern bezieht die Stadt an sich in die Handlung mit ein. Das wurde ja auch schon von Will Eisner selbst in Spirit durchgeführt. Der cartoonartige Strich könnte manche abschrecken, passt aber hervorragend zu der Serie, da nicht zuletzt
damit deutlich gemacht wird, dass Superhelden nicht realistisch sind. Zudem sind die Zeichnungen kaum mit Farbe versehen, was gut zu dem Thema passt. Vor allem das Schwarz und die Grautöne überwiegen. Alles zusammen ergibt eine hervorragende Symbiose von Text, Story und Bild. Und man kann als Fazit nur sagen: Genial und mehr davon!



Fazit:
Genial!! Spannung, Witz, Action und viele gute Ideen jagen sich hier geradezu. Die dazu passende graphische Umsetzung macht auch die vielen Einflüsse deutlich. Nicht nur Fans von Bendis können hier zugreifen, sondern auch Fans von Frank Miller, Will Eisner und Ed Brubaker. Und alle die Noir-Stories lieben. Und Superhelden. Und gute Stories. Und...ach, einfach alle.

Powers 1: Wer ermordete Retro Girl? - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Powers 1: Wer ermordete Retro Girl?

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,95

ISBN 10:
3862013014

ISBN 13:
978-3862013012

196 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Story
  • gekonnt eingestreuter Witz
  • graphische Umsetzung
  • Verweise auf große Vorbilder
Negativ aufgefallen
  • Sprechblasenführung
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
Bewertung
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Rezension vom: 26.03.2012
Kategorie: Powers
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