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Comic-Besprechung - Prinz Eisenherz 84: Das Meer der Ungeheuer

Geschichten:

Das Meer der Ungeheuer (Originaltitel: „Hal Foster’s Prince Valiant: Sunday Pages 3731 to 3776“)

Autor: Mark Schultz, Zeichner: Gary Gianni 



Story:
Das Schiff von Prinz Eisenherz wird auf eine Insel gespült und sitzt auf einem riesigen Meer von Seetang fest. Als Gawain die Gegend erkunden will, greift eine riesengroße Krabbe an, die mit vereinten Kräften bezwungen und anschließend schmackhaft zubereitet wird.

Im weiteren Verlauf müssen sich die Gefährten gegen weitere Monster und eine Horde von Neandertalern zur Wehr setzen. Drei der affenartigen Menschenwesen werden zu Freunden der Gruppe um Prinz Eisenherz und begleiten diese zurück nach Camelot. Dort sollen ihnen höfische Gepflogenheiten vermittelt werden. Ein Unterfangen, das gar nicht so leicht ist.



Meinung:
Prinz Eisenherz gilt als der Rittercomic schlechthin. Seit 1937 erlebt der edle Ritter seine Abenteuer. Hal Foster, sein Erfinder, hat durch seine unvergleichliche Art mit Bleifstift und Tusche umzugehen nicht nur unzählige Leser weltweit begeistert, sondern war Vorbild für viele Zeichner von Abenteuercomics. Im Gegensatz zu vielen Helden aus der goldenen Phase der Zeitungscomics, erscheint Prinz Eisenherz auch heute noch. Sage-und-schreibe 3800 Sonntagsseiten sind bis dato veröffentlicht worden. Viele Zeichnerwechsel gab es nicht. Auf Hal Foster, der stolze 41 Jahre die Geschichten schrieb und zeichnete, folgte John Cullen Murphy, der der Serie mehr als 30 Jahre treu blieb. Die aktuellen Comics zeichnet seit 2004 Gary Gianni, der damit erst der dritte Künstler ist, der sich der Saga vom Ritter der Tafelrunde angenommen hat.

Im Frühjahr erschien bei Carlsen die neuste Sammlung der Sonntagsseiten von Prinz Eisenherz. Die 1988 mit Der Prinz von Thule gestartete Werkausgabe im Softcoverformat ist inzwischen bei Band 84 angelangt. Die Geschichten, geschrieben von Mark Schultz, der selbst ein geschätzter Zeichner (Xenozoic Tales) ist, werden in klassischer Manier von Gary Gianni umgesetzt. Die Handlung im neuen Band ist sehr actionreich. Es gilt diverse riesengroße Monster zu bekämpfen oder sich mit neandertalerartigen Wilden herumzuschlagen. Der Kenner der Saga wird sagen, dass die Substanz ist etwas dünner geworden ist. Die einstmals feine Mischung aus Familiensaga, Heldenepos, Ruhm & Ehre, Reisen in ferner Länder und liebenswerter Charakterisierung ist nur noch partiell vorhanden und spürbar grobkörniger geworden.

Das ist kein Wunder, denn die Fußstapfen, die Hal Foster hinterlassen hat, sind enorm groß. Nicht nur für die Fans der Serie kam sein Nachfolger, John Cullen Murphy, nie an die Klasse von Foster heran. Und dies, obwohl Murphy anerkanntermaßen selbst ein begnadeter Künstler war. Gary Gianni, der als Murphys Assistent begann und mittlerweile auch schon rund 30 Jahre als professioneller Zeichner im Geschäft ist, versucht gar nicht erst, den akribischen Stil Fosters zu imitieren. Es wäre vergebene Liebesmühe, denn die Sonntagsseiten von heute werden von den US-Zeitungen, die noch regelmäßig Abenteuercomics im Repertoire haben, nicht mehr in ihrer ganzen Pracht auf einer vollen Seite abgedruckt, sondern verkleinert auf einer Fläche von weniger als einer Viertelseite. Hätte man zu viel Detail, würde dieses völlig untergehen.

Wo eine Standardseite von Hal Foster im Durchschnitt sieben Panels vorweist, kommt Gianni mit fünf Panels aus. Nicht selten zeichnet er Seiten mit nur drei Panels, gerade bei Kämpfen mit Riesenechsen oder Seeungeheuern, was durchaus beeindruckend und passend wirkt. Der Strich ist nicht so präzise und weit weniger detailreich, aber die Komposition der Motive ist geschickt im Geiste der alten Geschichten ausführt. Hat man sich einmal von dem Zwang gelöst, die Zeichnungen von Gianni mit denen von Foster zu vergleichen, dann können sie in ihrer Gesamtheit gut bestehen.

Unterm Strich bleibt eine historisierte Abenteuergeschichte mit Fantasy-Einschlag, die solide gezeichnet ist. Nichtsdestotrotz sind die neuen Abenteuer von Prinz Eisenherz eine gelungene Hommage an einen der ganz großen Comickünstler, die die USA je hervorgebracht hat. Es hätte viel schlimmer kommen können.


Fazit:
Dank dem Durchhaltevermögen von Carlsen kommt man in Deutschland relativ zeitnah in den Genuss der neusten Abenteuer von Prinz Eisenherz. Band 84 ist eine gute Gelegenheit, sich die Interpretation von Schultz und Gianni zu Gemüte zu führen. Fans von Eisenherz und klassischen Rittercomics können, wie immer, blind zugreifen.

Prinz Eisenherz 84: Das Meer der Ungeheuer - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Prinz Eisenherz 84: Das Meer der Ungeheuer

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 12.00

ISBN 13:
978-3-551-71584-5

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Prinz Eisenherz ist zeitlos gut
  • solides Abenteuergarn
  • lückenlose Veröffentlichung
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 12.08.2010
Kategorie: Prinz Eisenherz
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