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Comic-Besprechung - Thor 9: Pakt mit dem Teufel

Geschichten:

Ragnarök Epilog
Autor:
Kieron Gillen; Zeichner: Doug Braithwaite; Farben: Andy Troy, Doug Braithwaite, Paul Mounts

Pakt mit dem Teufel, Teil 1 - 4
Autor:
Kieron Gillen; Zeichner: Doug Braithwaite, Richard Elson; Farben: Andy Troy, John Rauch, Jim Charalampidis, June Chung




Story:

Asgard arbeitet am Wiederaufbau, die Totenfeuer brennen. Es kommt endlich zur Aussprache zwischen Thor und Balder. Manche Dinge unter den Trümmern der Götterstadt gehörten aber besser begraben. Stattdessen erhebt sich aus ihnen Ragnarök, der Klon von Thor, welchem weder Volstagg noch der Sturz Asgards etwas anhaben konnten. Für Thor wird es Zeit seinem bösen Zwilling ein letztes Mal gegenüber zu treten.

An anderer Stelle braut sich währenddessen schon weiteres Unheil zusammen. Die Disir, ausgestoßene und verfluchte Walküren, die sich am Fleisch der Asen gütlich tun, haben eine Möglichkeit gefunden ihrem Fluch zu entfliehen. War ihnen einst Hel verwehrt, finden sie jetzt plötzlich Zugang. Wer ihr Opfer wird, hat keine Chance in ein weiteres Totenreich zu gelangen, sondern dessen Seele erlischt, wie eine Kerze im Sturm. Nur Thor und Tyr kann es gelingen dieser Plage Einhalt zu gebieten, ansonsten zerbricht das ganze Gefüge ihrer Götterwelt, wenn die Toten keinen Frieden finden.



Meinung:
Die Prophezeiung erfüllt sich (was zugegebenermaßen nicht allzu schwer ist, wenn man Prophet und Kontrollinstanz in einem ist), mit dem Ende von The Siege geht es mit dem blonden Asen wieder etwas aufwärts und er steht sogar wieder persönlich im Rampenlicht. Ebenfalls schön zu sehen ist, dass sich der Comic dann auch noch auf die mythologischen Wurzeln von Thor zurückbesinnt. Der Donnergott muss sich diesmal keinen buntgekleideten Superhelden stellen, sondern den Disir, deren Bedeutung in der Forschung wohl nicht ganz klar ist, denen Kieron Gillen aber eine schaurige Herkunft verpasst. Er stellt sie als ehemalige Walküren dar, die in Ungnade gefallen sind, weil sie das Fleisch ihrer Opfer aßen. Bor verbannte sie daraufhin und belegte sie mit einem Fluch, der ihnen verwehrte ihren unnatürlichen Gelüsten nachzugeben. Nur an Asen können sie sich fortan nähren und überall wo Asen sind, in Hel und in Asgard, ist ihnen der Zugang verwehrt.

Damit wird ein stimmiger Ausgangspunkt geschaffen, der sich wie hineingegossen in die Geschichte um Thor fügt. Bevor die entarteten Walküren aber ihren Auftritt haben, hat Thor im ersten Kapitel, welches einen Epilog zu The Siege bildet, zunächst eine andere Aufgabe vor sich. Osborns Truppen mögen abgezogen sein und die tapferen Asen ihre weitere Zukunft besprechen, da erweist es sich, dass etwas unerwarteterweise den Fall Asgards überstanden hat. Und das, obwohl derjenige die gesamte Stadt auf den Kopf bekommen hat. Unter den Trümmern der Götterstadt erhebt sich Ragnarök, der zwar ramponiert, aber immer noch auf Rache aus ist. Thor hat keine andere Wahl, als sich seinem bösen Ebenbild zu stellen.

Halb Klon, halb Cyborg erinnert Ragnarök in seinem desolaten Zustand fatal an den Terminator. Auf einer Gesichtshälfte fehlt gänzlich die Haut und gibt den Blick auf Arnold Schwarzenegger ... ach, was ... auf sein metallenes Skelett und sein rot glühendes Auge frei. Doug Braithwaites Zeichnungen sind formidabel, wenn er auch manchmal seinen Panelaufbau etwas zu kompakt gestaltet und es mit den Überschreitungen der Rahmen teils zu gut meint, aber bei dem Design Ragnaröks hat er sich zu eindeutig bei besagter Kampfmaschine bedient. Von dem abschließenden Kampf zwischen den beiden Thors hätte man sich dann mehr versprochen. Braithwaite ist zu nah an den Charakteren dran und nimmt ihnen so das Epische des Moments. Erst bei den Kapiteln zu Pakt mit dem Teufel schafft er es nicht mehr so an den Nahaufnahmen zu kleben und die Kämpfe mit den Disir sind ihm dann wirklich gut und in sich stimmig gelungen.

Womit auch die Überleitung zum eigentlichen Handlungsabschnitt von Thor 9 geebnet ist. Die Disir fristen zu Beginn ihr Dasein jenseits von Hel, der nordischen Version des Totenreichs, und Asgard. Doch nur dort allein könnten sie ihren ewigen Hunger stillen, der nach dem Fleisch der Asen verlangt. Aber Hel hat einiges an dramatischen Veränderungen erfahren. Allen voran ist es nun lediglich ein von Mephisto an Hela, der Herrscherin der nordischen Totenwelt, abgetretener und geduldeter Teil. Und genau hier setzt der Kniff an, den die Disir verwenden, um den ihnen im Fluch gegebenen Beschränkungen zu entkommen. Wenn es sich bei dem neuen Hel eigentlich um einen umgewandelten Abschnitt der christlichen Hölle handelt, dann hat der Fluch Bors keine Gültigkeit mehr und die Disir können endlich in die Totenwelten, die nur den Asen vorbehalten sind.

