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Comic-Besprechung - Strichnin 3Geschichten:
Story: Dem Motto Zu spät widmen sich dieses Mal die Beiträge im dritten Strichnin-Band. Während Leo Janke mit viel schwarzem Humor an die Sache herangeht, bedient sich Katharina Netolitzky beim Thema „Zeitreisen“, um nicht „zu spät“ zu kommen. Florian Schläffer lässt einen alten Mann auf sein Leben zurückblicken und Anna Gallenberger erzählt eine bekannte Begebenheit zwischen Verliebten ...
Meinung:
Knapp eineinhalb Jahre nach der zweiten Ausgabe veröffentlicht die Fachklasse Illustration der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg den dritten Strichnin-Band. Die Studenten haben unter der Federführung von Prof. Mike Loos verschiedene Beiträge zusammengestellt, welche sich mehr oder weniger direkt mit dem Thema „Zu spät“ auseinandersetzen. Wie bereits bei den Vorgänger-Bänden, ist eine Mischung aus Comicstrip, Kunstcomic und Illustration herausgekommen, die sicherlich für die Vielfalt der Ausbildung an der HS-Augsburg steht. Auffällig ist, dass ein Großteil der Beiträge mit wenigen oder gar keinen Textinhalten auskommt. Als Beispiel sei hier „Schönwettermann" von Sarah Stowasser genannt, das durch eine intensive Vielschichtigkeit des Hintergrunds und einer dezenten Farbauswahl auffällt. Die Zeichnungen sind am populären Mangastil angelehnt und überzeugen durch eine freie Paneleinteilung. Steht „Schönwettermann" für den Comicstil im Heft, so vertritt Nico Specks "Anfang" den Kunstteil in Strichnin. Der Beitrag zeigt in ganzseitigen schwarz/weiß Zeichnungen das Leben von der Befruchtung bis zum Tod. Bis auf kurze Textfragmente erfährt der Betrachter nichts über Sinn und Inhalt der Bilder, was zum Nachdenken anregen dürfte. Einfacher macht es da Leo Janke mit seinem cartoonesken Beitrag "Freund Hein lässt schön grüßen", der mit einem simplen Storyteil daher kommt und im Verlauf nicht wirklich spektakulär ist. Lediglich die gelungene Pointe überrascht und macht rückblickend diesen Beitrag lesenswert. Das grafische Artwork enthält farbenfrohe Zeichnungen, die dank einfacher Hintergrundgestaltung den Blick des Lesers immer auf den Protagonisten lenken und gut strukturiert sind. Wie schon bei Stowasser / Speck gibt es auch zu Jankes Beitrag einen gegensätzlichen Part. Katharina Netolitzky verblüfft in "Nostalgie" mit franko-belgischer Zeichenkunst. Die spannende Story kann bei den wenigen Seiten vollkommen überzeugen und endet mit einem überraschenden Finale, das die Geschichte tiefgründiger gestaltet, als anfangs angenommen werden kann. Die restlichen Beiträge sind ebenfalls lesens- und sehenswert und zeigen die enorme Bandbreite studentischer Comickunst. Sei es die zweiseitige neckische Erzählung über ein junges Pärchen (Anna Gallenberger "Verliebte"), oder der sentimentale Rückblick eines Fischers auf sein Leben (Florian Schläffer "Der Anachronist"), die Storys und Zeichnungen sind durchweg einfallsreich und überzeugend. Weitere Infos und eine Bestellmöglichkeit gibt es auf www.strichnin-comic.de. Fazit: Die dritte Strichnin-Ausgabe bietet dem Leser ein sehenswertes Komplettpaket aus studentischer Comickunst und redaktioneller Artikel. Wie gewohnt, sind die abgedruckten Beiträge sehr unterschiedlich. Sei es die Story, oder die grafischen Umsetzung: Strichnin 3 zeigt, was momentan im Bereich der neunten Kunst möglich ist.
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Strichnin 3 Autor der Besprechung: Christian Recklies Verlag: Eigenverlag Preis: € 9,00 104 Seiten ![]() |
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| Rezension vom: | 23.05.2011 | |||||||||||||
| Kategorie: | One Shot | |||||||||||||
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| Leseprobe | ||||||||||||||
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