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Comic-Besprechung - Bone: Legenden

Geschichten:

Bone: Legenden

Autor/Zeichner: Jeff Smith, unter Mitarbeit von Tom Sniegoski
Farben: Steve Hamaker




Story:

Was gibt es beim Zelten Spannenderes, als sich nachts beim Lagerfeuer Geschichten zu erzählen. Smiley Bone hat dank seiner Erlebnisse einige auf Lager, sein Repertoire jedoch schon zu einem Gutteil ausgeschöpft. Doch die Bone-Scouts wissen noch gar nichts vom härtesten und tapfersten Bone, der jemals gelebt hat und sogar der Gründer von Boneville war. Nicht nur machte er eine gute Figur bei seinem Kampf gegen den Alten Herrn Winter, sondern wusste auch beim größten Essenswettbewerb des Bone County Festivals zu überzeugen. Sein größtes Abenteuer erlebte er allerdings erst im Tal der Rattenmonster, wo er noch vor den Zeiten von Thorn und Fone Bone gegen diese Monstren antrat. Mit eindeutigen Auswirkungen für die Zukunft.




Meinung:

20 Jahre Bone ist ein Grund zum Feiern oder, wenn man von Anfang an dabei war, um sich alt zu fühlen. Und wer bereits so lange dabei ist, wird beim Lesen von Bone: Legenden zu sich selbst sagen müssen: Das kommt mir doch bekannt vor. Genauso ist es dann auch. Um einige kleinere neue Episoden ergänzt, besteht der Hauptteil des Comics aus einer Geschichte, die bereits zu D-Mark-Zeiten von Carlsen unter dem Titel Rattenmonster-Geschichten veröffentlicht wurde. Allerdings ist sie jetzt auch bunt ... und in Farbe!

Auch in Sachen Qualität hat der Band einen Sprung nach vorne gemacht, wird er doch statt im Softcover jetzt mit hübschem Hardcover-Einband präsentiert und fügt sich damit nahtlos in die schöne Edition von Tokyopop ein, die der Geschichte um die Bones eine würdige Veröffentlichung gegönnt haben. Puristen, für die Schwarz/Weiß alles ist und die Verfälschungen am Original nicht mögen (schließlich gab es eine Veröffentlichung in Farbe erst 12 Jahre nach dem Start der Serie in den USA) werden an der Kolorierung herumnörgeln. Aber die Arbeit von Steve Hamaker ist wirklich gelungen und unterstreicht den Charme der Figuren ohne aufdringlich zu sein (für seine Arbeit an Bone wurde er dann auch für den Eisner-Award nominiert). Eine schöne Ergänzung also zu den cartoonigen Zeichnungen von Jeff Smith.

Kein Grund also den Comic zu scheuen, der einen guten Eindruck von dem Humor und dem liebevollen Charakter-Ensemble der Hauptserie bietet. Der dramaturgische Aufbau ist ein etwas anderer, als bei der Erstveröffentlichung bei Carlsen. Smiley Bone ist mit den Bone-Scouts (einer Smith’schen Version von Tick, Trick und Track) auf Pfadfinder-Pfaden unterwegs und während sie gemeinsam am Lagerfeuer sitzen, erzählt Smiley ein paar Geschichten. Anscheinend hat er dabei das Potential seiner eigenen Abenteuer im Tal der Rattenmonster größtenteils ausgeschöpft. Nach einer kurzen Geschichte um Fone Bone und Phoney Bone während ihrer Zeit bei Thorn, betritt der eigentliche Hauptprotagonist der folgenden Episoden die Bühne: Big Johnson Bone.

Selbst wenn die Episoden weit vor der Zeit der Bone-Kousins spielen, befinden sich die Figuren in ihrem ausgereiften Endstadium. Gemeint sind damit insbesondere die Rattenmonster. Sie waren nicht von Beginn an die eilfertigen und stets verfügbaren Gag- und Slapstick-Garanten, zu denen sie sich erst später entwickelten, bevor sie schließlich bei der finalen Belagerung in der Bone-Serie etwas von ihrer einstigen Bedrohlichkeit zurückerlangten. In den ersten Ausgaben waren die Rattenmonster durchaus gruselige Gesellen, wurden im Laufe der Zeit jedoch zusehends „verniedlicht“ oder für komische Passagen herangezogen. Genau in diesem Entwicklungsstadium befinden sie sich auch in Bone: Legenden, was diesmal allerdings ohnehin zur Handlung passt.

