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Comic-Besprechung - Flashpoint 1

Geschichten:
Flashpoint – Chapter one
Autor:
Geoff Johns
Zeichner: Andy Kubert
Tusche: Sandra Hope
Farben: Alex Sinclai

Story:
Nur ein kurzes Nickerchen. Das dachte sich Barry Allen wohl als er an seinem Schreibtisch einschlief. In einer anderen Realität aufzuwachen, in der er keine Kräfte mehr hat und einiges anders verläuft, daran hat er sicherlich nicht gedacht. Aber wer hätte das schon. Jetzt muss er sich in einer Welt zurechtfinden, in der die Amazonen unter Wonder Woman gegen die Atlanter von Aquaman Krieg führen und zwar einige bekannte Helden durch die Städte streifen, aber nicht die sind, als die man sie bisher kennen lernte. Barry Allen muss sich nun auf Spurensuche begeben, was ihn in diese Welt verschlagen hat und vor allem zu welchem Zweck.


Meinung:
Barry Allen hat schon einiges an Superhelden-Aufregung hinter sich und die ein oder andere Alternativrealität wird auch dabei gewesen sein. HerrGott!, der arme Mann opferte sich sogar, um die Erde zu retten und kehrte erst vor einiger Zeit wieder in den vertrauten Pantheon der Helden zurück. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen blieb er nämlich eine ganz schöne Zeit lang im Reich der Toten. Geoff Johns sei dank, ist er wieder da. Geoff Johns sei dank, findet sich Barry Allen in Flashpoint 1 plötzlich in einer anderen Welt wieder. Es wird all seine Erfahrung sein, die ihn das so gelassen, unbeeindruckt und abgebrüht hinnehmen lässt. Seine tote Mutter steht auf einmal quicklebendig wieder vor Barry, als wäre nichts gewesen. Genau jene Mutter von der angedeutet wird, dass ihr Tod bisher ungelöst in den Polizeiarchiven schlummerte, und alles, was Barry Allen als Kommentar in den Mund kommt, ist ein „Hallo Mum.“!? Dass seine Kräfte weg sind, ist auch nicht mehr als eine vorübergehende Fußnote. Ein bisschen schockierter hätte er dann jedenfalls sein dürfen.

Allzu entfremdet durfte Barry Allen vielleicht auch nicht dargestellt werden, denn in einem Interview äußerte der Autor wohl die Auffassung, dass Flashpoint das zugänglichste Event sei an dem Geoff Johns je gearbeitete habe. Und natürlich fiel in diesem Zusammenhang das Zauberwörtchen „Quereinsteiger“ und vermutlich auch „Neueinsteiger“. Wer Johns Arbeiten bei Green Lantern kennt oder seine leicht verdauliche Blackest Night, der muss denken Johns habe mit diesem neuen Event eine herkuleische Aufgabe an Vereinfachung hinter beziehungsweise vor sich. Da ist es dann unter Umständen kein schlechter Schachzug, dass man das Vorwissen der Hauptfigur nicht zu sehr heraushängen lässt und sie allzu stark fremdelt. Das könnte dann ja auch dem – quereingestiegenen – Leser passieren, der sich dann verwundert am Kopf kratzt. Da macht es viel mehr Freude diese neue und unvertraute Welt erst einmal zu erkunden.

Wenn Geoff Johns es denn zuließe. Kaum bietet sich der alternative Batman als Alternativfigur an, geht es mit dem Kopf zuerst in die Begegnung mit allerlei bunte Köpfen. Zur Hälfte nichtssagende Figuren, die dann über Seiten viel herumreden und deren Rumrederei am Schluss nichts bedeutet. Man mag es als Ausrede gelten lassen, um die Figuren dieser alternativen Welt zu beleuchten und auch die gesamte politische Lage. Wirklich im Gedächtnis haften bleiben sie - bis auf die üblichen mit Wiedererkennungswert (Sandman, Abin Sur, Captain Cold) – dagegen nicht wirklich. Wenn es dann endlich wieder mit der eigentlichen Handlung weitergeht, ist das Heft schon beinahe vorbei.

