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Comic-Besprechung - The Umbrella Academy 2: Dallas

Geschichten:

US-The Umbrella Academy: Volume 2: Dallas

Autor: Gerard Way, Zeichner: Gabriel Bá



Story:

Nachdem die Umbrella Academy im ersten Band dem Weltuntergang unter hohen Verlusten nur knapp entkommen ist, hat sie sich wieder in alte Verhaltensweisen zurückbegeben. Spaceboy hockt nur noch vor dem Fernseher und wird immer fetter, Seance feiert seine Berühmtheit, Rumor rächt sich an der Weißen Violine für das Chaos, das sie im letzten Band angerichtet hat, Kraken prügelt sich schlecht gelaunt mit kleinen Gangstern und Nummer Fünf verzockt sein Geld bei Hunderennen. Eine Familie scheinen die sechs Superhelden also durch das damalige Abenteuer nicht geworden zu sein.

Dumm nur das ein Zwischenfall mit Nummer Fünf alle zur Zusammenarbeit zwingt. Dafür müssen aber erst drastische Dinge geschehen. Nummer Fünf und Rumor werden von einer geheimen Organisation gezwungen, in die Vergangenheit zu reisen und das Attentat auf JFK vor der Verhinderung zu schützen. Doch derjenige, welche in den 60iger Jahren versucht, das Attentat zu verhindern, ist Nummer Fünf selbst.

Derweil muss sich Seance mit zwei zuckersüchtigen Psychopathen rumschlagen, welche ihn solange foltern und Drogen verabreichen, bis er ihnen von den Familien-eigenen Atomwaffen erzählt. Kurzerhand sprengen die beiden Freaks damit die Erde in ihre molekularen Bestandteile, und kein Mensch oder Held kann es verhindern.

Warum sich dennoch die komplette Umbrella Academy am 22. November 1963 in Dallas trifft, davon erzählt dieser Band.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Lange mussten die Fans der Umbrella Academy auf den zweiten Band warten. Dallas setzt direkt nach der Weltuntergangs-Suite an und erzählt ein neues spannendes Abenteuer der Umbrella Academy, einer Adoptivfamilie voller Superkräfte und gegensätzlicher Charaktere, die vom Ziehvater in die Retterrolle gedrückt wurde. Die Story beschäftigt sich mit dem größten Trauma der amerikanischen Nation, neben dem 11. September: Die Ermordung von John. F. Kennedy.

Autor Gerard Way bietet dem Leser eine actionreiche, durchgeknallte und unglaubliche Story, die es schafft, sogar den mit dem Eisner Award prämierten ersten Umbrella Academy Band locker an die Wand zu spielen.

Gerard Way, seines Zeichens übrigens Sänger der Band My Chemical Romance, schafft es durch einen starken Hang zum Egoismus bei den einzelnen Mitgliedern der Familie eine Spannung innerhalb der Academy aufzubauen, die bei jedem falschen Wort explodieren könnte. Besonderes Augenmerk legt Way dieses mal auf die Figur von Nummer Fünf, einem 80jährigen Zeitreisenden, der in seinem 10jährigen Körper gefangen ist und damals einer der härtesten Killer war. Völlig skrupellos werden hunderte von Geheimagenten getötet, und mit dem irren Ausruf "Ich bin eine Gazelle und der Dschungel ist mein Zuhause" beendet. Solche psychopatischen Sachen finden sich in dem Band jede Menge. Auf die Spitze getrieben wird dies durch die beiden Killer ChaCha und Hazel, zwei mit lustigen Cartoon-Köpfen gespickte Psychopathen, die Foltern und den Genuss von Zucker zu ihren Lebensinhalten bestimmt haben. Sicherlich nicht unbeabsichtigt werden hier Erinnerungen an Jules Winnfield und Vince Vega aus Pulp Fiction wach, denn die Dialoge von Hazel und ChaCha sind genauso sinnfrei, wie bei den Vorbildern aus dem Film.