Erinnert vom Grundgedanken her ein wenig an Jim Kruegers und Alex Ross Ansatz in Earth X (und auch Universe X und Paradise X), dass letztlich der eigene oder der von ihren Anhängern ausgeübte Glaube die Wirklichkeit der Götter bestimmt. Und so versetzt Kieron Gillen auch die entarteten Walküren in die Position Hel betreten zu können, indem er sie einfach davon ausgehen lässt, dass es sich nicht mehr um das nordische Totenreich handelt. Damit sind die Grundfesten Asgards erschüttert. Denn die von den Disir in Walhall getöteten Asen kehren nicht in ein weiteres Leben nach dem Tode ein, sondern ihre Seelen erlöschen. Wenn Thor, Balder, Tyr und die anderen nicht handeln, wandelt sich ihr Totenreich in eine wahre Hölle, ihre Seelen enden nach ihrem Tode im Nichts.

Dementsprechend viel steht auf dem Spiel und eilig machen sich Thor und Tyr auf den Weg, der umlagerten Festung Helas zur Hilfe zu eilen. Schon bald müssen die beiden Asen feststellen, dass gegen die Disir kein Kraut, und sei es auch göttlich, gewachsen ist. Und während Tyr mit immer verzweifelteren Mitteln gegen die Verfluchten kämpft, muss sich Thor in die Hölle Mephistos begeben, wo die einzige Waffe existiert, die den Disir etwas anhaben kann. Freiwillig gibt Mephisto die Klinge jedoch nicht aus der Hand.

Leider ist ein Teil der Reise Thors in die Hölle etwas konventionell von Richard Elson in Szene gesetzt worden. Zwar hat er sich besser bei Thor eingefunden, als das letzte Mal, aber immer noch schafft er es mit seinen Zeichnungen nicht wirklich den Leser zu packen. Ihm gelingt es nicht einen Eindruck vom Fantastischen der Ereignisse zu erschaffen. Hinzu kommt eine etwas geschwätzige Erzählstimme (ein Dämon berichtet Mephisto in Echtzeit von Thors fortkommen), die zwar in der Handlung selbst auf die Schippe genommen wird aber nun einmal dennoch vorhanden ist und alles etwas zäh gestaltet. Dafür führt Kieron Gillen die Geschichte dann zu einem konsequenten und dem mythischen Geschehen angemessenen Ende, indem er den Fluch der Disir gegen diese ausspielt. Außerdem hat er, was Intrigen und Ränke angeht, mit Mephisto einen guten Ersatz für Loki gefunden. Durchaus clever gelöst.

Clever, für eine der Asen allerdings eher tragisch, ist auch der Rückgriff auf die Tatsache, dass in der Schlacht gefallenen Helden nach dem nordischen Glauben nach Walhall in die Hallen der Götter eintreten. So auch ein etwas eigenwilliger Krieger namens Bill. Kelda kann es kaum fassen, aber ... und hier kommt das Gemeine ... es ist ihr als ewig lebende Göttin bedauerlicherweise verwehrt die Halle der Toten zu betreten. „Kein Lebender betritt die Halle“, und so gilt dies ebenso für lebende Götter. Der armen Frau bleibt auch nichts erspart. Eine tragische Wendung der Liebesgeschichte, mit Konsequenzen an denen jemand Anteil hat, mit dem man schon nicht mehr gerechnet hat: Loki. Seine Ränke überdauern selbst seinen eigenen Tod. Sicher nicht das Letzte, was man vom Gott der List gehört hat. Doch das liegt in den Händen des künftigen Schreiberlings Matt Fraction.

Am Schluss ist ein Umstand noch bemerkenswert. Der Comic riecht so sehr nach Druckerschwärze, dass einem fast schwindlig beim Lesen wird. Selbst das Innencover und die hintere Seite des Umschlages sind so stark nachgedunkelt, als hätte jemand mit dem Bleistift nachgeholfen. Allein die Hoffnung bleibt, es so nicht bei allen gedruckten Exemplaren vorzufinden.


Fazit:

Kieron Gillen gibt eine gelungene Abschlussvorstellung und liefert mit Thor 9: Pakt mit dem Teufel eine in sich runde und geschlossene Geschichte ab, die gut an Ereignisse vor The Siege anknüpft. Ein Abschluss von J. M. Straczynski wäre zwar schöner gewesen (so viel nachtrauern muss sein), aber auch ohne ihn ist eine runde Sache daraus geworden. Thor ist wahrlich besser dran ohne Mega-Event.




Thor 9: Pakt mit dem Teufel - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Thor 9: Pakt mit dem Teufel

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Marvel Deutschland

Preis:
€ 14,95

ISBN 10:
4-197815-914953-09

124 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Rückgriff auf nordische Mythen
  • Handlungsfäden zu einem guten Abschlussknoten verknüpft
  • Zeichnungen von Doug Braithwaite
Negativ aufgefallen
  • Richard Elson Zeichnungen zu konventionell
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Rezension vom: 11.04.2011
Kategorie: Thor
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