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Comic-Besprechung - ZACK 138 (Nr. 12/2010)

Geschichten:
  • NICO: Atomium-Express (Teil 1), Autor: Fred Duval, Zeichner: Philippe Berthet
  • DAMOCLES: Unmögliches Lösegeld (Teil 2), Autor: Joel Callède, Zeichner: Alain Henriet
  • DER MANN VON NEUENGLAND (Teil 2), Autor/Zeichner: Dino Battaglia
  • DANTÈS: Sechs Jahre in der Hölle (Teil 3), Autor: Pierre Boisserie & Philippe Guillaume, Zeichner: Eric Juszezak
  • ES WAR EINMAL IN FRANKREICH: Für die Ehre (Teil 5), Autor: Fabien Nury, Zeichner: Sylvain Vallée
  • ÉPICTETUS, Autor: Guillaume Bianco, Zeichner: Sergio Algozzino



Story:

Hinweis: Auf Grund der Menge an verschiedenen Comics und den Gesetzmäßigkeiten der Fortsetzungsgeschichten, wird inhaltlich an dieser Stelle nicht alles wiedergegeben.

Im Dezember startet eine neue Science Fiction-Serie namens Nico mit der Geschichte Atomium-Express. Als im Jahr 1947 in Russland ein UFO abstürzt, ist das kein Einzelfall. In den USA, im Gebiet um Roswell, New Mexico, geschieht das Gleiche. Nico und ihre drei Freunde, plus ihr vierbeiniger Gefährte Jack, sind in der Wüste unterwegs und werden Zeuge, als sich eine leuchtende Untertasse in den Sand gräbt. Anders als in der uns bekannten Historie, beschließt US-Präsident Truman der Öffentlichkeit die Wahrheit zu sagen. Kein Amenmärchen vom geheimen Wetterballon der US-Air Force wird der Öffeentlichkeit aufgetischt, sondern nichts als die Wahrheit: ein außerirdisches Gefährt ist vom Himmel gefallen.

Zu Ende geht das dritte Kapitel der äußerst beliebten Serie Es war einmal in Frankreich. Für die Ehre konnte bis zum Schluss das hohe Niveau halten. Eine außergewöhnliche Geschichte, die zu Recht zu den Besten gehört, die 2010 in ZACK abgedruckt wurden.

Auf den Service-Seiten gibt es diesmal zwei Interviews. Den Beginn macht ein Gespräch mit Bodo Birk, dem Veranstalter des Comic Salons in Erlangen, geführt von Michael Hüster. Außerdem gibt es ein Interview mit dem Franzosen Jean-Denis Pendanx vom Verfasser dieser Rezension, der außerdem einen Artikel über die bemerkenswerte Seefahrer-Trilogie Jeronimus beisteuert. Volker Hamann widmet sich schließlich der neuen Graphic Novel Haarmann von Isabel Kreitz. Regelmäßige Sparten wie Novitäten, News und Rezensionen sind außerdem vertreten. 



Meinung:

Heiliges Kanonenrohr! Ja, ist denn schon Weihnachten?

Das ZACK-Magazin macht seinen Lesern zum Jahresabschluss ein ganz besonderes Geschenk: und zwar sich selbst. Aber nicht als 08/15-Ausgabe, sondern mit einer richtig guten Mischung. Besonders die Sekundärbeiträge sind im Dezember wirklich gut geraten. Aber der Reihe nach ...

Auf der Comic-Seite geht Atomium-Express, der erste Band der Science Fiction-Serie Nico, an den Start. Wie so oft, kann man anhand der ersten Seiten noch kein wirklich treffendes Urteil über die Qualität der Geschichte fällen. Aber wenn da nicht der einleitende Artikel zur Serie gewesen wäre, würde der gemeine Leser ziemlich alt aussehen. In besagtem Artikel wird ziemlich viel erklärt, was für das allgemeine Verständnis der Story unabdingbar ist. Wer diesen nicht liest, wird nur Bahnhof verstehen.

Das Covermotiv riecht nach Retro-Futurismus. Die ersten elf Seiten sind eine Melange aus Spionage-Thriller, Enid Blytons Fünf Freunde, 50er Jahre Ambiente und Old-School-SciFi. Abwarten und Tee trinken, heißt jetzt die Devise. Und für die üble, viel zu fette Schrift, die zum Einsatz kommt, gehört derjenige, der diesen Font ausgewählt hat, für mindestens fünf Minuten in einen fiesen Schwitzkasten genommen.