Gerard Way zementiert mit Dallas die Umbrella Academy als einen Comic mit abwechslungsreichen und staubtrockenen Humor. Gott, der als Cowboy durch die Wüste reitet und seinem Jünger dem Ratschlag mit den auf den Weg gibt "die Hurensöhne kalt zu machen" und "nicht so ein Lappen zu sein", das ist trashig. Und eine Atomexplosion, welche die komplette Welt vernichtet, mit dem Wort "Pop" abzubilden, entbehrt jeder comichaften Darstellung von Explosion und Vernichtung.

Gerard Way gefällt sich anscheinend in der Rolle, die Dinge auf den Kopf zu stellen. Selten war ein Comic so unvorhersehbar und überraschend. Trotz stellenweise bluttriefender Seiten und einer Mordrate, die Arnold Schwarzenegger neidisch machen würde, lebt der Comic nicht von der Gewalt, sondern von den Gesprächen zwischen den Geschwistern. Diese zeigen eine zutiefst zerrüttete Familie, die aus sechs Einzelgängern besteht, welche sich mehr oder weniger wohl in ihrer Rolle als Retter der Nation fühlen. Dies und der Umstand, dass genau diese sechs Helden an das Attentat auf JFK beteiligt sind, ist so kurios und unglaublich, dass der Leser nur schwerlich den Band aus den Händen legen kann.

Großen Anteil hier dran hat aber auch der brasilianische Zeichner Gabriel Bá, welcher schon den ersten Band Die Weltuntergangs-Suite mit seiner Arbeit bereicherte. Gabriel Bá schafft es die irrwitzigen Vorgaben von Gerard Way grafisch umzusetzen und dabei noch seinen eigenen Stil einfließen zu lassen. Bá glänzt durch Detailverliebtheit, einer sauberen Panelaufteilung und einem gewissen Händchen dafür immer im richtigen Moment eine Gag-Granate zu zünden. Sei es die strippende Chimpansenprostituierte, die schon angesprochenen Hazel und ChaCha oder der eisverrückte Nummer Fünf am Ende des Bandes, alles zwingt unweigerlich ein Lächeln auf dem Mund des Lesers, quasi als optimale Ergänzung zum Wortwitz von Autor Gerard Way.

Neben einer langen Einleitung von Neil Gaiman gibt es noch zwei Artikel von Gerard Way und Gabriel Bá, welche sich zum Einen mit dem Story-Thema Dallas auseinander setzen beziehungsweise zum Anderen den Werdegang des Brasilianers darstellen. Neben einem umfangreichen Portfolio zur aktuellen Story mit Anmerkungen und Kommentaren spendiert Cross Cult dem Comic noch ein interessantes Interview mit Gabriel Bá. 



Fazit:

Der zweite Band der Umbrella Academy überzeugt auf ganzer Linie. Sei es die sympathisch abgedrehte Story, mit den vielen Gegensätzen und Überraschungseffekten, oder die hochkarätige Grafik von Gabriel Bá, bei dieser Serie passt einfach alles. Das Duo Way und Bá präsentieren dem Leser mit Dallas eine Comicgeschichte, die tiefgründig und nachdenklich, aber auch actionreich und gewalttätig ist. Die Umbrella Academy ist zweifelsohne eine der unterhaltsamsten und überraschendsten Comicserien. Mit Dallas wurde dieses Urteil wieder komplett bestätigt. Dank der verschiedenen Texte von Gaiman, Way und Bá, sowie des Portfolios und des Interviews bietet Cross Cult dem deutschen Leser ein gelungenes Komplettpaket, das die Wartezeit zum dritten Teil aber nur unwesentlich verkürzt.



The Umbrella Academy 2: Dallas - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Umbrella Academy 2: Dallas

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 22,00

ISBN 10:
3941248170

ISBN 13:
978-3941248175

192 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Hardcover-Format
  • ausführliches Vorwort von Neil Gaiman
  • großes Portfolio
  • krasse trashige Story mit sehr guter Grafik
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 22.10.2010
Kategorie: One Shots
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