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Comic-Besprechung - Avengers 6

Geschichten:
Ohne Titel (Avengers 6)
Autor:
Brian Michael Bendis
Zeichner: John Romita jr.
Tusche: Klaus Janson
Farben: Dean White

Ohne Titel (New Avengers 6)
Autor:
Brian Michael Bendi
Zeichner: Stuart Immonen
Tusche: Wade von Grawbadger
Farben: Laura Martin, Rain Beredo


Story:
Die Rächer aus der Gegenwart konfrontieren Ultron und müssen vor ihm den Kotau machen. Denn sie sind es, die etwas von ihm wollen, obwohl sie keine Garantien für das Gelingen ihres Planes aufweisen können. Jetzt hängt die Zukunft der Welt ausgerechnet von Ultrons Entscheidung ab. Doch wie wird sie ausfallen und was wird es für Kang/Immortus bedeuten, der im aktuellen Geschehen eine Doppelrolle einnimmt. Gibt es für den schurkischen Zeitreisenden überhaupt eine andere Seite als seine eigene?

Bei dem was bei den New Avengers Wolverine bevorsteht, wäre selbst Harry Potter ins Schwitzen gebracht worden. Der Kampf um das Auge von Agamotto wird von beiden Seiten erbittert geführt, aber Wolverine muss mehr und mehr zurückstecken. Doch wenn Dr. Strange, Dr. Voodoo oder Hellstorm jetzt in den Kampf eingreifen, verstoßen sie damit gegen die Regeln des magischen Duells. Ist die Lage so verzweifelt, dass sie diesen Schritt gehen? Am Ende ist der Sieg nur über das Opfer eines der Helden zu erreichen ... wie bei Harry Potter.


Meinung:
Einer dieser Avengers wird sterben ... und es wird euch egal sein. An dieser Stelle wird natürlich nicht verraten, wer von den sechs Charakteren auf dem Cover über die Klinge springen muss. Am Ende von Avengers 6 darf sich dann jeder mal fragen, ob er diesen Charakter wirklich vermissen wird. Falsch formuliert ist die Frage so und so, oder zumindest ungenau. Welcher neue Avenger wird sterben, wäre genauer, wobei man auch hier diskutieren könnte, ob wirklich ein Avenger stirbt. Aufreger ohne Aufregung.

Aufregender ist da schon das Finale der New Avengers. Wolverine mit den Kräften der New Avengers gegen ein uraltes mächtiges Wesen. Dramaturgisch bietet sich einem die übliche Superhelden-Masche aus Sprüchen und Kloppe. Auch wenn jetzt alles auf einer Astralebene oder so etwas stattfindet. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein offizielles magisches Duell handelt, könnte man vielleicht auch von mystischer Arena sprechen. Jedenfalls hat es Wolverine auf diesem ihm fremden Terrain nicht leicht, gerade wenn sein Gegner ordentlich auffährt und in die Gestalt mancher mächtiger Kollegen oder Feinde des X-Man wechselt. Bei Äußerlichkeiten bleibt dann leider der Kampf, obwohl sich hier auch einige psychologische Tricksereien des bösen Vishanti Agamotto angeboten hätten.

Ergab sich vielleicht nicht, denn Wolverines verzweifeltes Streiten erweist sich als nicht gerade ausreichend, weshalb es erst richtig anfängt zu donnern, als er (regelwidrigerweise) Unterstützung bekommt. New Avengers setzt seine geradlinige Struktur konsequent fort und es ist vornehmlich Zeichner Stuart Immonen, der Zeichnungen auf das Parkett fegt, die vor Dynamik und Action nur so strotzen. Hat eventuell geholfen, dass er für die mystische Arena keine Hintergründe zeichnen musste und er sich vollends auf die Figurengestaltung konzentrieren konnte. Der Mann weiß mit seinen Fähigkeiten jedenfalls exquisit umzugehen. Man ist es eigentlich schon gar nicht mehr anders gewohnt. Da graphisch alles stimmt, hätte es des Heldentodes für das Finale eigentlich nicht mehr bedurft. Aber wenn Brian Michael Bendis glaubt, die Geschichte würde damit mehr Gewicht verliehen bekommen und bedeutsamer werden, wollen wir ihn  mal in diesem (Irr-)Glauben belassen.

Es hätte nämlich auch alles viel schlimmer sein können. Wie man sieht, wenn man zu den Avengers rüberschielt, die sich immer noch mit ihrer albern gewordenen Zeitreisegeschichte beschäftigen müssen. Ausgerechnet der erst am Ende von Ausgabe 5 aufgetauchte Ultron bringt mehr an Ernsthaftigkeit und Gravitas rüber, als die Geschichte bisher überhaupt aufbauen konnte. Es wirkt so, als sei er der einzige Erwachsene auf dem Kinderspielplatz und sei sich auch als einziges seiner Verantwortung angesichts des Geschehens bewusst und entwickelt dabei ein Pflichtgefühl, bei dem er Gefahr läuft sein künstliches Leben zu opfern.

