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Comic-Besprechung - Ultimate Spider-Man 5: Der Tod von Spider-Man

Geschichten:
Ultimate Spider-Man 156 - 160
Autor:
Brian Michael Bendis
Zeichner: Mark Bagley
Tuscher: Andy Lanning
Farben: Justin Ponsor


Story:
Norman Osborn ist sicher in Verwahrung. Ohne Kräfte. Wirklich? Nicht im Geringsten. Er verwandelt sich erneut zum Grünen Kobold und bricht mit einer Reihe weiterer Verbrecher aus dem Gefängnis aus. Ihr Plan ist relativ schnell klar, Rache an Spider-Man. Dabei nehmen sie weder Rücksicht auf Kompagnons, noch auf die Hindernisse, die sich ihnen entgegen stellen. Und da die New Ultimates und Ultimate Avengers mit sich selbst beschäftigt sind, steht zwischen nur einer zwischen den Schurken und Peter Parkers Familie und Freunden: Spider-Man.


Meinung:
Das Beispiel mit Columbo gab es schon beim letzten Mal. Einfach mal weitergesponnen. Es ist selbst einem Blinden klar, worauf Ultimate Spider-Man 5: Der Tod von Spider-Man hinausläuft. Schon schlimm? Keineswegs. Columbo lebte nicht von dem Wer, sondern dem Wie. Das ermitteln und damit die Kriminalgeschichte stand im Vordergrund und von ihr hing die Qualität der Folgen ab. Desweiteren haben Wissenschaftler im Bereich der Literaturwissenschaften herausgefunden, dass es dem Vergnügen an einer Geschichte nicht schadet, wenn man ihr Ende schon kennt. Selbst bei solchen Erzählungen, wo die Wendung am Ende gerade den besonderen Kniff ausmacht. Also beispielsweise so etwas wie ein Krimi von Agatha Christi.

Von Spider-Man, zu Columbo, zu Literaturwissenschaften, zu Agatha Christie. Wo sind wir denn hier bitte schön gelandet. Was waren das für Zeiten, als man ein Spidey-Heft einfach aufschlagen konnte und – wow! – da war plötzlich Doc Ock und Kraven und Chameleon und der Grüne Kobold und Venom und alle so gegen Spidey und der wieder, etc. Irgendwie so funktioniert dann auch Ultimate Spider-Man 5, aber irgendwie muss ein Comic heute schon mehr leisten, als einfach nur Name-Dropping bei den Bösewichten und einen guten Zeichner.

Guter Zeichner? Für manche wird eventuell ein feuchter Traum wahr. Damit sind jene angesprochen, die die Klageweiber auf die Straße schickten, als Mark Bagley, der Spider-Man in seiner ultimativen Form über 100 Ausgaben begleitete, seinen Zeichenstift an seinen Nachfolger weitergab. Für diese Leistung, also die längste beteiligung an einer Comic-Serie,  war er unter den Top 10-Zeichnern des Wizard-Magazins für die 2000er Jahre und war überhaupt ein Liebling der Fans. And now he is back. Das Dream-Team ist wieder vereint und Bagley hat nichts von seinem zeichnerischen Elan verloren (auch wenn für die Älteren über seinen früheren Arbeiten für Spider-Man – so in den 90ern – weiterhin ein rosarot nostalgischer Schauer liegen mag). Da kracht es wieder und selbst die Anatomie der Charaktere scheint sich der Dynamik der Szenen angepasst zu haben. Er wählt interessante Perspektiven und seine Doppelseiten sind energiegeladen. Justin Ponsors Farben kommen da manchmal nicht hinterher und in den Actionszenen geraten die Hintergründe etwas eintönig und einfarbig. Hier hätte er stärker abstufen und variieren können.

Wer dagegen seit Bagleys Abgang erheblich nachgelassen hat, das ist der Autor Brian Michael Bendis. Jetzt soll nicht mit dem Bendis-bashing begonnen werden. Eine interessante Geschichte hat er jedenfalls nicht zusammen gezimmert. Und das ausgerechnet bei einem derartigen Ereignis, welches soviel mehr an Aufmerksamkeit verdient hätte. Peter opfert sich und kämpft aus den richtigen Gründen, die das Ganze ins Rollen bringenden Bösewichte und ihr Agieren ist aber mehr als dürftig. Sie brechen dank Osborns unerklärlicher Verwandlung in den Grünen Kobold aus dem Gefängnis aus. Osborn, Kraven, Elektro, der Geier, Sandman und zu Beginn auch Doc Ock greifen dann in ihrem Rachefeldzug Spider-Man an. Punkt! Das war es! Nein, kein Scherz. Das war es wirklich. Mehr steckt nicht hinter der ganzen Sache, außer vielleicht noch eine etwas bemühte Überkreuzung mit einer New Ultimates-Geschichte von Mark Millar. Und die ist absolut unnötig und deplaziert.

