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Comic-Besprechung - The Rocketeer

Geschichten:

Originaltitel: „The Rocketeer: The Complete Adventures”

  • Story: The Rocketeer („The Rocketeer“)
  • Story: Cliffs Abenteuer in New York („Cliff’s New York Adventure“)
Text: Dave Stevens, sowie Danny Bilson & Paul Demeo (Ko-Autoren Teil 2, Kapitel 2-3)
Zeichnungen: Dave Stevens, sowie „künstlerische Assistenz“ von Jaime Hernandez (Teil 1), Arthur Adams, Geof Darrow, Gary Gianni, Michael Kaluta, Stan Manoukian, Sandy Plunkett, Vince Roucher (Teil 2)
Kolorierung: Laura Martin

Bonus-Material:

  • Vorwort: „Wenn Träume fliegen lernen“ von Christian Langhagen
  • Artikel: „Der Überflieger und sein Rocketeer“ von Christian Endres


Story:

April 1938. Cliff Secord ist Mitarbeiter von Bigelows Luftzirkus, ein Showpilot, der schon immer unter Schaustellern gelebt hat. Eines Tages passiert Merkwürdiges auf dem Chaplin-Flugplatz: eine Verfolgungsjagd endet im Hangar des Airports. Die Polizei kann zwei zwielichtige Gestalten festnehmen, die es jedoch zuvor noch schafften, ein geheimes Päckchen in einem Flugzeug zu deponieren.

Als Cliff das Objekt findet, zusammen mit einem Stapel Dokumente mit der Aufschrift "Streng Geheim", traut er seinen Augen kaum. In dem Paket befindet sich ein pistolenkugelförmiger Antrieb, ein Jetpack, das ihn auf aberwitzige Gedanken bringt. Zusammen mit seinem Kumpel, dem Tüftler Peevy, baut er einen Flughelm und modifiziert den Raketenantrieb so, dass er ihn sich auf den Rücken schnallen und damit fliegen kann.

Doch die Eigentümer des Geräts bleiben nicht untätig. Ziemlich schnell steckt Cliff mitten im Schlamassel, denn sowohl Nazi-Spione, als auch das FBI sind hinter dem Raketenrucksack her. Als wäre das nicht schlimm genug, wendet sich seine Freundin Betty immer mehr von ihm ab und gerät in die Fänge des Hollywood-Fotografen Marco, der ihr eine tolle Karriere verspricht.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Dave Stevens war ein Fan der B-Movies und der Movie Serials der Republic Pictures. Diese Filmproduktionsgesellschaft war von Mitte der 1930er Jahre bis Ende der 1950er Jahre in den USA aktiv und ihre Spezialität war es, billigproduzierte Serienfilme herzustellen, die auf Pulp- und Radio-Helden basierten. Fast jedes Unterhaltungsgenre war vertreten: Western, Superhelden, Krimi, Science Fiction, Dschungel, Piraten. Selbst wer sich mit dem Metier nicht auskennt, der wird sie alle schon einmal gehört haben: Dick Tracy, Zorro, The Lone Ranger, Fu Manchu, Red Ryder, Jungle Girl, Spy Smasher oder Captain America. Ende der 1940er Jahre startete mit Fred C. Brannon ein neuer Regisseur durch und drehte meist zwölfteilige Serials mit Titeln wie Jesse James Rides Again, Ghost of Zorro, Flying Disc Men From Mars, Zombies of the Stratosphere oder auch King of the Rocket Men, der letztlich The Rocketeer inspirierte.

Die Plots dieser Geschichten sind meist recht simpel. Die Guten sind gut. Die Bösen sind böse. Aber ihre Machart strahlt etwas unschuldig-naives aus, das gepaart mit einem Sense of Wonder und schönen Schauspielern eine nachhaltige Faszination ausübt. Dave Stevens, ein wirklich begnadeter Zeichner, schaffte es mit Bravur, diese Atmosphäre mit seinem Rocketeer-Comic einzufangen. Der Comic, der eigentlich aus einer Laune heraus entstand, als ein Independent-Verlag für seine Comic-Anthologie (Starslayer) noch ein paar Seiten frei hatte, wurde in den 1980er Jahren mit großer Begeisterung aufgenommen und 1991 von der Disney-Tochter Touchstone Pictures gar verfilmt (und ging allerdings an den Kinokassen sang- und klanglos unter). 2009 hob der US-Verlag IDW den vergessenen Schatz und veröffentlichte erstmals alle Rocketeer-Abenteuer von Dave Stevens in einem Band. Zu den Comics gibt es auch alle Covermotive der verschiedenen Serien zu bewundern.

Cross Cult übernahm Inhalt und Design der US-Version und setzte noch einen drauf. Druck, Papier, und Gestaltung sind vorzüglich geraten. Ein umfassender, flott geschriebener und reichlich illustrierter Artikel von Christian Endres wertet das Gesamtpaket zusätzlich auf. Einzig die einleitenden Worte von Christian Langhagen, der schon wesentlich treffendere Texte verfasst hat, wirken etwas konstruiert.

Hat man das irritierendeVorwort überstanden, kann man eintauchen in die Welt des viel zu früh im Alter von 52 Jahren an Leukämie verstorbenen Dave Stevens. Seine Zeichenkunst ist betörend. Stevens stellt das Hollywood und das New York der Dreissiger Jahre stilsicher dar. Darüber hinaus zollt der den alten Pulp- und Titelbild-Illustratoren dieser Ära seinen Tribut, bindet kongenial Art Deco-Elemente ein (besonders bei seinen Titelbildern) und serviert eine saftige Portion Cheesecake und Good-Girl-Art, denn Cliffs Freundin Betty ist die ultimative Hommage an Bettie Page, das Fetish- und Pin-Up-Model der Fifties. All diese Elemente ergeben eine optisch packende Mischung, die eine actionreiche und unterhaltsame Pulp-Story transportiert.

Übrigens, der Band vereinigt nicht alle Rocketeer-Comics, die es gibt. Als der Film in die Kinos kam, produzierte Disney zwei Film-Adaptionen, eine 3D-Version von Ron Kidd (Story), Neal Adams (Zeichnungen) und Ray Zone (3D-Effekte) und ein komplett verschiedener Comic von Peter David (Story) und Russ Heath (Zeichnungen). Aber alles, was Dave Stevens zu dem Thema gezeichnet hat, ist versammelt.



Fazit:

Cross Cult hat wieder zugeschlagen. Fans von Pulp-Stories mit tollkühnen Helden, schönen Frauen und fiesen Bösewichten, Freunde vom Flair des "Goldenen Zeitalters" von Hollywood sowie Anhänger von schönen Zeichnungen können frohlocken. Endlich gibt es die kompletten Rocketeer-Abenteuer aus dem Pinsel von Dave Stevens auf Deutsch, wiederaufbereitet mit einer neuen Kolorierung für alle Bewunderer guter Comickunst. Ein sauberes Paket zum Abheben - da fehlt nur noch ein Raketenrucksack.



The Rocketeer - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Rocketeer

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 29.80

ISBN 13:
978-3-941248-36-6

160 Seiten

Positiv aufgefallen
  • exzellenter Gesamteindruck
  • Dave Stevens brilliert zeichnerisch
  • gutes Essay von Christian Endres
Negativ aufgefallen
  • Vorwort wirkt aufgesetzt und letztlich nichtssagend
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(4 Stimmen)
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Rezension vom: 05.01.2011
Kategorie: One Shots
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