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Comic-Besprechung - Die drei Zeitalter des Superhelden-Comics (Gold, Silber und Bronze): Von der Geburt, Demontage und Wiederbelebung eines amerikanischen Mythos

Geschichten:

Danksagung
Einleitende Bemerkung - Some Climbing Before The Take-Off
Das Goldene Zeitalter (1938–1954)
Grundordnung / Goldenes Zeitalter
Die eherne Wiege - Die origin–stories von Superman und Batman
Der Held ist ein Held ist ein Held - Die Problematik der secret identity
Aller Guten Werke Überfluss - Die Attribute der Superhelden
Narrative Grundstruktur einer typischen Comic-Geschichte des goldenen Zeitalters
Zieh mich dir nach, so wollen wir laufen - Batman und sein Side-Kick Robin – The Boy Wonder
Lupus in fabula - Die Batman-Villains: Der Joker, der Penguin und Two-Face
Als Twee Druppels Water oder Die Innigen Zwei - Captain Marvel und Billy Batson
Schild und Scholle - Captain America
Pretzel Logic - Plastic Man
Das Ende des Goldenen Zeitalters / Das Silberne Zeitalter (1961–1975)
Der Blütenschöne unterm Russ - Ben Grimm / das Ding und das säkularisierte Heldenmodell
And weave but nets to catch the wind - Die Spinne und das säkularisierte Heldenmodell
It’s not easy be ing green - Der Hulk und sein Side-Kick Rick Jones
Misirlou - Der Silver Surfer
Nun Of Speed / Accelerati Incredibilus - Die Geschichte zweier Helden und unendlicher Welten
Ende des Silbernen Zeitalters / Beginn de s b ronze nen Zeitalters
Cut The Dummy Loose - Dr. Manhattan und das Futur II
Schwanengesang - Frank Millers »The Dark Knight Returns«
Der Held im Sucher - Der Comic »Marvels« von Kurt Busiek und Alex Ross
Wolfsze it - »Kingdom Come«
An Stelle einer Schlussbetrachtung
Bildanhang
Literaturverzeichnis
Primärliteratur (Die Comics)
Zitierte und benutzte Literatur
Bildnachweis
Bildrechte

Autor: Matthias Kniep



Story:
In der Reihe Geist & Wissen ist im Ludwig Verlag mit Band 6 die Promotion von Matthias Kniep erschienen. In Die drei Zeitalter des Superhelden-Comics (Gold, Silber und Bronze) geht es nach seinen eigenen Worten zufolge ganz einfach um „die Kraft populärer Mythen“. Diese „Kraft“ würde seiner Ansicht nach viel zu „leichtfertig als ‚Schund‘ abgetan“, obwohl die sequentielle Kunst, wie einst Will Eisner das Medium definiert hat, „doch mittlerweile längst (…) Eingang gefunden hat in unsere sogenannte Hochkultur“. Dass er mit „unserer Hochkultur“ eigentlich weniger die traditionsreiche europäische Hochkultur, sondern vielmehr die globalisierte amerikanische Hochkultur meint kann man am Untertitel seiner Doktorarbeit ablesen: Von der Geburt, Demontage und Wiederbelebung eines amerikanischen Mythos.



Meinung:

Dass die Welt der Superhelden-Comics auch ganz konkret dort Oben (in der Hochkultur) angekommen sind, beweist der Literaturwissenschaftler eingangs mit Zitaten von zwei der wichtigsten Vertreter der postmodernen amerikanischen Literatur: Thomas Barthelme (Des Jokers größter Triumph) und Thomas Pynchon (Gravitys Rainbow). Auf diese Weise wird ganz schnell klar, dass es sich um seine These längst nicht um eine aufgeblähte Hülse, sondern um handfeste Fakten handelt. Kniep verweist dabei aber auf den Umstand, dass es die beiden amerikanischen Schriftsteller nicht bei einem bloßen Zitat belassen, sondern für ihre jeweiligen Zwecke umgeformt haben, das heißt, dass sie sich auf verschiedene Weisen des Superhelden-Comics bedient haben. Dass der Spieß auch längst umgedreht wird, zeigt Kniep in seinem dritten Teil seiner Arbeit auf. Denn die postmoderne Literatur macht nicht nur Anleihen beim (Superhelden-)Comic. Vielmehr gibt es immer mehr Beispiele, in denen umgekehrt, Comics auf avancierte narrative Strukturen, also die fortschrittlichsten Erzählstrategien zurückgreifen würden.

