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Comic-Besprechung - Ultimate Avengers 3: Blade gegen die Rächer

Geschichten:

Blade gegen die Rächer Teil 1 - 6

Autor: Mark Millar
Zeichner: Steve Dillon
Tusche: Roger Andy Lanning
Farben: Matt Hollingsworth


Story:

Auf einmal herrscht ungeahnte Einigkeit unter den Vampirclans, nachdem einer ihrer früheren Erzfeinde in einer geklauten, alten Iron Man-Rüstung das Kommando übernommen hat. Damit einher geht auch eine neue Strategie, was ihre Opfer angeht. Superwesen sind jetzt das Ziel der Stunde. Ihre besonderen Fähigkeiten, verbunden mit den Kräften eines Vampirs, sollen die Vampire zu neuen Höhen treiben, was nichts anderes als die Eroberung der Welt bedeutet. Dagegen hat der altbekannte Vampirjäger und Daywalker Blade allerdings einiges, doch ohne Hilfe wird er gegen die vereinte Front der Blutsauger kaum bestehen können. Von ihm zwar nicht so geplant, im Nachhinein aber nicht das Schlechteste, werden bald die Ultimativen Avengers in die Angelegenheit hineingezogen. Ob sie jedoch wirklich eine Hilfe sind, wird sich aber erst zeigen müssen, denn mit einem Mal sind der Hulk-Klon und Captain America vom Vampirvirus infiziert. Und sie sind nicht die letzten Superwesen, die den Vampiren in die Hände fallen.




Meinung:
Auf den Punkt gebracht ... der geklonte (Nerd) Hulk wird zum Vampir und kämpft mit einer Blutsaugerarmee gegen Blade und die Rächer ... klingt es schon so, als würde Mark Millar hier nicht sein Meisterstück abliefern. Ultimate Avengers 1 war schon eine Granate im unteren Bereich und auch mit dem dritten Band kann Millar den mit der ersten Staffel von Die Ultimativen gesetzten eigenen Standard um Längen nicht erreichen. Man kann diesbezüglich schon von kosmischen Entfernungen sprechen. Da jetzt aber auch seine populäreren und erfolgreicheren Werke einen mehr als faden Beigeschmack bekommen haben (man siehe nur die ausführliche Auseinandersetzung dazu in einem Essay bei Comicgate), weiß man schon gar nicht mehr, was man von dem Autor halten soll. Ultimate Avengers 3 ist jedenfalls billigst zusammen geklatschte Superhelden-Unterhaltung, wobei man das mit der „Unterhaltung“ getrost weglassen könnte. Das ist weder A, noch B, geschweige denn C-Klasse.

Die Geschichte kommt extrem bemüht daher. Allein schon das krampfhafte Verlangen dem Hype um Vampire nachzulaufen, dabei aber so tun, als ob man es gerade nicht tut, indem man den Hype zugleich veräppelt, taugt nur für einen kieferknackenden Gähner. Die Anspielung auf Twilight funktioniert ganz gut, passt aber eigentlich gar nicht zu einem Tagtraum von Blade (denn das soll es sein), noch zu den Avengers im Allgemeinen. Vor allem wenn die eigene Geschichte von ihrem Anspruch nicht sehr viel höher anzusiedeln ist. Stellenweise wirkt sie eher so, als wollte Millar seinen selbst angelegten Garten mal kräftig jäten. Alle (teilweise von ihm selbst eingeführten) dämlichen Charaktere werden sämtlichst weggesäbelt. (Nerd) Hulk, Perun, einer der Goliaths. Und dabei macht sich Mark Millar vorher sogar die Mühe einen neuen Daredevil in das Ultimateverse (oder wie auch immer) einzuführen. Das allerdings so lust- und einfallslos, dass man schon frustriert mit den Zähnen knirscht, weil man für dieses zweifelhafte Vergnügen satte 16,95 € ausgegeben hat.

