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Comic-Besprechung - Der ultimative Wizard Zeichenkurs: So zeichnet man Comics- Grundlagen und Anatomie

Geschichten:

How to Draw: Heroic Anatomy (The Best of Wizard Basic Training)

Autoren/ Zeichner: Frank Cho, Dave Gibbons, David Allen Jones, Jim Calafiore, Ty Templeton, Bart Sears, Brent Anderson, Martin Wagner, Kevin Maguire, Brian Bolland, Steve McNiven, Justiniano, Matt Haley, Gary Frank, Darick Robertson, Joe Linsner, Adam Hughes, Terry Moore, Michael Turner, Tom Grummett, Dale Keown, Jim Ballent



Story:

In 28 Lektionen lassen sich zahlreiche bekannte Superhelden- Zeichner über die Schulter schauen und verraten ihre Tipps und Tricks. Man erhält zum Beispiel Informationen über die Auswahl der richtigen Zeichenutensilien, wie man Perspektive geschickt einsetzt, Proportionen einhält, seinen Charakteren eine ausdrucksstarke Mimik verleiht oder weibliche Reize ins rechte Licht rückt.



Meinung:

Wizard war ein renommiertes amerikanisches Comicmagazin, das von 1991 bis 2011 publiziert wurde und Superheldenfans eine verlässliche Informationsquelle bot. Eine Zeit lang erschien in jeder Ausgabe ein Teil eines Zeichenkurses. Das Besondere: die Großen bis ganz Großen der Branche berichteten persönlich aus ihrem Zeichenalltag und gaben Einblick in ihre Vorgehensweise. Dazu gehören beispielsweise Brian Bolland (Batman: The Killing Joke), Michael Turner (Witchblade, Aspen) oder Joe Linsner (Dawn).

Der vorliegende Band bündelt diese kurzen, unterhaltsamen Lektionen. Während die amerikanische Originalausgabe dies in einem dicken Band schafft, verteilt Panini das Ganze leserunfreundlich auf zwei Bände. Herzlich übertrieben ist auch die etwas vollmundige Ankündigung auf der Rückseite, dabei handele es sich um „die ultimative Anleitung für angehende Comiczeichner“. Wie die Verfasser selbst immer wieder anmerken, sind die wenigen Seiten, die einem Thema zugestanden werden, oft nicht geeignet, dieses ausreichend zu beleuchten. Beispielsweise könnte man mit den Themen Perspektive sowie menschliche Anatomie locker ganze Bände füllen. Hier folgt dann oft der Verweis auf Standardwerke, der Tipp von Zeitschriften oder der Natur abzuzeichnen und natürlich zu üben, üben, üben.

Hilfreich und interessant ist So zeichnet man Comics allemal. Auch für Superheldenfans, die keine aufstrebenden Künstler werden wollen, lohnt sich der Kauf. Schließlich gibt’s hier einfach viele tolle Bilder zu sehen und es ist immer spannend, einen Einblick in die Arbeitsweise eines Künstlers zu erhalten. DC Anhänger schauen allerdings in die Röhre, denn es gibt praktisch gar keine Abbildungen von Charakteren aus Batmans Stammhaus. Dementsprechend müssen meistens Marvels Mannen zur Visualisierung herhalten, natürlich besonders die üblichen Verdächtigen wie Spider-Man, Wolverine, Daredevil und Captain America. Da jeder Zeichner auch den Text zu seinen Skizzen beisteuert, ist die Schreibweise manchmal etwas holprig oder arg flapsig. Dafür beweisen die Meisten Humor, beispielsweise lässt Darick Robertson (Transmetropolitan, The Boys) zum Thema Füße Wolverine angewidert an seinem eigenen Stiefel riechen.

Mehr oder minder unfreiwillig gibt der Band aber auch Einblick in den latenten Sexismus der Superheldenhefte. Natürlich sind die Muskelpakete der männlichen Charaktere ebenfalls fürchterlich übertrieben und unrealistisch, für Frauen gelten aber noch einmal deutlich verschärfte Anforderungen. Denen darf man bloß nicht zu viele Falten ins Gesicht zeichnen, in jedem Fall muss man ihnen Stupsnase, falsche Wimpern und volle Lippen verpassen, hübsch und schlank und ja nicht muskulös müssen sie sein, das sei in dem Geschäft nun mal so und die Beine sollen schon bis zum Hals reichen… Besonders deutlich wird die Diskrepanz zwischen Comic und Wirklichkeit im Kapitel „Realistische Frauen zeichnen“ mit Terry Moore (Strangers in Paradise), der die Karten auf den Tisch legt und die Silhouette einer typischen Superheldin der von echten Frauen gegenüberstellt. Und wenn es schon ein Kapitel über „Sinnliche Frauen“ gibt, warum dann keins über „Attraktive Männer“? George Pérez, übernehmen Sie!



Fazit:
Dieser Zeichenkurs ist mehr als Skizzenbuch namhafter Künstler denn als lückenlose Anleitung zu Ruhm und Reichtum zu verstehen, denn viele Themen wie z.B. Perspektive und Anatomie können nur grob angerissen werden. Aufgrund der Fülle an tollen, manchmal auch wirklich lustigen Zeichnungen lohnt sich ein Kauf trotzdem, auch für diejenigen, die den Pinsel nicht unbedingt selber schwingen wollen.

Der ultimative Wizard Zeichenkurs: So zeichnet man Comics- Grundlagen und Anatomie - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Der ultimative Wizard Zeichenkurs: So zeichnet man Comics- Grundlagen und Anatomie

Autor der Besprechung:
Anne-Sophie de Millas

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 12,95

ISBN 10:
3862010929

ISBN 13:
978-3862010929

120 Seiten

Der ultimative Wizard Zeichenkurs: So zeichnet man Comics- Grundlagen und Anatomie bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Blick hinter die Kulissen
  • Wizard hat sie alle!
Negativ aufgefallen
  • manche Themen werden nur angerissen
  • DC muss leider draußen bleiben
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 04.10.2011
Kategorie: Rezensionen
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