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Comic-Besprechung - Elfen Lied 1

Geschichten:

EL 01 - EL 17, Special Digitopolis

Autor: Lynn Okamoto
Zeichner: Lynn Okamoto
Tuscher: Lynn Okamoto


Story:

Vor 150.000 Jahren behauptete sich der Homo Sapiens gegenüber dem Neandertaler. Nun, in der Gegenwart, gibt es eine neue Evolutionsstufe, die dem Menschen überlegen ist. Man nennt diese Wesen Diclonius. Sie haben Hörner auf ihrem Kopf und besitzen mehrere Arme, von denen normale Menschen jedoch nur zwei sehen können.

Lucy ist eines dieser Wesen. In einem Hochsicherheitstrakt wird sie rund um die Uhr bewacht. In ihrer DNS befindet sich der Befehl, die menschliche Rasse zu eliminieren. Durch das Missgeschick eines Wächters gelingt es ihr zu entkommen. Bevor sie in den Abgrund, der sich rund um ihr Gefängnis zieht, in ‚Richtung Freiheit‘ stürzen kann, wird sie von einer Kugel am Kopf getroffen und fällt in die reißenden Fluten.

Kota hat nach viel Mühe und Not doch noch einen Studienplatz bekommen. Er zieht zu seiner Cousine Yuka, die mit ihm auf dieselbe Uni geht. Yuka ist seit ihrer Kindheit in den jungen Mann verliebt. Kota hingegen kann sich wegen eines schrecklichen Erlebnisses nicht mehr an diese zurückliegenden Jahre erinnern.

Als die beiden eines Nachmittags nach der Uni am Strand entlang spazieren, finden sie ein nacktes Mädchen in ihrem Alter mit rosafarbenen Haaren und Hörnern auf dem Kopf. Das Mädchen kann nur ein Wort sagen und zwar „nyu“. Kota und Yuka nehmen sich ihrer an und nennen sie Nyu, da sie anscheinend ihr Gedächtnis verloren hat.

Aufgrund einer unglücklichen Begebenheit läuft Nyu weg. Kota und Yuka finden sie am Strand wieder. Doch bevor die beiden sie mit nach Hause nehmen können, werden sie von Leuten des Militärs bewusstlos geschlagen. Im Krankenhaus wachen beide wieder auf, aber keiner glaubt ihnen, als sie von diesem Vorfall erzählen. Langsam begreifen die Jugendlichen, dass Nyu in eine Sache verwickelt ist, der sie alle nicht gewachsen sind. Aber im Stich lassen wollen sie die neue Freundin auch nicht.



Meinung:

Elfen Lied ist ein Fantasy/Horror-Manga mit SF-Elementen und erotischen Einlagen. Warum der Titel so heißt, ist nicht bekannt – Elfen kommen jedenfalls nicht darin vor. Wahrscheinlich entschied man sich wegen Nyus Ohren dafür, da diese sehr lang und spitz sind und daher an die von Elfen, einer äußerst beliebten Spezies innerhalb der phantastischen Literatur, erinnern.

Die Zeichnungen sind meistens sehr einfach gehalten, was bewirkt, dass die Protagonisten noch sehr jung erscheinen. Dabei ist es egal, ob die Person drei oder dreißig Jahre alt ist; alle haben diese großen, runden Augen, was auch eine typische Eigenschaft von Figuren in Shojo- und Shonen-Mangas ist. Einige Bösewichte haben schmale, eckige Augen, die oft von gefährlich funkelnden Brillengläsern verdeckt werden.

Viele Erotik-Mangas setzen auf das Kindchenschema und süße Mädchen, die sehr jung wirken. Damit nähern sie sich einer Grenze, die ‚harmlose‘ Themen von Bereichen trennt, denen pädophile Tendenzen unterstellt werden können. Beispielsweise wurde Eidron Shadow indiziert, da die jungen Frauen wie 12-jährige wirkten (Lolicon). Weitere phantastisch-erotische Mangas, die an dieser dünnen Linie siedeln, sind Chirality, Vampire Master, Seraphic Feather und Exxaxxion.

Es gibt Zeichnungen die sich über zwei Seiten erstrecken und entscheidende Momente im Leben der Protagonisten zeigen, darunter die erste Begegnung von Kota, Yuka mit der flüchtigen Nyu. Dabei wirkt die Nacktheit Nyus durch ihre verschränkten Arme keinesfalls erotisch, sondern eher hilfesuchend. Ihre Haare kringeln sich teilweise herzförmig.

Obwohl sich die Protagonistin Nyu mit ihren Kräften oft sehr heftig, ja, schon grausam zur Wehr setzt, empfindet man Mitleid mit ihr. Tatsächlich appelliert ihr Verhalten an die Gutherzigkeit von Kota und Yuka, die das Mädchen, ohne zu zögern, in ihr Haus aufnehmen. Auch diese beiden haben schreckliche Erlebnisse hinter sich, die im Laufe der Bände enthüllt werden. Wer die Anime-Serie kennt wird in den Büchern mit weiteren Informationen versorgt. Obwohl es dramatische Actionszenen gibt, werden auch die ruhigen, normalen Momente im Alltag der Figuren nicht vernachlässigt. Gelegentlich blitzt sogar ein wenig Humor auf, so dass sich die Story nicht durchweg düster liest.

Die Handlung selbst ist blutig. Von abgetrennten Körperteilen bis hin zu zerquetschten Köpfen ist alles dabei. In Folge möchte man den Manga der Splatter-Abteilung zuordnen.

Lynn Okamoto lebt in Tokio und hat früher für Bandai gearbeitet. Elfen Lied ist sein Debütwerk. Ferner hat er Kurzgeschichten geschrieben wie Digitopolis, Memoria und Carrera. Die sehr gewalttätige Handlung, die viele Horrorelemente besitzt, dürfte vor allem für junge Männer ab 16 Jahre interessant sein. Leserinnen, die eher die romantische Schiene bevorzugen und es weniger blutig mögen, sollten die Finger von diesem Band lassen.



Fazit:

Elfen Lied ist ein sehr spannender Manga für Erwachsene. Wer auf viel Action mit einer Prise Sex steht, ist mit diesem Manga sehr gut bedient. Auch der Preis ist angemessen, da der Manga im Überformat erscheint. Der Band ist zwar nicht so brutal und blutig wie z. B. Saw, aber eine ‚Prinzessin Sissi‘-Version ist er auch nicht gerade. Man sollte schon einen guten Magen haben. Splatter-Fans kommen garantiert auf ihre Kosten.



Elfen Lied 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Elfen Lied 1

Autor der Besprechung:
Petra Weddehage

Verlag:
Tokyopop GmbH

Preis:
€ 14,00

ISBN 13:
978-3-86719-654-3

432 Seiten

Elfen Lied 1 bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • interessante Story
  • faszinierende Charaktere mit Vergangenheit
  • explizite Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • absolut kompromisslose und brutale Darstellungen
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Rezension vom: 22.04.2011
Kategorie: Elfen Lied
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