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Comic-Besprechung - Avengers 1

Geschichten:

Die Nächsten Rächer, Teil 1

Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner: John Romita jr.
Tusche: Klaus Janson
Farben: Dean White

Besessenheit

Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner: Stuart Immonen
Tusche: Wade von Grawbadger
Farben: Laura Martin





Story:
Steve Rogers hat seinen Schild abgelegt und rekrutiert ein neues Rächer-Team. Kaum ist die Auswahl mit Iron Man, Thor, dem neuen Captain America, Wolverine, Spider-Man, Hawkeye und Spider-Woman komplett, da kündigt sich auch schon die erste Bedrohung an. Kang der Eroberer erscheint und verkündet den Anwesenden ein dunkles Zeitalter in der Zukunft. Die Verantwortlichen? Die Nachkommen der Rächer.

Auch Luke Cage ist mit seinem ehemaligen Untergrund-Team auf Steve Rogers Liste für mögliche Rächer. Auf Begeisterung stößt sein Vorschlag bei Cage jedoch nicht. Der hat nicht gegen das Registrierungsgesetz für Superhelden gekämpft, um jetzt doch Teil einer Regierungseinheit zu werden. Da unterbreitet Steve Rogers ihm ein Angebot, welches er nicht ausschlagen kann. Vermutlich nicht zu früh, denn während die Helden feiern, ist auf der Astralebene der Teufel los. Und plötzlich landet das Auge von Agamotto mitten bei den New Avengers, mit den nach ihm Gierenden gleich im Schlepptau.


Meinung:

Die Posaunen tönen es vom Himmel, die Ära der Helden ist gekommen. Halleluja! Nachdem die Herrschaft des Antichrists ...äh, Bösewichts Norman Osborn gebrochen wurde, sind die Helden wieder am Ruder und starten in eine neue Epoche. Das dunkle Zeitalter ist endlich überwunden und man ist froh über jeden Lichtblick auf unterhaltsame Geschichten. Avengers 1 enthält sowohl die Erstausgabe der amerikanischen Avengers, als auch jene der New Avengers. In Zukunft teilen sich die beiden Serien einen Titel. Ganz im Sinne einer Überkompensation sind nach Dark Reign aber noch weitere Rächer-Serien auf den Markt geworfen worden. Secret Avengers, Avengers Academy und die Mini-Serie Avengers Prime sind ebenfalls an den Start gegangen und erscheinen teilweise auch bei Panini. Mit einem monatlichen Titel wurde alleine die Kernserie Avengers geadelt, die eine größtenteils klassische Zusammenstellung der größten Marvel-Helden aufbietet.

Obwohl die Avengers nie unter Personalnot litten (wie es auch Sergio Aragonés einmal herrlich verulkte), sind die neuen Teams Avengers und New Avengers nicht vor Doppelbesetzungen gefeit. Spidey, Wolverine sind in beiden Teams vertreten und selbst Hawkeye scheint noch unsicher zu sein, an wessen Frühstückstisch er gerne sitzen würde. Luke Cage kümmert sich nebenbei noch um die Thunderbolts. Workaholics sind ein Scheißdreck dagegen. Wolverines lakonische Antwort dazu. Marvel will eben unsere Popularität ausnutzen. Nein, nicht wirklich. Aber Multitasking erklärt es auch nicht ganz.