Dass da einer der aktuellen Top-Writer des amerikanischen Marktes am Start ist, möchte man eigentlich gar nicht glauben. Viel zu oft scheint es so, als hätte sich der Autor die Geschichte von Mal zu Mal ausgedacht, ohne selbst zu wissen, wohin er steuerte, geschweige denn wusste, was eigentlich auf der nächsten Seite passieren sollte. Ein tatsächliches Gefühl der Bedrohung will sich dadurch bis zum Finale hin nicht einstellen, was auch an den wenig charismatischen und gefährlichen Vampiren liegen kann, die eine total ungewöhnliche Methode entdeckt haben, um endlich die Menschheit zu unterjochen. Warum nicht einfach Superwesen zu Vampiren machen, dann geht alles ratz-fatz. Gab es so was nicht schon einmal mit einer Zombieseuche, die plötzlich auf Superwesen übergriff und so die Erde in kürzester Zeit in ein Schlachthaus verwandelte? War das nicht bei den Ultimativen Fantastic Four? Und hieß der Autor damals nicht zufällig Mark Millar? Wer noch mehr Parallelen will, die Cover waren damals auch schon von Greg Land gezeichnet worden.

Aber jetzt einmal ein kurzes Abtauchen in die trüben Gewässer der Handlung. Wie kam die ganze Sache überhaupt in Gang? Ein mächtiger Vampir hat eine von Tony Starks alten Rüstungen in die Hände bekommen (scheint nicht allzu schwer gewesen zu sein), kann damit auch bei Tag umherwandern und das hat die Vampir-Clans wohl derart motiviert, dass sie sich ihm anschlossen. Will jetzt so gar nicht überzeugen, aber da haben die Fans schon ganz andere Sachen geschluckt, wird sich der Autor gedacht haben. Noch weniger überzeugend wird es aber, wenn dieser „Iron Vampire“ bei einer Herausforderung um die Führungsposition nach einem Schlag ins Gras beißt. Und so einer soll die Vampire auf Linie gebracht haben?

Nicht böse sein wegen des kleinen Spoiler, hat ohnehin keine Auswirkung auf die Spannung, geschweige denn die Handlung, die sich vorhersehbar voranwälzt. Denn irgendwann kommt es natürlich zu der Konfrontation mit den Ultimativen Avengers. Tausende Vampire, plus den (Nerd) Hulk, plus einen vampirisierten Captain America marschieren gegen das Triskelion auf und selbst dann will der Funke einfach nicht überspringen, so konventionell ist das Finale erzählt und dargestellt. Einzig die Auflösung kann man als radikalen Schritt betrachten, auch wen damit der Kampf erstaunlich schnell zu einem Ende geführt wird. Vielleicht wurde Mark Millar auch endgültig von seiner eigenen Lustlosigkeit übermannt und sehnte einfach das Ende herbei, welches er – Wunder, oh Wunder – sogar selbst kreieren konnte.

Was einem zusätzlich nach kurzer Zeit unangenehm auffällt, es fehlt der Geschichte von Anfang an eine echte Identifikationsfigur für den Leser, die zumindest in Ansätzen sympathisch erscheint. So hat man umgekehrt nur Charaktere, die einem vielleicht etwas weniger egal sind, man es aber trotzdem nicht übel nehmen würde, wenn man sie auf der nächsten Seite nicht wieder sieht. Was mit der einzige Wunsch ist, den Mark Millar gelegentlich bereit ist zu erfüllen. Gerade wenn er einen von seinen selbst erschaffenen Gurkencharakteren über die Klinge springen lässt. Ein Gefühl der Betroffenheit oder des Mitfühlens stellt sich bei diesem uninspirierten Bodycount dann natürlich nicht ein, man schickt vielleicht höchstens ein kleines Dankgebet in den Himmel, dass all diese platten Figuren in den nächsten Bänden vermutlich nicht wieder zu sehen sein werden. Aber heutzutage weiß man ja bei Comics nie ... nicht wahr Captain America, Bucky, Hal Jordan, Jason Todd, Barry Allen, Das Ding, Jean Grey, Aquaman ... und, und, und.