Sieht man einmal vom diffusen Eindruck, den der erste Teil der Nico-Story hinterlässt, ab, ist das Niveau der Comics in der Nr. 12/2010 angenehm hoch. Dino Battaglias Der Mann von Neuengland ist, obwohl eigentlich Marke Asbach-Uralt, spürbar eine Bereicherung und dürfte so den Horizont eines typischen ZACK-Lesers der franco-belgischen Schule mit seiner andersartigen Grafik erweitern. Serien wie Dantès und Damocles, wenngleich sie nicht als Top-Titel angesehen werden können, bieten gute, zeichnerisch sicher umgesetzte Unterhaltung. Und Es war einmal in Frankreich bestätigt seine Ausnahmestellung bis zur allerletzten Seite und endet mit einem spannenden Cliffhanger, der den empfindsamen Leser durchaus emotional berühren dürfte.

Wurde im November bereits eine gute Funny-Serie schmerzlich vermisst, so ist der Mangel im aktuellen Heft noch deutlicher spürbar. Die allseits verschmähten One-Pager Die Verdammten der Strasse und Dein Freund & Helfer glänzen beide durch Abwesenheit. Nur der kleine Épictetus hält am Ende des Hefts einsam die Fahne hoch.

Die Mischung der Interviews und Artikel in diesem Heft gehören zu den ausgewogensten und interessantesten der letzten Monate. Hier könnte ein Stärke eines monatlichen Magazins wie ZACK liegen, um weitere Leserschichten zu gewinnen. Das Gespräch mit Bodo Birk ist wirklich am Puls der Zeit. In den letzten Monaten mäanderte diese fruchtbare und anregende Diskussion über den Sinn und Zweck und vor allem die Aufpolierung des Erlanger Comic-Salons für die dringend benötigten Besuchermassen durchs Internet. Georg Tempel höchstselbst hatte sie mit einem seiner Editorials losgetreten. Viel wurde über den Comic Salon spekuliert. Sind die Besucherzahlen wirklich zurückgegangen? Wie sieht die Zukunft aus? Birk steht hier Rede und Antwort und beleuchtet die Problematik von seiner Seite aus.

Ebenfalls höchst interessant ist der Artikel über Haarmann. In seinem Beitrag beschränkt sich Volker Hamann nicht nur auf die just bei Carlsen erschienene Graphic Novel, sondern bindet den ersten Versuch, die Geschichte des Massenmörders aus Hannover in Comicform zu pressen, in seine Analyse mit ein. Peer Meter hatte sich bereits 1990 mit dem Stoff beschäftigt und zusammen mit dem Zeichner Christian Gorny eine Trilogie geplant. Doch nach dem ersten Band war aus mannigfaltigen Gründen Schluss. Die beiden enorm verschiedenen Interpretationen von Kreitz und Gorny zu vergleichen, ist ein interessantes Unterfangen.

Über den eigenen Beitrag zu schreiben verbittet logischerweise die Ehre, aber es sei an dieser Stelle erwähnt, dass es eine Freude war, einen interessanten Zeichner wie Jean-Denis Pendanx  persönlich zu treffen. Eine Serie wie Jeronimus geht schnell mal in der monatlichen Flut an Neuerscheinungen unter (besonders wenn es Wochen gibt, in denen Panini eine gefühlte Novitäten-Tsunami von 20 neuen Comics in die Comicläden spült), und da ist es umso wichtiger, dass solche Perlen auf einer Print-Plattform wie ZACK einem kundigen und interessierten Publikum vorgestellt werden.



Fazit:

Die letzte Ausgabe 2010 ist gleichzeitig das beste ZACK des Jahres. Eine bestmögliche Mischung an Artikeln, Interviews, News und Rezensionen, zusammen mit einer Ladung interessanter und unterhaltsamer Comics, lässt uns frohgemut ins neue Jahr blicken.



ZACK 138 (Nr. 12/2010) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

ZACK 138 (Nr. 12/2010)

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Mosaik Steinchen für Steinchen

Preis:
€ 7.90

84 Seiten

Positiv aufgefallen
  • ES WAR EINMAL IN FRANKREICH
  • DER MANN VON NEUENGLAND
  • starke Sekundärbeiträge
Negativ aufgefallen
  • wo sind die Funnies?
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 30.11.2010
Kategorie: ZACK
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