SplashpagesSplashbooksSplashcomicsSplashgamesComicforumImpressumEntertainweb


In der Datenbank befinden sich derzeit 14.050 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...
Rezensionen Splash! Hits Covergalerie Checkliste Gesammelte Leseproben

Comic-Besprechung - Grimm Fairy Tales: Mythen & Legenden

Geschichten:

Grimm Fairy Tales: Mythen und Legenden
Autor
: Raven Gregory, Joe Brusha, Ralph Tedesco
Zeichner: David Miller, Novo Malgapo (Kapitel 3)
Colorist: Jason Embury, John Hunt (Kapitel 5)

Rotkäppchen
Autor
: Ralph Tedesco, Joe Tyler
Zeichner: Joe Dodd
Inker: Justin Holman
Colorist: Lisa Lubera



Story:
In einer ländlichen Gegend im US-Bundesstaat South Dakota befindet sich ein Sanatorium, das sich darauf spezialisiert hat, die jugendlichen Kinder reicher Familien zu behandeln. Das ist für die Psychiater und Pfleger selten ein leichter Job da sich die Teenager der Therapie gegenüber als ziemlich resistent erweisen. Konflikte
und Spannungen innerhalb des Personals machen das alles nicht gerade besser. Als eine Wache brutal ums Leben kommt, liegen die Nerven verständlicherweise blank. Ein aufkommender Sturm schneidet die Nervenheilanstalt dann endgültig von der Außenwelt ab unddie Verbleibenden müssen zu ihrem größten Schrecken erkennen, dass sich noch jemand in dem weitläufigen Haus aufhält. Und das ist kein Mensch. Und es hat Hunger auf Menschenfleisch.

Meinung:

Die Idee, aus Märchen eine Horrorstory zu schmieden, ist bestechend, aber nicht mehr allzu neu. Schließlich fußt das gesamte Horrorgenre auf Märchen und bedient sich derer Elemente. Sagen, Mythen, Legenden und Märchen wurden im Laufe der literaturhistorischen Entwicklung immer wieder als Ursprung für Horrorgeschichten genommen. So wurden etwa mythische Wesen zu den modernen Monstern, wie etwa die Drachen.

Die Macher von Grimm Fairy Tales haben sich dann auch vorgenommen, das Märchen vom Rotkäppchen als eine Horrorstory neu zu erfinden. Leider haben sie wohl übersehen, dass dieses schon sehr oft geschehen ist. Zudem konnten sie sich dann auch nicht genug von den Vorgängern lösen. So liest sich das dann auch als eine Mischung der Filme Zeit der Wölfe und Red Riding Hood sowie der Comicserien Fables und Wonderland. Letzteres ist kein Wunder, denn die Macher sind dieselben. Und wurde in Wonderland eine Horrorvariation von Alice im Wunderland abgeliefert, so kommen jetzt also die Märchen dran.

Generell hätte man mehr daraus machen können. Der Märchenbezug wird abgesehen von der allernotwendigsten Grundstruktur kaum verfolgt, sondern macht eher deutlich, dass sich das heutige Horrorgenre, egal in welchem Medium, aus den Märchen entwickelt hat. Rotkäppchen ist nicht mehr nur ein kleines Mädchen, sondern eine attraktive junge Frau und der Wolf ist kein reines Tier, sondern ein Werwolf. Das wurde auch schon in den beiden oben genannten Filmen umgesetzt. Und nur diese Übertragung vorzunehmen ist auch in Hinsicht auf die selbst gesteckte Zielsetzung des Bandes sehr dürftig. Mehr wird aus der Märchenvorlage nicht gemacht.

So ist der Band vor allem ein ordentlicher, aber doch recht überraschungsarmer Horrorbeitrag, der viele bekannte Elemente miteinander vereint und Spannung, Blut und viele Pin-Up-Bilder liefert (auch unabhängig von dem umfangreichen Anhang). Gänzlich neu ist auch das nicht. Jugendliche Insassen einer Psychiatrie (oder eines Krankenhauses) waren schon oftmals begehrtes Objekt von Schurken. Nightmare on Elm Street 3, Wrong Turn 4, Insanitarium, Halloween 2 und Cold Prey 2: alle diese Filme spielen in Psychiatrien oder Krankenhäusern. Nur kommen in diesem Comicband mal keine Serienmörder oder Kannibalen vor, sondern eben Werwölfe. Das ist zwar ein neuer Aspekt. Ansonsten läuft aber alles wie gehabt ab. Immerhin kommt eine klaustrophobische Stimmung auf und der Band gerät recht blutig mit einigen Splattereinlagen, was zumindest Horrorfans auf ihre Kosten kommen lassen wird.

