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Comic-Besprechung - Pluto: Urasawa X Tezuka 2

Geschichten:

Akt 8 – 15

Autor: Osamu und Makoto Tezuka, Naoki Urasawa, Takashi Nagasaki
Zeichner: Naoki Urasawa
Tuscher: Naoki Urasawa

Story:

Menschen und Roboter leben friedlich miteinander, doch seit einer geraumen Weile lässt eine brutale Mordserie beide Spezies vor Entsetzen den Atem anhalten: Ausgerechnet jene Roboter, die sich besonders verdient gemacht haben im letzten großen Krieg und dem folgenden Friedensprozess – die intelligentesten und technisch am weitesten entwickelten Maschinen -, werden auf spektakuläre Weise getötet und mit einer Art Geweih am Tatort zurückgelassen. Dieses Geweih ist das Bindeglied zu einem anderen Mord, der an Bernhard Lanke, der sich für die Gleichberechtigung der Roboter einsetzte, begangen wurde.

Der deutsche Europol-Inspektor Gesicht, selber ein Roboter, steht vor einem Rätsel, denn nirgends findet sich eine Spur, die darauf hinweist, ob ein Mensch oder ein Roboter die Verbrechen beging. Gesicht wendet sich an den einzigen Roboter, der trotz seiner Programmierung vor Jahren einen Menschen ermordete und seither demoliert in einem Gefängnis liegt, und an Atom, der bereits eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht hat, dass er wie ein Menschenkind wirkt und fähig ist, rein menschliche Dinge zu erfassen, die ein Roboter eigentlich nicht verstehen kann.

Gestalt erfährt, dass das Geweih auf „Pluto“, den römischen Gott der Unterwelt, verweist und noch sechs weitere Morde folgen sollen. Offenbar ist diese Befürchtung berechtigt, denn wieder wird ein Toter – Junichiro Tazaki formulierte die internationalen Roboterrechte - gefunden, und ein dritter berühmter Roboter verliert sein Leben. Gestalt ahnt, dass Atom, er selber und einige andere in höchster Gefahr schweben. Umso mehr beunruhigt ihn die Entdeckung, dass seine Erinnerungen manipuliert wurden ...



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

In der nahen Zukunft leben Menschen und Roboter in Harmonie zusammen. Viele der Maschinen sind bereits so hoch entwickelt, dass man sie kaum noch von Menschen unterscheiden kann. Selbst wenn sie Gefühle und menschliche Notwendigkeiten nicht kennen, kopieren sie eher mehr als weniger die Verhaltensweisen ihrer Vorbilder, lernen von ihnen und werden ihnen immer ähnlicher. Tatsächlich leidet Gesicht unter Albträumen, und selbst so etwas wie Angst, Trauer, Hoffnung und Freude scheinen für ihn und Seinesgleichen keine abstrakten Begriffe mehr zu sein. Das rückt die Frage in den Mittelpunkt, wo die Maschine aufhört und der Mensch beginnt.

Rückblenden verraten Näheres über den letzten Krieg, in dem Roboter gegen Roboter kämpften – im Auftrag machthungriger Menschen. So mancher, der an den Kämpfen teilnehmen musste und überlebte, kehrte traumatisiert zurück und wünscht sich seither nichts sehnlicher als Friede. Bevor North Nr. 2 ermordet wurde, entdeckte er seine Liebe zur Musik und erlernte das Klavierspiel – er betätigte sich kreativ, wurde selbst zum Schöpfer. Allerdings sind das nur einzelne Puzzlestücke, die zum Spekulieren einladen, wie das Gesamtbild aussehen mag.

Denkbar ist, dass sich immer mehr Menschen davor fürchten, dass es eines Tages keinerlei Unterschiede mehr geben wird uns ihre Art ganz von den Robotern ersetzt wird. Atom ist das beste Beispiel dafür, wie perfekt eine Maschine menschliche Verhaltensweisen nachahmen kann, so dass diese zu festen Gewohnheiten werden – und dass ein Roboter sogar wegen einer anderen Person weinen kann, in diesem speziellen Fall wegen Gestalt, der manipuliert wurde, ohne es zu wissen. Der Zufall bringt den Inspektor jedoch darauf, dass etwas mit ihm nicht stimmt, doch derjenige, der mehr weiß und möglicherweise den Drahtzieher kennt, schweigt.

Und das Grauen geht weiter, denn ein weiterer hoch entwickelter Roboter wird ermordet. Allerdings war er, im Gegensatz zu den anderen, kein ahnungsloses Opfer. Ob seine Aktion Gesicht zu neuen Informationen verhilft, die die Ermittlungen weiter bringen, bleibt abzuwarten. Der Band endet offen, aber ohne richtigen Cliffhanger. Es gibt im ganzen Buch auch keine spektakulären Action-Szenen; stattdessen wird die Handlung realistisch vorangetrieben, sie konzentriert sich auf die Charaktere und ihre Dialoge. Obwohl der Manga insgesamt sehr ruhig verläuft und allein von den überraschenden Enthüllungen und den feinen Details, die die Protagonisten auszeichnen, lebt, fiebert man voller Spannung der Fortsetzung entgegen.

In Folge kann man Pluto nicht mit den üblichen Mangas vergleichen, die sich an ein junges Publikum oder an reifere Leser wenden, die nach Krawall, Klamauk und Schock-Effekten verlangen. Genauso wie z. B. Kirihito, Ein Zoo im Winter und Lady Snowblood wendet sich Pluto an eine erwachsene männliche und weibliche Leserschaft, die Lektüren von gehobenem Niveau bevorzugt.



Fazit:

Schätzt man niveauvolle Science Fiction-Thriller in der Tradition von Jack Vance, Frank Herbert, Isaac Asimov oder Stanislaw Lem, wird man auch von Pluto fasziniert sein. Wer Naoki Urasawas Monster kennt, weiß was ihn erwartet – und er wird nicht von dieser Hommage an Osamu Tezukas Astro Boy enttäuscht. Die realistischen Zeichnungen gehen Hand in Hand mit einer nachvollziehbaren Geschichte, die in der nahen Zukunft spielt und sich kritisch mit dem Thema befasst, was eigentlich Menschlichkeit ist, wo die Maschine aufhört und der Mensch beginnt, ob es überhaupt eine Grenze gibt.



Pluto: Urasawa X Tezuka 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Pluto: Urasawa X Tezuka 2

Autor der Besprechung:
Irene Salzmann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 12.90

ISBN 13:
978-3-551-71302-5

208 Seiten

Positiv aufgefallen
  • sehr komplexe, realistische Handlung
  • faszinierende Charaktere, die teils auf Osamu Tezukas Vorgaben beruhen
  • detailreiche Illustrationen
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 10.02.2011
Kategorie: Pluto
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