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Comic-Besprechung - Jeronimus 3: Auf der Insel

Geschichten:

Auf der Insel (Originaltitel: „JÉRONIMUS Troisième Partie: L‘île“)

Autor: Christophe Dabitch, Zeichner & Kolorist: Jean-Denis Pendanx



Story:

Am 29. Oktober 1628 brach die Galeone Batavia auf, um von Amsterdam nach Java zu segeln. Das Schiff kam dort nie an. Ein Unglück lässt rund 200 der Passagiere auf den Houtman Abrohols-Inseln vor Australien stranden.

In Auf der Insel, dem abschließenden Teil der Trilogie, die auf einer wahren Begebenheit basiert, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Jeronimus, der als letzter Überlebender nach zwei Tagen auf der Insel angespült wurde, kann sich als Anführer behaupten. Die Situation ist bedrohlich, denn die umliegenden Inseln bieten nicht viel: kein Wasser, kaum Nahrung.

Jeronimus merkt sehr schnell, dass die Überlebenden nur Ballast oder, noch schlimmer, Zahlen sind, die auf eine minimale Summe reduziert werden müssen. Durch listiges Geschick schafft er es nicht nur sich zu behaupten, sondern dass Menschen in ihr Unglück gestürzt oder umgebracht werden. Rund 125 Überlebende werden getötet, und bei keinem einzigen Mord legte Jeronimus selbst die Hand an.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Auf der Insel setzt die dichte Atmosphäre der ersten beiden Bände mit kompromissloser Klasse fort. Die Lage der Überlebenden ist prekär, denn wir haben es nicht mit einer Robinsonade zu tun, die eine unfreiwillige Reise in ein paradiesisches Idyll schildert, sondern mit einem Trip in die Hölle.

Ungefähr 200 Menschen überleben die Schiffskatastrophe. Was an Hab und Gut und Nahrung gerettet werden konnte, reicht nicht lange und vor allem nicht für alle. Immer stärker verstrickt sich Jeronimus, geleitet durch Machtphantasien und dem instinktiven Drang zum Überleben, in ein hinterlistiges Spiel um die Herrschaft auf der Insel. So wird eine Gruppe mit der Hoffnung geimpft, dass auf den Nachbarinseln das Leben verheißungsvoller wäre. Wer zurückkommt, wird erschlagen. Kritische Stimmen werden umgehend abgestellt. Das Subtile dabei ist, dass sich der ehemalige Apotheker dabei nie die Finger selbst schmutzig macht, denn er versteht es blendend seine Helfer zu manipulieren.

Neben den Sprechblasentexten der eigentlichen Handlung bedient sich Christophe Dabitch verstärkt des Erzählstils des Voice-Over. Mit klarer Nüchternheit kommentiert er damit die Geschehnisse oder die Eigenarten der Akteure des Dramas. Darüber hinaus gibt es ganze Seiten, in denen Dabitch schweigt und das Erzählen den ausdrucksstarken Bildern von Jean-Denis Pendanx überlässt.  Der impressionistische, malerische Zeichenstil von Pendanx passt sich kongenial der Atmosphäre der Geschichte an. Dieser Stil, der die Zeichnungen sehr von der durchschnittlichen Grafik eines Abenteuercomics unterscheiden lässt, wirkt höchst faszinierend. Gewisse Motive kann man immer und immer wieder betrachten.

Diese wahre Geschichte ist so fürchterlich, dass man sie kaum ertragen kann. Nur durch das Zusammenspiel der nüchternen Erzählung von Dabitch mit den malerisch beschreibenden Zeichnungen von Pendanx wird für den Leser ein gewisser Sicherheitsabstand geschaffen, damit er die Geschehnisse aushält.

Am Ende des Bandes findet sich ein Epilog mit einer Übersicht, was mit den einzelnen Personen, die das Grauen der Batavia überlebt haben, passiert ist. Ein Wink für alle, die dachten, dass die Story nur erfunden wäre.



Fazit:

Ein fesselnder, schockierender, aber in seiner kompromisslosen Konsequenz großartiger Abschluss für ein unglaubliches menschliches Drama. Jeronimus katapultiert Jean-Denis Pendanx mit seiner besonderen Zeichenkunst in die vorderste Reihe der aktuellen französischen Zeichner, deren Comics man besitzen muss, um mitreden zu können.



Jeronimus 3: Auf der Insel - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Jeronimus 3: Auf der Insel

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Schreiber und Leser

Preis:
€ 22.80

ISBN 13:
978-3-941239-48-7

88 Seiten

Jeronimus 3: Auf der Insel bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • gut recherchierte Geschichte
  • schönes Covermotiv
  • intensiver Lesegenuss
  • einer der Top-Titel des Jahres 2010
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2.33
(3 Stimmen)
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Rezension vom: 18.10.2010
Kategorie: Jeronimus
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