Aber alles kritteln am Kleinklein beiseite, ist mit der neuen monatlichen Avengers-Serie eine echte Perle an den Start gegangen. Im Hauptteil bekommt man die großen Drei: Thor, Captain America (Bucky!) und, in neuer Rüstung mit noch mehr Positionslichtern, Iron Man. Dazu gesellen sich dann Wolverine und Spider-Man. Ach ja, Spider-Woman und Hawkeye springen auch noch irgendwo herum. Auch ihr erster Gegner ist schon lange Teil der Rächer-Historie und sorgte mit seinen Zeitreisen und verschiedenen Inkarnationen oft für Wirbel. Kein Geringerer als Kang der Eroberer ist gemeint, der den Helden von einer in der Zukunft liegenden Bedrohung kündet. Nanu? Kang diesmal nicht der Bösewicht und er will den Rächern helfen, damit diese die Welt vor ihren eigenen Kindern retten? Warum kann das erste Abenteuer nicht etwas betulicher beginnen, werden sich die Rächer gedacht haben. Aber jetzt müssen sie irgendwie in die Zukunft reisen, um eine vormals von Ultron zerstörte Welt vor ihren eigenen Nachkommen zu retten. Wenn da nicht aber mehr dahinter steckt. Hoffentlich deckt die Versicherung bei den Rächern das ab.

Es geht also gleich in fantastischer Manier los und erfordert tatsächlich übermenschliche Kräfte, um der Aufgabe gewachsen zu sein. Das sind wahrlich Bedrohungen, die ein einzelner Held nicht alleine bewältigen könnte. Daher: RÄCHER SAMMELN. Den Ton, den Brian Michael Bendis, der Haus- und Hofautor Marvels, damit vorgibt ist klar. Nach der Ära des Dark Reign und ihrem traurigen Abschluss The Siege soll der Sense of Wonder wieder Einzug halten, die Abenteuer, nicht das Gesamtkonzept wieder epischer werden. Und es funktioniert ausgezeichnet, ohne dabei einseitig zu werden.

Daneben deuten sich nämlich schon wieder neue Konflikte an und auch die Dynamik der einzelnen Charaktere mag einige Überraschungen bereithalten. Steve Rogers ist in gewissem Sinne der neue Nick Fury, ohne den ganzen S.H.I.E.L.D.-Apparat im Nacken. Die Rächer sind jetzt doch ein Team der Regierung geworden. Der neue Captain America Bucky Barnes muss sich in seine neue Rolle im Team erst einfinden und auch die anderen müssen noch herausfinden, was sie an diesem neuen/alten Cap so alles haben. Ganz ausgestanden ist auch die Rivalität zwischen Steve und Tony nicht, wobei es unter Umständen nicht viel nutzt, dass die Rächer ersterem nicht direkt unterstellt sind. Und Wonder Man scheint auch noch unbequem zu werden. Viel Stoff für die weiteren Ausgaben könnte man sagen.

In John Romita jr. hätte Brian Michael Bendis keinen besseren Partner für den Neuanfang finden können. Dessen Stil verbindet, wie bei keinem anderen, klassische Comic-Kunst mit einem trotzdem modernen Anstrich, dem es beinahe mühelos gelingt ein Gefühl für Epik zu erzeugen. Bei Romita jr. sind nur wenige Euphemismen überzogen, auch wenn mancher an seine Art zu zeichnen erst heranreifen muss. Unter seiner Fittiche muss man sich um den neuen Avengers-Titel erstmal keine Sorgen machen.

Die zweite Hälfte wird ebenfalls von einem Rächer-Team bestritten. Wenn man zuletzt in Spider-Man & Die Neuen Rächer 32 reingelesen hatte und des grandiosen, von Brian Michael Bendis verzapften Dünnschisses gewahr werden durfte, so beschleunigt New Avengers 1, der zweite Teil des Magazins, auf einmal mit Überlichtgeschwindigkeit nach vorne in die richtige Richtung.

Nicht unberechtigterweise fragt sich Luke Cage, warum man nach Civil War, der Bedrohung durch die Skrulls, der Dark Reign und The Siege genau wieder da ansetzt, wo das ganze Unglück seinen Lauf genommen hat und man die Rächer jetzt letztlich doch gewissermaßen verstaatlicht. Dafür hatte Cage mit seiner Truppe nicht aus dem Untergrund heraus gekämpft. Eine ähnliche Frage könnte man sicherlich auch Marvel selbst stellen. Warum erst ein Megaevent an das andere reihen, die dazu immer brutaler und depressiver werden, nur um jetzt endlich wieder einfach gute Geschichten erzählen zu können, ohne die Effekthascherei eines solchen Ereignisses? Warum nicht gleich so? Im Grunde hat man sich da in einem großen Kreis gedreht.

