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Comic-Besprechung - Die Legende von Aang - Prequel: Zuko's Story

Geschichten:
The Last Airbender – Prequel: Zuko’s Story
Autoren: Dave Roman & Alison Wilgus; Zeichner: Nina Matsumoto


Story:
Prinz Zuko, einst Kronprinz der Feuernation, wird von seinem eigenen Vater im Zweikampf gebrandmarkt und aus dem Palast verbannt. Um die Gunst seines Vaters zurück zu gewinnen, macht er sich zusammen mit seinem Onkel Iroh auf den Weg, den legendären Avatar zu finden. Das erste Mal auf sich allein gestellt, versucht Prinz Zuko sich unbedingt zu beweisen. Doch die ihm zugefügten Narben reichen tiefer, und so wird die Reise für Zuko auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Er muss erkennen, dass die Herrschaft der Feuernation keinen Segen darstellt und viel Leid hervorruft. Dabei vertraut er mehr und mehr auf die Unterstützung seines Onkels, den er zu Beginn noch als Bürde und Peinlichkeit betrachtete. Gerade als Prinz Zukos Leben einen neuen Rhythmus gewinnt und er einen ersten Hauch von Frieden empfindet, erleuchtet ein Fanal den Himmel über dem ewigen Eis. Der Avatar ist erwacht.


Meinung:
„Zuko’s Story“ erleuchtet die Hintergründe, die zu Prinz Zukos Suche nach dem mehr als 100 Jahre verschollenen Avatar führten. Die Geschichte legt die ersten Saatkörner für die spätere Entwicklung Zukos in den (vermutlich) kommenden Mangas zum Kinofilm, beziehungsweise zu den (geplanten) Kinofilmen selbst. Die in der TV-Serie über die einzelnen Episoden verteilte Entwicklung des Charakters wird gewissermaßen im Zeitraffer abgerissen, wobei auch Anpassungen an die Filmvorlage stattfinden mussten. Beispielsweise kommt die Figur des Roten Geistes in der Serie nicht vor. Vielmehr ist es Zuko der später genau dessen Maske als Blauer Geist trägt, im Manga bekommt er aber eine andere. Auch Zukos Onkel Iroh wurde an das Aussehen des Schauspielers angepasst, statt auf die Figur aus der TV-Serie zurückzugreifen.

Viele Eindrücke, die Zuko in der Serie eigentlich erst später gewinnt, lernt er ebenfalls bereits hier kennen. Das Leiden der Bevölkerung, die Unterdrückung durch die Feuernation und der schwelende Widerstand sind Dinge, mit denen der ehemalige Thronerbe zum ersten Mal in Berührung kommt. Er ist ein junger Mann, der seine Identität erst noch finden muss. So ist der Manga konzipiert als eine Geschichte über das Erwachsen werden. Allerdings eine ohne eigenständige Auflösung, denn das Ende des Comics ist zugleich der Beginn des Kinofilms.

Zukos aufbrausendes Temperament und seine mangelnde Kontrolle über seine Gefühle bringen ihn ein ums andere Mal in Schwierigkeiten. Doch auch die mitfühlenden Aspekte seines Charakters werden angerissen und ansatzweise beleuchtet. Die innere Zerrissenheit Zukos wird in diesen Episoden gut hervorgehoben. Trotz dessen bleibt die Erzählung kraftlos und kann die Motivationen und Beweggründe der Figuren nicht immer ausreichend darstellen. Ihr Verhalten ist für den Leser nicht gänzlich nachvollziehbar. Warum ist Zuko so erpicht darauf einen Vater zu beeindrucken, der ihn entstellt und in die Verbannung geschickt hat? Warum liegt Zukos Onkel so viel daran ihn zu unterstützen?

Vielleicht ist es in dem knappen Rahmen nicht möglich gewesen dies zu zeigen; vielleicht war auch einfach nicht die nötige Aufmerksamkeit vorhanden, die Geschichte stärker zu nuancieren. Den Autoren kam im Gegensatz zu der Manga-Adaption von „Die Legende von Aang“ jedenfalls zugute, dass sie nicht nach Drehbuchvorlage arbeiten mussten, sondern sie mehr Spielraum für eine eigene Erzählung besaßen. Trotz der genannten Mankos wirkt der Comic deshalb in sich stimmiger und abgerundeter, als der Manga zum Film. Zusätzlich knüpft er bereits Fäden, die erst im Film bzw. dessen Comicadaption aufgegriffen werden und zum Tragen kommen. Es wird z.B. die Herkunft des Blauen Geistes geklärt und wie Zuko an das Wissen um die Prüfungen des Avatars gelangt. Dadurch wird später einiges verständlicher. Auf der anderen Seite wurden im Vergleich zur Zeichentrickserie aber etliche Aspekte außen vor gelassen. Weder wird auf die komplexen familiären Beziehungen der Herrscherfamilie der Feuernation, noch auf die tiefere Bedeutung der Maske des Blauen Geistes für Zuko eingegangen.

Die Zeichnungen sind in Ordnung und fangen die Atmosphäre gut ein. Selbstverständlich sind sie vornehmlich am Design des Films und nicht unbedingt an dem der TV-Serie orientiert. Lediglich der qualitative Wechsel der Bilder ist weder aus dramaturgischer, noch aus darstellungstechnischer Sicht verständlich. Mal werden Details der Figuren und Hintergründe stimmig herausgearbeitet, in anderen Szenen dann wieder gröbere Striche gesetzt, die nur die notwendigsten Einzelheiten wiedergeben. Eigentlich schade, denn die mit dem Eisner Award ausgezeichnete Zeichnerin Nina Matsumoto zeigt in ihrer eigenen Manga-Serie „Yokaiden“ Qualitäten, die „Zuko’s Story“ an manchen Stellen wie ein Skizzenheft aussehen lassen. Leider wurden auch die Panels nicht immer optimal gesetzt. Nina Matsumotos Seitenaufteilung der Panels gelingt zwar dynamisch, doch lässt sie manchmal Stellen frei oder setzt einen zu breiten Rand. Dadurch geht einiges an Spielraum für die Zeichnungen und den Erzählfluss verloren. Unterm Strich muss man sagen, der Comic trägt eindeutig die Handschrift einer schnell gemachten Auftragsarbeit.


Fazit:
Für Kenner der TV-Vorlage eher eine Enttäuschung, bietet der Band „Die Legende von Aang / Prequel: Zuko’s Story“ eine in sich geschlossen Handlung, der es zufrieden stellend gelingt den Charakter Prinz Zukos zu erschließen. In dieser Hinsicht bietet der Manga eine passende Ergänzung zu der Comicadaption zum Kinofilm und überflügelt diese qualitativ sogar noch. Die Macher hätten aus dem ganzen jedoch noch einiges herausholen können.


Die Legende von Aang - Prequel: Zuko's Story - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Legende von Aang - Prequel: Zuko's Story

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Egmont Manga

Preis:
€ 6,50

ISBN 13:
978-3-7704-7290-1

112 Seiten

Die Legende von Aang - Prequel: Zuko's Story bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Charaktere zum Film bekommen mehr Konturen
  • besser als die Mangaadaption zum Kinofilm
Negativ aufgefallen
  • Zeichnungen wirken manchmal hastig gemacht
  • Beweggründe der Figuren nicht immer nachvollziehbar
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
5.5
(2 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 28.07.2010
Kategorie: Die Legende von Ang
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