Doch nicht nur die dümmliche Geschichte reißt den Comic rein, sondern auch das recht unmotiviert wirkende Artwork von Steve Dillon. Warum allgemein angenommen wird, dass Dillon und Superhelden gut zusammen gehen, scheint dabei ein Rätsel der Branche und der Fans zu sein, welches sich nicht jedem erschließen vermag. Passte sein Stil noch hervorragend zu dem kleinen Meisterwerk in Serie Preacher, konnte man bei seinen Punisher-Ausgaben schon eher geteilter Meinung sein. Die ultimativen Rächer geraten ihm daher auch erstaunlich unspektakulär. Seine Bilder wollen einfach weder zu den Superhelden, noch zu den Vampiren passen. Die Atmosphäre ist nicht düster, nicht geheimnisvoll, nicht Fisch, noch Fleisch. Im Gegenteil wirken die Figuren und manche Hintergründe, als wären sie zu stark ausgeleuchtet. Schöne Kontraste sucht man ebenso vergeblich, wie es die Suche nach einer adäquaten Handlung war. Besonders krass wird das qualitative Gefälle, wenn man das im nahen zeitlichen Zusammenhang erschienene New Ultimates 1 zum Vergleich heranzieht. Auch wenn einer derartigen Gegenüberstellung immer etwas Willkürliches anhaftet und nicht fair oder angebracht erscheinen mag, so liefert Frank Cho selbst in seinen gehetzten Momenten am Schluss des Bandes ein spannenderes und greifbareres Artwork ab, als Steve Dillon es bei Ultimate Avengers überhaupt je erreicht.

Gut gelungen sind allein die einzelnen Cover von Greg Land, die für deutsche Leser sporadisch über den Band verteilt sind. Sie versprechen mehr, als der Inhalt tatsächlich hergibt und nein, das Cover von Ultimate Avengers 3 stammt nicht von Land, sondern anscheinend von einem weniger motivierten Leinil F. Yu. Irgendwie macht der Comic auch so gar nichts richtig. Es gibt übrigens interessante Beobachtungen/Vergleiche, wie Greg Land teilweise seine eigenen Zeichnungen mehrfach recycled oder sogar bei anderen Künstlern abguckt. Kann man vielleicht als Ratespiel konzipieren. Aber das jetzt nur am Rande.

Es ist auch mal wieder eine mysteriöse lila Farbschliere aufgetaucht und zwar beim Kampf gegen den Vampir-Goliath. Ist ein Fehler, der sich schon quer durch verschiedene Ausgaben bei Panini zieht (wenn das Gedächtnis nicht trügt, zuletzt in Ultimate Mystery). Bei Thor gab es zur Abwechslung sogar mal seltsame Druckerschwärze-Ansammlungen, die sich mit etwas Mühe allerdings abkratzen ließen. Aber will man wirklich immer den Schaber parat haben müssen, bevor man einen Comic liest? Vielleicht sollte Panini mal ein Auge auf das Druckverfahren werfen, insbesondere wenn so ein Fehler mehr als einmal auftaucht.


Fazit:

Finger weg von dieser hingeklatschten Geschichte, für die man nicht hinterm Ofen hervorkommen sollte. Weder Freunde von Vampiren, noch von Superhelden werden ihre Freude haben, so lustlos leiert Mark Millar die Handlung herunter. Wer sich dann zumindest graphische Vergnügen erwartet, wird ebenfalls enttäuscht werden von der konventionellen Herangehensweise Steve Dillons. Der krampfhafte Versuch dem aktuellen (und sich eher wieder im Auslaufen befindenden) Vampir-Trend hinterherzulaufen, ist vollkommen in die Hose gegangen.




Ultimate Avengers 3: Blade gegen die Rächer - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Ultimate Avengers 3: Blade gegen die Rächer

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 10:
4-191880-316957

144 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Greg Lands Zwischencover
Negativ aufgefallen
  • unmotivierte, zusammengeklaubte Handlung
  • lahmes Aufspringen auf den Trendzug
  • Steve Dillon not at his best
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 18.06.2011
Kategorie: Ultimative Helden
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