Besonders ärgerlich sind dabei die Abstimmungsfehler. Die Herren Architekten sollten sich bei sich überschneidenden Geschichten zumindest absprechen. Ungefähr so:
„Hallo, Mark.“
„Hi, Brian.“
„Was schreibst du gerade?“
„An Ultimate Avengers vs. New Ultimates. Das wird ein ganz großes Ding.”
„Wo du gerade davon sprichst. Die Szene mit Spidey, da wo er sich verletzt. Ich habe sie in Ultimate Spider-Man so konzipiert, dass er auf der Brücke ganz allein aufwacht und niemand ihm hilft. Deswegen ist er ganz schön sauer und muss seine Wunde selbst versorgen.“
„Oh Mann, gut das du es sagst. Bei mir rettet ihn gerade Captain America. Das hätte ja ins Auge gehen können.“
Klingt einfach, nicht wahr? Für einen Verlag wie Marvel eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Die bezahlen sogar Leute dafür, die genau darauf zu achten haben. Im Zweifel kennen sich Millar und Bendis sogar so gut, dass sie ihre Sachen ab und an gemeinsam durchsprechen. Bei Ultimate Spider-Man 5 haben alle Sicherheitsnetze und doppelten Böden versagt. Man wird meist da schlampig, wo es einem nichts bedeutet oder man nichts Besonderes sieht. Anscheinend war aus Sicht des Verlages an dem Tod von Spider-Man - eigentlich das Ereignis des Jahres - nichts Besonderes.

So opferte der Verlag die Geschichte um Peter Parkers letzte Stunden auf dem Block des kurzen Hype. Zuviel wurde erst beim Titel, dann bei der Handlung selbst falsch gemacht. Man stelle sich vor, man hätte das Ereignis nicht über ein halbes Jahr vorher angekündigt. Vielleicht ein bisschen die Neugier gekitzelt mit Andeutungen von großen Veränderungen für die Serie und im letzten Heft die Bombe platzen lassen. Das wäre mal wieder ein Nervenkitzel gewesen und das entscheidende Heft gut verkauft worden. Vermutlich hätten sich dann aber der (nichtssagende) Prolog und die (mageren) Ausgaben bis zum finalen Heft nicht so gut verkauft. Durch die frühe Ankündigung hat man es geschafft, einige gerade mal mittelmäßige Ausgaben an den Mann zu bringen, weil viele Leser von Anfang an dabei sein wollten. Ob das Marvel und dem Medium Comic an sich gut tut, wenn die Konsumenten allmählich das Gefühl bekommen, wie tumbe und manipulierbare Melkkühe gesehen zu werden, ist mehr als fraglich. Marvel sollte sich nicht wundern, warum DC’s Offensive mit den New 52 in den Vereinigten Staaten gerade so erfolgreich ist.


Fazit:
Operation überstanden, Patient tot. Bendis liefert das ab, was der Titel verspricht. Alles was bis dahin passiert, ist aber mehr als vernachlässigenswert. Genauso aufregend wäre es gewesen, wenn Spidey auf Seite 1 einen Schlaganfall erlitten hätte, oder von einem Auto überfahren worden wäre, oder ... Einziger Wehmutstropfen ist die Rückkehr von Mark Bagley zu der Figur, die er so sehr geprägt hat. Augen zu und auf den neuen Spider-Man warten. Der kommt bestimmt und ist hoffentlich unterhaltsamer.


Ultimate Spider-Man 5: Der Tod von Spider-Man - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Ultimate Spider-Man 5: Der Tod von Spider-Man

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,95

124 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Mark Bagley
Negativ aufgefallen
  • Dank des Marketing vorhersehbar
  • Geschichte gibt sich wenig Mühe zu unterhalten
  • unglückliche Überkreuzung mit den Ultimativen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2.5
(2 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 15.01.2012
Kategorie: Ultimative Helden
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