Der etwas zähe Schwenk im Mittelteil ist etwas bedauerlich. Gar nicht mal, weil man Barry Allen bei seinen Entdeckungen begleiten möchte, sondern weil sich ziemlich schnell (zumindest jetzt im ersten Heft) Batman als interessanter Fokuspunkt anbietet, der durch die Enthüllung am Ende sogar nochmal soviel an Spannung dazu gewinnt. Schönes Ding am Schluss, welches über die Schwächen des Heftes nahezu hinwegtröstet. Wollen wir mal hoffen, dass diese Holprigkeiten lediglich Anlaufschwierigkeiten waren und sich mit der Zeit geben werden.

Dann kommt auch Andy Kubert dazu mit seinen bulkigen Figurendesigns und seinem Können zu punkten. Bisher liefert er genau die solide Arbeit ab, die man von ihm erwartet. Selbst wenn er nicht der Fähigste sein sollte, um einen Dialog (und davon hängt ja der Mittelteil recht durch) spannend zu inszenieren. Da hätte er sich tatsächlich mehr an interessanten Perspektiven versuchen können. Aber Andy Kubert ist ohnehin ein Zeichner, der sich in den letzten Jahren nur in Millimeter-Schritten weiterentwickelt hat und eher die Sujets variiert, statt seinen Stil. Zum Glück hängt die Latte bereits bei seinen früheren Arbeiten recht hoch, weshalb man qualitativ immer noch top versorgt wird. Unverkennbar ist sein Strich auf jeden Fall. Was wunderts bei so einem – ja, man kann das schon zu Lebzeiten sagen – legendären Vater.

Hat man Flashpoint 1 das erste Mal in der Hand, wundert man sich, wie dick sich so ein schmales Heft anfühlen kann. Das macht allein schon das doppelseitige XXL-Poster. Einmal mit Dr. Zoom als Motiv (der übrigens kurz als undeutlicher Schemen in der Geschichte auftaucht – was das wohl zu bedeuten hat??) und ein anderes Mal mit den Helden als Gruppenmotiv. Als wäre dies nicht genug, bekommt man als Extra die Entwurfskizzen zu Flash, Cyborg, Batman, Wonder Woman und Aquaman von Andy Kubert sowie die Bleistiftzeichnungen zu den Covern der ersten beiden US-Hefte. Abgerundet wird das alles mit einer Weltkarte, die die Machtverhältnisse der Flashpoint-Welt aufzeigt. Brasilien von Nazis besetzt, Alaska das Land der Untoten (etwa eine politische Randbemerkung zu Sarah Palin?) und Europa von der Landkarte getilgt und Kriegsschauplatz für den Amazonen/Atlanter Krieg (und hier regt man sich über die Euro-Krise auf). Bekommt man nicht alle Tage für schlappe 4,95 €.

Die Weltkarte – so interessant sie ist – weckt zwiespältige Gefühle. Man hätte dies alles gerne durch die Geschichte selbst erfahren, als dass man es einfach am Ende des Heftes so präsentiert bekommt. Zwar hat sich Geoff Johns mit dem unsäglichen Dialog zwischen den seltsamen Helden des Flashpoint um so etwas wie Exposition bemüht, trotzdem wirkt die schlichte Präsentation der Verhältnisse als Karte, als wäre da akute Schreibfaulheit am Start gewesen. Eine Welt möchte man durch die Geschichte entdecken, so wirkt sie auch gleich viel lebendiger und nicht lediglich wie eine bereitete Bühne auf der die Akteure oberflächlich agieren.


Fazit:
Die Auswirkungen des Events werden sicherlich einiges umwälzen. Noch muss Flashpoint aber beweisen, dass es als Event selbst lesenswert ist. Ansätze sind da und die Geburtswehen überstanden. Allein die Enthüllung am Ende lohnt die weitere Lektüre. Also bitte Herr Geoff Johns in Heft 2 mal so richtig die Handbremse gelöst und auf das Gas getreten. Dann kann aus der Serie bestimmt ein kleines Highlight 2012 werden. Pflichtkauf für DC-Fans ist Flashpoint ja ohnehin.


Flashpoint 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Flashpoint 1

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 4,95

52 Seiten

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Positiv aufgefallen
  • Enthüllung zu Batman macht Heft 2 zur Pflicht
  • solide Handwerkskunst von Andy Kubert
  • astreine Extras
Negativ aufgefallen
  • wenig zielführendes Gequatsche im Mittelteil
  • Welt wird noch nicht lebendig
  • Barry Allen erstaunlich unaufgeregt
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Rezension vom: 02.02.2012
Kategorie: Flashpoint
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