Manchmal kommen auf der zeichnerischen Ebene Fehler in der Panelanordnung vor (so ist ein abgerissener Arm zu sehen, bzw. eher nicht, obwohl er erst im nächsten Panel unsanft amputiert wird). Es gibt auch viel zu viele Posen in einer Pin-Up-Manier, die zwar nett anzusehen sind (selbst die männlichen Figuren haben eine Körperstellung im Sinne von "Brust raus"), aber leider geht sehr auf Kosten der zeichnerischen Dynamik.

Auch das die letzte Geschichte, mit einem viel deutlicheren Märchenbezug versehen und den persönlichen Hintergrund der Heldin liefert, nicht vor der Hauptstory erzählt wurde, ist etwas schleierhaft. Nicht nur werden in der Hauptstory immer wieder redaktionelle Hinweise auf diese "Origin"-Story gegeben, sondern für das Verständnis der Heldin und der Entwicklung gegen Ende ist diese Geschichte essentiell. Die hätte eher an den Anfang des Bandes gehört, da so die Chronologie eingehalten worden wäre.

Alles in allem ist das ein ganz netter Band, der zu unterhalten vermag, aber bei weitem nicht das selbstgesetzte Ziel und auch nicht die damit verbundenen Erwartungen erfüllt. Der Hinweis auf einen interdimensionalen Krieg, in dem Märchenfiguren eine große Rolle spielen, ist natürlich eine eklatante Kopie der genialen Serie Fables. Aber bislang ist Grimm Fairy Tales nicht die neue Fables-Serie. Aber vielleicht entwickelt sich das ja immerhin noch zu einer sehr soliden Horrorserie ohne das eine andere erfolgreiche Serie kopiert werden muss. Das jedenfalls etwas Größeres in Anmarsch ist als nur ein einzelner Werwolf, deutet sich nicht nur gegen Ende des Bandes mehrfach an.



Fazit:
Grimm Fairy Tales hat den Anspruch aus Grimms Märchen moderne Horrorgeschichten zu machen und möchte anscheinend die neue Fables-Serie werden. Beide Ansprüche werden nicht erfüllt und so werden auch die Erwartungen enttäuscht. Der Märchenbezug ist recht gering. Aber immerhin gibt es eine spannende und blutige Horrorstory die zu unterhalten vermag. Neu und innovativ ist das aber nicht, da viele bekannte Elemente aus Horrorfilmen vorkommen. Für den Grusel zwischendurch ist das aber geeignet.

Grimm Fairy Tales: Mythen & Legenden - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Grimm Fairy Tales: Mythen & Legenden

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 10:
386201309X

ISBN 13:
978-3862013098

144 Seiten

Grimm Fairy Tales: Mythen & Legenden bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Idee
  • Stimmung, Blut und Spannung
  • Pin-Up-Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • keine zeichnerische Dynamik
  • nicht Innovativ
  • selbst gesteckte Ansprüche nicht erfüllt
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
Bewertung
Du kannst diesen Comic hier benoten.

Persönlichen Bookmark setzen für diese Seite
Diese Seite als Bookmark bei Blinklist hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei del.icio.us hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Digg hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Fark hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Furl hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Google Bookmarks hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Mister Wong hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei myYahoo hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Netscape hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Newsvine hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Reddit hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei StumbleUpon hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Technorati hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Yigg hinzufügen  
Oder diesen Dienst benutzen: Social Bookmark Button

Rezension vom: 28.02.2012
Kategorie: Rezensionen
«« Die vorhergehende Rezension
Die neue Welt 1: Emy
Die nächste Rezension »»
Stephen Kings N.
Leseprobe
Zu diesem Titel liegt derzeit keine Leseprobe vor. Sie sind Mitarbeiter des Verlags und daran interessiert uns für diesen Titel eine Leseprobe zu schicken? Dann klicken Sie hier...
Das sagen unsere Leser
Die Rezensionen unserer Leser
Unser Leser Huijio schreibt dazu:Note: 1
Rotkäppchen überall!
Bei all den aktuellen Rotkäppchen-Varianten in Comicform weiß man gar nicht mehr, wo man noch anfangen soll.

Rotkäppchen-Fragmente, Grimms Manga, Manga-Madness: Blutrotkäppchen, das Rotkäppchen vom Umfug Verlag usw.

Man sollte die mal alle gegeneinander antreten lassen.