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Comic-Besprechung - Drifters 1

Geschichten:

Drifters Volume 1
Autor/Zeichner:
Kohta Hirano





Story:

Eben befindet sich Shimazu Toyohisa im Kampf mit den Soldaten der Akazonae von Tokugawa II und sieht einem ehrenvollen Tod entgegen, da stolpert er plötzlich in einen seltsam anmutenden Flur mit Türen, die in der Unendlichkeit zu verschwinden scheinen. Ihm gegenüber sitzt ein Beamter am Schreibtisch und beendet gerade seine Mittagspause. Shimazu weiß nicht wie ihm geschieht, als sich plötzlich eine Tür auftut und ihn in eine fremde Welt transportiert. Eine ihm gänzlich fremde Welt. Orks und Elfen, Drachen und Zauberer, mächtige Festungen und noch mächtigere Feinde erwarten ihn. Aber auch noch viele andere Gestalten aus unterschiedlichen Epochen der Menschheitsgeschichte. Sie alle sind die Drifter und bald erkennt Shimazu, dass seine Tage in der Schlacht nicht beendet sind, sondern gerade erst angefangen haben.




Meinung:
Wenn man Kohta Hirano erwähnt, kommt man nicht umhin in demselben Satz auch Hellsing unterzubringen. Jetzt wo diese Pflicht erfüllt ist, kann man sich vollends seiner neuen Serie Drifters widmen. Darin begibt er sich erst in das Jahr 1600 A.D. nach Utouzaka,  wo der tapfere Samurai Shimazu Toyohisa im einen Moment gegen das Heer seiner Feinde kämpfte und dabei verwundet wurde, sich im anderen Moment plötzlich in einem langen Büroflur wieder findet. Lange verweilt er auch dort nicht, eine dunkle Tür schluckt ihn und er bricht ohnmächtig in einem ihm unbekannten Land zusammen.

Welches neben Elfen mit allerlei anderen seltsamen Gestalten bevölkert ist. Allen voran anderen aus ihrer Zeit Gerissenen, die ... also irgendetwas machen müssen, für ... irgendwen. Tja, es fing alles so gut an und ab Kapitel 4 hat man plötzlich das Gefühl der Autor hätte mit einem Mal die Lust verloren und müsste trotzdem krampfhaft weitermachen. Absolute Vollbremsung! Statt einer Fortsetzung der coolen und blutigen Action vom Anfang, ergehen sich die Charaktere in belanglosem Namedropping und dribbeln unnötig mit Vergangenem herum, bis wirklich der letzte kapiert, dass sie eben bunt aus der Zeit zusammengewürfelt sind. Da hängt sich die Spannung plötzlich auf, als wäre sie im Fliegenpapier stecken geblieben.

Ab da gelingt es Kohta Hirano kaum das Geschehen wieder ordentlich auf einen Faden aufzudröseln. Man durchschaut nicht wirklich, was und warum das Folgende passiert und zwar nicht im Sinne von geheimnisvoll, sondern eher im Sinne von dümmlich. Alles klar, das Dorf der Elfen soll vor bösen Buben gerettet werden. Okay, jetzt wird plötzlich eine Festung belagert und irgendwie kämpfen da die Drifters gegen die „Aufgegebenen“. Aber wer gehört hier eigentlich zu wem. Historische Gestalten hat sich Kohta Hirano jedenfalls genug ausgesucht. Jeanne d’Arc, Hannibal, Anastasia, Billy the Kid und einige bekannte und frei erfundene historische Gestalten mehr bevölkern die Handlung. Was dann aber letztlich auf dem Spiel steht, kommt ebenso wenig heraus, wie die Frage, was das alles eigentlich überhaupt soll. Nur peinlich wirkt es dann, wenn der Manga beginnt sich selbst Ernst zu nehmen, obwohl größtenteils Schwachsinniges und Undurchschaubares passiert.

Personen reden über vollkommen belangloses und nehmen genau das zurück, was sie kurz zuvor selbst sagten (Wir müssen angreifen/Wir müssen gehen). Die Dialoge sind größtenteils aus der Luft gegriffen und enden teils einfach im Nichts. Manchmal geben sie auch eine ganz andere Handlung wieder, als die Zeichnungen und erzeugen Widersprüche, die nicht auszuknobeln sind. Verlangt ja keiner, dass man das Rad neu erfindet, wenn man zuvor einen extrem erfolgreichen Manga kreiert hat. Aber wenn bis auf die Zeichnungen so gar nichts Hand und Fuß hat, dann stellt sich schnell Enttäuschung ein.

Die Zeichnungen sind dann das zufriedenstellendste an Drifters. Mit kräftigen Linien gestaltet Kohta Hirano seine Figuren und Landschaften, die zu Beginn und zum Ende hin am ehesten begeistern. Es zischen die Schwerter, es spritzt das Blut, Drachen versprühen aus ihrem Rachen ein flammendes Inferno und selbst ein japanischer Jagdbomber spuckt Tod und Verderben. Dagegen eher störend sind die kurzen Ausflüge in den Chibi-Stil und eher verwirrend ist die Darstellung von Nasuno Suretake Yoichi. Eine Figur, die zu Begin auftaucht und dem Hauptcharakter hilft, deren Geschlecht jedoch ein Mysterium bleibt. Eindeutig weiblich gezeichnet, beharrt die Handlung darauf, dass es sich um einen männlichen Vertreter der Gattung Mensch handelt. Vielleicht liegt des Rätsels Lösung in den Folgebänden, auch wenn es sich einfach nur um eine weitere Nachlässigkeit handeln könnte.

Es spricht nicht für einen durchdachten Manga und dagegen für eine weitere Nachlässigkeit, wenn bei Übersetzungen auf bestimmte Seiten verwiesen wird, der Manga selbst aber gar keine Seitenangaben besitzt. Schön blöd! Blöder wird eigentlich bloß noch der pubertäre Jux-Manga zum Schluss, der alle Vorurteile was Japaner und Sexualität angeht, zu bestätigen scheint. Da wird sich dann über die Flachbrüstigkeit von Jeanne d’Arc ergangen, der schwarze König träumt von einem Tittenland und Anastasia soll ihren Namen zu (kicher) ANALstasia ändern. Bwuahahahahahaha! Was ein Meister des subtilen Witzes, der Herr KOT-a. Harharharharhar! Die Japaner mal wieder. Wie war das angeblich nochmal mit dem malaysischen Arbeiter der Thunfischwasser auf Mädchenhöschen für Schlüpferautomaten träufelt, damit die Männer was zu schnüffeln haben? Ei ei ei! Wenn der Manga nicht zumindest eine klare Linie bekommt, wird er nicht an Hellsing anknüpfen können.


Fazit:

Vielleicht muss man mehr mit dem Stil von Kohta Hirano vertraut sein, um mit dieser Serie warm zu werden. Wer nach Hellsing den nächsten gloriosen Wurf erwartete, der wird jedoch unter Umständen einen Dämpfer bekommen. Drifters weiß selbst nicht, was es mit sich anfangen soll. Wie es dann der Leser wissen soll, bleibt offen und ist als Endnote für den Manga ein wenig schmeichelhafter Einstand.




Drifters 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Drifters 1

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Planet Manga

Preis:
€ 7,95

ISBN 13:
978-3-86201-126-1

212 Seiten

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Positiv aufgefallen
  • mal was Neues vom Hellsing-Schöpfer
  • kräftige und düstere Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • Handlung verliert sich
  • Spannung weicht Verwirrung
  • pubertärer Humor
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 29.04.2011
Kategorie: Drifters
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