Denn Big Johnson Bone könnte man als den Baron von Münchhausen des Bone-Kosmos bezeichnen. Ein Draufgänger ohnegleichen, mit einer endlosen Neugier und einem unstillbaren Tatendrang, dessen Optimismus beinahe durch nichts zu erschüttern ist. Ausweglose Situationen? Das sind zwei Wörter, die in dieser Konstellation nicht zu Big Johnson Bones Wortschatz gehören. Wie auch, wenn seine Charakterzüge bereits von Kindes Beinen an ihre Wurzeln greifen konnten. Bevor es nämlich zum Tal der Rattenmonster geht, erzählt Smiley zwei Schwanks aus Big Johnson Bones Kindheit, die mit den Titeln „Big Johnson vs. Alter Herr Winter“ (warum glaubt ihr wohl gibt es den Frühling) und „Big Johnson vs. Streuselliesel“ schon beinahe genug verraten. Zumindest gab es immer etwas, wogegen es sich anzutreten lohnte. Aber Big Johnson Bone wäre nicht der, der er ist, wenn ihm nicht zu jeder brenzligen Situation ein bereits erlebtes Abenteuer einfallen würde. Allein manche Details sind nicht immer allzu genau, aber wer will schon kleinlich sein, bei so einem Abenteurer. Der Vergleich mit Münchhausen ist da wirklich nicht weit hergeholt.

Die Reise tritt er zusammen mit seinem treuen Esel und einem Affen namens Mr. Pip an, den er bei einem Kartenspiel gewann, bevor er aus der Stadt gejagt wurde. Es ist dann auch gerade jener Mr. Pip, der angesichts Big Johnsons halsbrecherischer Art so manches Mal mit seinem Schicksal hadert und bereits das Licht am Ende des Tunnels sieht, obwohl er noch quicklebendig im Diesseits weilt. Mit seinen bissigen und höchst kritischen Kommentaren und seinem zickigen Wesen bietet er ein gutes Gegengewicht zu Big Johnsons überschäumenden Aktionismus. Mehr als einmal stellen sich bei ihm die Nackenhaare angesichts dessen hanebüchenen Geschichten auf. Umso mehr, als die Tiere des Tals Big Johnson ihr Vertrauen schenken und an seinem Plan teilnehmen, den Kampf gegen die Rattenmonster anzutreten, die die Gegend terrorisieren. Wer sich da wohl mehr fürchten sollte?

Klingt nach einem Beschützer für die Tiere des Waldes. Eine Aufgabe, die eigentlich Stillman obliegt, einem etwa hüfthohen Drachen und Wächter des Tales. Leider wird ihm immer speiübel, wenn er Feuer spucken muss, also wirft er stattdessen mit kleinen Steinen. Die genannten bleiben nicht die einzigen liebevoll kreiierten Charaktere der Geschichte. Selbst Randfiguren gewinnen schnell an Persönlichkeit und unterstreichen so das diesbezügliche Talent des Autors. Das gilt für die Guten ebenso wie für die Bösen. Es steckt soviel Sorgfalt und Witz in den Dialogen, dass man einen größeren Handlungsbogen eigentlich gar nicht bräuchte. Immer ein gutes Zeichen, wenn die Figuren bereits für sich interessant genug sind, um die Geschichte zu transportieren.




Fazit:

Eine unterhaltsame Reise in die Vergangenheit der einzigartigen Bone-Serie. Der Band ist im Grunde eine Ode an das Geschichten erzählen und das Fabulieren, denn nicht nur Smiley, sondern auch Big Johnson hat immer eine Erzählung parat, die er zum Besten gibt. Für den Leser ein wunderbares Vergnügen in ansprechender Verpackung. Bone: Legenden ist für jedermann etwas, ob er die Hauptserie nun kennt oder nicht. Eine schöne Einladung die Fantasie schweifen zu lassen.




Bone: Legenden - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Bone: Legenden

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Tokyopop GmbH

Preis:
€ 12,00

ISBN 13:
978-3-8420-0231-9

128 Seiten

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Positiv aufgefallen
  • Geschichten aus dem Bone-Kosmos
  • preisverdächtige Kolorierung
  • an Bone kommt man einfach nicht vorbei
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 23.05.2011
Kategorie: Bone
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