Dass Luke Cage sich ein wenig querstellt bei all der Aufbruchstimmung und nicht bereit ist alles wie selbstverständlich zu schlucken, ist ein ausgezeichneter Gegenpol von dem aus sich dieses Team der New Avengers entwickeln kann. Mit ihrer eigenwilligen Art wirken die New Avengers, anders als ihre Kollegen ohne das New, gleich wie eine Familie, die sich dem Beschützen der Welt nicht aus Pflichtgefühl gegenüber der Allgemeinheit widmet, sondern aus dem Pflichtgefühl füreinander. Unterstützt wird dies durch die Einbindung von Luke Cages Familie in den internen Kreis und der (voraussichtlichen) Verpflichtung von Ben Grimm als Mitglied, der ja auch von einem Familienteam kommt.

Der Neubeginn für Luke Cages Team wird augenzwinkernd inszeniert. Das neu renovierte Rächer-Anwesen kaufen sie Tony Stark für einen Dollar ab, den sich Cage auch noch von Iron Fist leihen muss. Von jetzt an können sie ihr eigenes Rächerding durchziehen. Ihre Unabhängigkeit von Steve und den anderen Avengers gibt ihnen aber eine bittere Pille zu schlucken. Als Verbindungsfrau sucht sich Steve ausgerechnet Victoria Hand aus, Norman Osborns Assistentin bei HAMMER. Für unterhaltsame Reibungen ist also gesorgt, die das Team wahrscheinlich genauso auf Trab halten werden, wie das plötzliche Auftauchen des Auges von Agamotto und dem Erscheinen zweier wohlvertrauter, diesmal düsterer daherkommender Gestalten.

New Avengers wird, ebenso wie der „Vorgänger“, von dem großartigen Stuart Immonen gezeichnet. Sein lebendiger Stil, der die zwischenmenschlichen Momente ebenso gekonnt einfängt, wie die großen Action-Momente, ist in jedem Panel ein echter Hingucker. Er fängt die Atmosphäre der New Avengers, das Familiengefühl, perfekt ein und gibt jeder Figur ihren eigenen Charakter, ohne dass es noch weiterer Worte bedürfte.

Die Erstausgabe legt dann zu den schönen Geschichten noch ein großes von Greg Land gezeichnetes Poster oben drauf, auf dem die Avengers in all ihrer Pracht posieren dürfen

Ein aus wirklicher Freude und genuinen Lesevergnügen gespeistes Grinsen lässt sich beim Blättern in Avengers (gerade ab der ersten Hälfte) einfach nicht unterdrücken. Vielleicht zu früh, um dies zu proklamieren, aber dies sind die Rächer, die man immer haben wollte.

Willkommen in der Helden-Ära!



Fazit:

Avengers 1 hat den Charme, den eine erste Ausgabe haben muss, formvollendet getroffen. Die Aufbruchstimmung überträgt sich unverfälscht auf den Leser, der in freudiger Erwartung den nächsten Ausgaben entgegen sieht. Irgendwo stand einmal, mit jedem Reboot und damit einhergehender Neunummerierung verlöre ein Titel einen Teil seiner Stammleserschaft. Ein Schicksal, welches man dem hervorragenden Avengers 1 wahrlich nicht wünschen kann. Ein sehr guter, optimistisch stimmender Auftakt.





Avengers 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Avengers 1

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 4,95

ISBN 10:
4-192193-204955-01

52 Seiten

Avengers 1 bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • ausgezeichneter Start der Avengers-Serie
  • die großen Momente sind wieder da
  • Family-feeling bei den New Avengers
  • John Romita jr. und Stuart Immonen
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 09.03.2011
Kategorie: Die Rcher
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