Ein Hauptgedanke, der augenscheinlich zur Motivation der Arbeit geführt hat, ist der, das aufgrund von Prozessen der Verselbstständigung zwar heutzutage nahezu jeder Superman oder Spider-Man, um die beliebtesten Figuren der konkurrierenden US-Großverlage (DC und Marvel) aufzugreifen, kennt, aber kaum jemand die klassischen Action Comics oder Detective Comics dazu gelesen hat. Ein weiterer Grund, der den Literaturwissenschaftler dazu gebracht hat, die Arbeit zu schreiben, ist dem rufgeschädigtem Medium zu mehr literarischer und künstlerischer Legitimation zu verhelfen. Aufgrund der öffentlichen und offiziellen Geringschätzung des Mediums „Comic“, wobei innerhalb des populären Massenmediums wiederum das Genre „Superhelden“ am wenigsten geschätzt wird, widmet sich der Autor in einem eigenen Kapitel der Anti-Comic-Kampagne.

Natürlich kommt Kniep auch nicht um die inflationären Hollywood-Verfilmungen herum. Die unzähligen Kinoadaptionen von Superheldencomics werden auch in seiner Arbeit unter die Lupe genommen. Hierbei bemängelt der Literaturwissenschaftler nicht nur die bis auf einige Ausnahmen (zum Beispiel Batman Begins) vielfach kritisierte Anbiederung an ein Massenpublikum und den damit einhergehenden substantiellen Verlust der Originalität und Kreativität, sondern auch und vor allem die Originaltexte, die dadurch noch mehr in Vergessenheit geraten.

Die Arbeit ist selbstverständlich in drei große Teile gegliedert, die sich naturgemäß aus den drei Epochen (Gold, Silber und Bronze) ergeben. In den einzelnen „Brückenkapiteln“ verbindet der Wissenschaftler die Zeitalter miteinander, indem er auf anschauliche Weise die jeweiligen zeitgeschichtlichen Rahmenbedingungen anreißt. Kniep schließt mit seiner Arbeit eine wichtige Lücke innerhalb der wissenschaftlichen Erschließung von Comic, indem er weniger allgemein auf das Phänomen „Superheldencomic“ eingeht, was schon unzählige Male geschehen ist, sondern durch vertiefte Einzelanalysen von typischen klassischen Originaltexten bewerkstelligt.

Die Auswahl der Comictitel ist subjektiv und beispielhaft. Kniep wollte kein Lexikon erschaffen und erhebt deswegen auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Trotzdem hat er eine Auswahl getroffen, die paradigmatische, also typische und beispielhafte, Titel beinhaltet und somit dennoch ein authentisches Bild der Zeitalter entsteht. Insgesamt kommt aufgrund der persönlichen Vorlieben des Verfassers die Figur Batman auch öfter vor als Superman.

Wer das verkraftet und das nötige Kleingeld auf dem Konto hat, der sollte sich das Buch auf gar keinen Fall entgehen lassen. Denn wer sich ernsthaft mit Comics – und dazu gehören nun einmal auch Comicgeschichte und Superhelden-Comics – auseinandersetzen will, der wird an diesem Buch, das sich innerhalb dieses Themenbereichs zum Standard entwickeln könnte, nicht vorbeikommen. Man merkt, dass Kniep neben Literaturwissenschaft auch Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie studiert hat und trotzdem oder gerade deswegen eine Lanze für die klassischen Superhelden-Comics bricht.



Fazit:
Kniep präsentiert in seinem flüssig zu lesendem und klar verständlichem Buch eine längst überfällige Zusammenschau der Superhelden-Comics-Zeitalter, die anhand von typischen Beispielen greifbar werden und durch Einzelanalysen teilweise neue Lesarten von bekannten Klassikern eröffnet.


Die drei Zeitalter des Superhelden-Comics (Gold, Silber und Bronze): Von der Geburt, Demontage und Wiederbelebung eines amerikanischen Mythos - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die drei Zeitalter des Superhelden-Comics (Gold, Silber und Bronze): Von der Geburt, Demontage und Wiederbelebung eines amerikanischen Mythos

Autor der Besprechung:
Marco Behringer

Verlag:
Ludwig

Preis:
€ 69,90

ISBN 10:
3869350148

ISBN 13:
978-3869350141

511 Seiten

Die drei Zeitalter des Superhelden-Comics (Gold, Silber und Bronze): Von der Geburt, Demontage und Wiederbelebung eines amerikanischen Mythos bei Comic Combo Leipzig online bestellen
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Rezension vom: 19.09.2010
Kategorie: Sekundrliteratur
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