Die Handlung bleibt weiterhin dünn wie Knäcke und an Ultrons Stelle hätte ich auf die Bitte der Rächer den kommenden Krieg zu verlieren sofort gepfiffen. Die Geschichte merkt selbst nicht, dass ihre Heroen ziemlich dämlich und kurzsichtig rüberkommen. Zum einen, weil Iron Man wirklich glaubt Ultron ohne Beweise überzeugen zu wollen, zum anderen nutzt Kang in seinem Krieg gegen den mächtigen Roboter Marvel-Heroen aus allen Zeitaltern, die damit nicht gerade ihren Durchblick zeigen. Die Superhelden verharren in ihren pubertären Denkmustern. Kennt man ja schon, nur blöd, wenn plötzlich die Bösewichte interessanter und überlegter daherkommen. Denn mal ehrlich, die Rächer haben sich die ganze Zeit an der Nase herumführen lassen. Von Kang, vom Hulk, sogar von ihren zukünftigen Selbsts. Und die wollen die Welt vor Gefahren retten?

Zum Schluss scheint die ganze vertrackte Sache lediglich ein Vehikel für die Darstellung der zukünftigen Entwicklung des Marvel-Universums gewesen zu sein. Wollte man die Leser informieren, ein wenig ihre Reaktion und Akzeptanz auschecken? Geschmack auf mehr machen, wobei hoffentlich nicht die aktuelle Qualität der Rächergeschichten repräsentativ sein soll? Who knows – der Mund bleibt vorerst trocken. Jedenfalls hat man jetzt die wesentlichen Eckpfeiler der nächsten Zeit auf dem Schirm. Shadowland (läuft), Chaos War (schon bald), Fear Itself (in den U.S.A. abgehakt), Shism (ebenso abgehakt) und vielleicht in fernerer Zukunft unter anderem ein Krieg mit Ultron.

Irgendwie ist es da erleichternd, wenn die Rächer bald aus dem Monatsmagazin ausscheren und eine eigenes „Special“ bekommen. Hoffentlich auf unbestimmte Zeit. Trotzdem schade, wenn der Start des Heroic Age bei den Avengers kaum eine Handvoll Hefte zu begeistern weiß und die originalen Rächer so frisch und aktuell wirken, wie Dinosaurier im digitalen Zeitalter. Man möchte jetzt sagen, die Schreiberlinge sollten sich zumindest bei den New Avengers etwas abgucken. Aber, oh Schreck, es ist der gleiche Autor. Irgendwie hat es sich da ein Marvel-Architekt zu gemütlich im Mainstream gemacht. Wogegen nichts zu sagen ist, es sei denn er bleibt ihm zu sehr verhaftet. Außerdem nerven irgendwann das dramaturgische Vorgekaue und die eigene Entmündigung. Statt das man als Leser aufgefordert wird sein eigenes Kopfkino zu bemühen, muss uns über die Konsequenzen der Geschichte der Autor aufklären, indem er es durch eine der Figuren artikuliert. So geschehen am Ende von New Avengers, wo Hellstorm den Umstehenden erst einmal erklärt, was die Neuen Rächer ihnen gerade bedeuten sollten. Die Szene ist unpassend und dient lediglich dazu, die Truppe um Luke Cage - offensichtlich in einer Art und Weise, die das wenigste Fingerspitzengefühl als Autor benötigt – in New York zu etablieren. Das hätte die eigene Fantasie auch geschafft. Danke, Mr. Bendis für dieses „mustergültige“ tell don’t show – übrigens eine ironisch gemeinte Wortvertauschung. Hier soll ja ebenfalls nichts der Vorstellungskraft des Lesers überlassen werden.


Fazit:
Und in China fällt ein Sack Reis um. Anstelle der Möglichkeit den ersten Teil von Avengers 6 zu lesen, wäre man gerne bei diesem Ereignis dabei gewesen. Obwohl man dann verpasste, wie Ultron – so sagt man wohl im Film – die Rächer mit seiner charakterlichen Leistung einfach an die Wand spielt. Da bleiben wenigstens die New Avengers dem üblichen Gut/Böse-Schema treu und ziehen konsequent ihr Finale durch. Schön von Stuart Immonen umgesetzt plus als Kirsche obendrauf der Tod eines Helden. Auf die Extrakalorie hätte man dramaturgisch aber auch verzichten können.


Avengers 6 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Avengers 6

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 4,95

ISBN 10:
4-192193-204955-06

60 Seiten

Avengers 6 bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Stuart Immonen tobt sich aus
  • Ultron als ernsthafter Bösewicht
Negativ aufgefallen
  • lahme Zeitreisegeschichte
  • Heroen aus dem Kindergarten
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
5
(1 Stimme)
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Rezension vom: 06.09.2011
Kategorie: Die Rcher
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