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Comic-Besprechung - 100% DC 28: Superboy und die Legion der Superhelden - Der Junge aus StahlGeschichten:
Ursprünge & Vorzeichen (US-Ausgabe Adventure Comics 0 April 2009) Der Junge aus Stahl (US-Ausgabe Adventure Comics 1 - 6 Oktober 2009 - März 2010) Story: Superboy weilt wieder unter den Lebenden und hat sich prompt bei seiner
Tante in Smallville einquartiert. Hier sinniert er über seine Bestimmung
und versucht herauszufinden, ob seine Superman-Gene oder doch eher sein
Luthor-Erbgut seine Persönlichkeit prägen. Als Lex Luthor plötzlich
ebenfalls in Smallville auftaucht, geraten die Beiden aneinander und
Luthor beweist, dass er in der Lage ist der Menschheit zu helfen. Doch
welche Absicht tatsächlich hinter der guten Tat steckt, entdeckt der
Junge aus Stahl zu spät. Vielleicht sogar viel zu spät? Meinung: Der Junge aus Stahl ist eine bemerkenswerte Geschichte um Connor Kent alias Superboy. Der Schwerpunkt der Geschichte liegt eindeutig auf der Entwicklung der Hauptfigur. Superboy durchläuft einen Reifeprozess, in dem er sein bisheriges Leben hinterfragt und erfahren möchte, ob er eher wie Superman oder Lex Luthor sein wird. Superboy starb während der
Infinite Crisis und wurde im Rahmen der Final Crisis wieder zum Leben
erweckt. Für ihn war es nur ein kurzer Augenblick, doch im DC Universum
sind einige Jahre vergangen und vieles hat sich geändert. Immer wieder
trifft Superboy auf Personen, die ihm in der Vergangenheit viel bedeutet
haben. Diese Treffen nutzt Autor Geoff Johns um den aktuellen Status im
DC Universum geschickt in die Handlung einfließen zu lassen. Dadurch
finden sich auch neue Leser problemlos zurecht und können der Geschichte
folgen. Außerdem sind die Unterhaltungen mit alten Freunden wichtig,
damit sich Superboy seiner Bestimmung bewusst werden kann. Insbesondere
seine Freundschaft mit Tim Drake alias Red Robin steht hier im
Mittelpunkt. Wenn Superboy und Red Robin miteinander reden, spürt man
die jahrelange Freundschaft der Beiden in jeder Silbe. Darüber hinaus
erfährt man einiges über die Motivation von Tim Drake und warum er sich
so verbissen auf die Suche nach Lebenszeichen von Bruce Wayne macht.
Doch auch die Episode mit Wondergirl, Superboys Freundin aus
vergangenen Tagen, weiß zu überzeugen. Subtrahiert man die Superkräfte,
bleibt eine Geschichte über das Erwachsenwerden und die Liebe. Ein
Stilmittel, dass der Autor hierbei einsetzt, ist eine To Do-Liste, in
der Superboy Tätigkeiten abhakt, die er erledigt hat. Diese Liste hat
zwei Spalten: "Dinge, die Superman getan hat" und "Dinge, die Lex Luthor
getan hat". Mit der Liste wird auf einer weiteren Ebene Spannung
erzeugt. So gelingt es Geoff Johns einer Aussage von Superboy nur mit
Hilfe dieser Liste eine neue Intention zu verleihen. Dies macht den
Charakter vielschichtig und geheimnisvoll. Der Leser entdeckt gemeinsam
mit der Hauptfigur immer neue Facetten seiner Persönlichkeit und ist
selbst gespannt, welche Entwicklung Superboy noch durchlaufen wird. Geoff Johns ist ein Meister der Andeutungen und dem Erzählen von großen
zusammenhängenden Geschichten. Daher verwundert es nicht, dass sich in
der Geschichte immer mal wieder Andeutungen auf Superboys Rolle während
der Blackest Night finden. Die Hinweise sind dezent platziert und
verwirren nicht. Darüber hinaus deuten sich immer wieder Konflikte oder
zukünftige Entwicklungen an. Diese Andeutungen sind spannend inszeniert
ohne dabei die Handlung zu überladen. Sie wecken das Interesse am
Fortgang der Geschichte. Dadurch legt der Autor den Grundstein für
zukünftige spannende Episoden. Heimlicher Star
der Geschichte ist Krypto der Superhund. Superboys Sidekick sorgt durch
seine unbeschwerte Art für manches Schmunzeln. Bemerkenswert hierbei
ist, dass Krypto nur bellt und knurrt und man trotzdem weiß, was in
diesem Hund vorgeht. Dieser Umstand ist der herausragenden Arbeit von
Francis Manapul geschuldet. Der kanadische Künstler zeichnet seine
Akteure sehr realistisch mit starken Konturen. Darüber hinaus setzt er
gekonnt schraffierte Flächen ein. Manapul besitzt ein besonderes Talent
Emotionen in Gesichtsausdrücken zu reflektieren. Er schafft es sogar,
dass Krypto mal glücklich, besorgt oder verängstigt aus seinen
Hundeaugen blickt. Auch die ländliche Umgebung von Kansas bringt er
überzeugend zu Papier. Immer wieder entdeckt man im Hintergrund
landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, die perfekt in die Szenerie passen. Veredelt werden die Bilder durch die Farben von Brian Buccellato. Er
taucht die Panels in warme und sanfte Farben, die aufgrund ihrer
unterschiedlichen Deckkraft stark an Wasserfarben erinnern. Diese
Farbgebung passt wunderbar ins ländliche Smallville und das
Zusammenspiel von Farben und Formen lädt zum ausgiebigen Betrachten ein.
Die Zeichnungen sind solide und weisen klare Konturen auf. Insbesondere bei der Darstellung von außerirdischen Architekturen und fremden Planeten beweist der Künstler seine Vielfalt. Die verschiedenen Charaktere werden individuell gezeichnet, so dass trotz der Fülle an Personen ein gewisser Wiedererkennungswert erhalten bleibt. An die atemberaubende Qualität von Manapul kommt Henry jedoch nicht heran. Fazit: Der Junge aus Stahl kann in allen Bereichen punkten und überzeugt
sowohl in erzählerischer als auch in optischer Sicht. Ohne
effekthaschende Actioneinlage charakterisiert Geoff Johns einen
Superboy, der sich selbst finden möchte. Viele Gastauftritte von mehr
oder weniger bekannten Superhelden lockern das Szenario auf und sorgen
für abwechslungsreiche Dialoge. Geschickte Anspielungen auf zukünftige
Ereignisse wecken hohe Erwartungen an die Serie. Lang lebe die Legion verliert im direkten Vergleich zur ersten Geschichte, hat aber durchaus Potenzial für spannende Entwicklungen. |
100% DC 28: Superboy und die Legion der Superhelden - Der Junge aus Stahl Autor der Besprechung: Marcus Koppers Verlag: Paninicomics Preis: € 16.95 156 Seiten ![]() |
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| Rezension vom: | 17.10.2010 | ||||||
| Kategorie: | 100 % DC | ||||||
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