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Comic-Besprechung - Prinz Eisenherz Hal Foster Gesamtausgabe 11

Geschichten:

Prinz Eisenherz Sonntagsseiten Nr. 1039 bis 1142 (Originaltitel: „Prince Valiant: In the Days of King Arthur – Sunday Pages No. 1039 to 1142)

Autor/Zeichner: Harold R. Foster

Bonus-Beitrag: „Vorwort“ von Uwe Baumann



Story:

Prinz Eisenherz und sein neuer Knappe Alfred begeben sich auf die Reise in das verbotene Land, um herauszufinden, ob der Verrat der drei Könige von Cornwall nur ein Gerücht ist oder doch die Wahrheit. Dabei verkleidet sich der Ritter als Kreuzfahrer namens Quintus, lässt sich von seinem Knappen einen Teil der markanten Eisenherz-Topffrisur abrasieren und gleichzeitig einen Bart stehen.

Als er sich bei einem abtrünnigen König das Vertrauen erschleicht, setzt er dabei sogar seine Ehre aufs Spiel. Er schwört Och Synwyn von Cornwall ewige Treue, obwohl er ihn letztlich vernichten will und bringt sich dadurch später in inneren Konflikt mit seinem Ritterkodex.

Im weiteren Verlauf gibt es Neues von seiner Frau Aleta und den Kindern. Prinz Arn hat das Alter erreicht, in dem er für eine Weile auszieht. Er tauscht seinen Platz mit Sven, dem Sohn des Königs Hap-Atla, um Manieren, Selbstvertrauen und den Umgang mit Waffen zu lernen.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Die Bildergeschichten von Prinz Eisenherz gehören unbestritten zu den absoluten Comic-Klassikern der USA. Und nicht nur das, sie waren mit ihrem Detailreichtum und ihrer zeichnerischen Perfektion Vorbild für Generationen von Zeichnern auf der ganzen Welt. Hal Foster erschuf die Saga vom edlen Ritter der Tafelrunde und seinem singenden Schwert 1937. 41 Jahre lang schrieb und zeichnete er die Sonntagsseiten. Selbst nachdem Foster längst verstorben ist, sein Prinz Eisenherz erlebt auch im Jahre 2010 Woche für Woche neue Abenteuer. In rund 300 US-amerikanischen Zeitungen erscheinen heutzutage die Prince Valiant-Sonntagsseiten mit Texten von Mark Schultz und den Zeichnungen von Gary Gianni.

Prinz Eisenherz fand bereits im Jahre 1939 seine erste Veröffentlichung in Deutschland. Unter dem Namen Prinz Waldemar wurden die ersten Geschichten in der Kinderzeitung Der Papagei abgedruckt. Die Dritte Reich-Propaganda hatte bei dieser deutschen Fassung zu großen Einfluss, so dass erst in den 50er Jahren die Serie inhaltlich unverfälscht veröffentlicht wurde. Ab diesem Zeitpunkt gab es zahllose Publikationen. Ob als Teil des Magazins Primo (dort vorwiegend gekürzt) oder in eigenständigen Heften oder Büchern bei Verlagen wie Aller, Badischer Verlag, Melzer, Pollischanky oder Splitter. Bei Carlsen Comics startete 1988 die bislang einzige Gesamtausgabe des Dauerbrenners. Sie erscheint auch heute noch mit mindestens einem neuen Band pro Jahr. Dort ist just im Frühjahr das Album Nr. 84 erschienen.

Am originalgetreusten und sammelwürdigsten galt bislang eine Version des alten Splitter Verlages, die allerdings abgebrochen wurde, bevor alle Seiten von Hal Foster veröffentlicht worden sind. Bei Jahrgang 1956 war Schluss. Diese Version hatte den Nachteil, dass sie mit saftigen 128 DM sehr teuer und dadurch höchstens für Hardcore-Eisenherz-Fans und Comic-Liebhaber, bei denen Geld keine Rolle spielt, interessant und kaufenswert war.

Im Jahre 2006 kam der Bocola Verlag mit seiner Hal Foster Gesamtausgabe auf den Markt und hat sich bis heute damit gehalten. Mit schöner Regelmäßigkeit erscheinen die neuen Bände, die jeweils zwei komplette Jahrgänge abdecken und damit unglaublich günstig sind, im Vergleich zu dem was bis dato vorgelegt wurde.

Mit dem aktuellen Band erscheinen nun erstmals die Sonntagsseiten, die Splitter nicht mehr gebracht hat. Somit ist Band 11 ein idealer Einstieg für alle, die damals die Splitteralben gekauft und sich deswegen bisher mit der Bocola-Ausgabe schwer getan haben.

Hält man den neusten Band erst einmal in der Hand, wird man sofort von dieser Mischung aus Erstaunen und Bewunderung ergriffen. Zum einen ist die Bocola-Version ohne Zweifel meisterhaft editiert. Da stimmt einfach alles: das Format, das Papier, die Gestaltung der Innenseiten. Zum anderen ziehen die Zeichnungen von Hal Foster den Betrachter auch mehr als 50 Jahre nach ihrem Entstehen umgehend in ihren Bann. Die schönen Landschaften, die beeindruckenden Kampfszenen, die detaillierten Bauwerke. Da dürfte so mancher ein Lätzchen brauchen, um die Seiten vor schierer Begeisterung nicht vollzusabbern.

Auch die Geschichten haben über all die Jahrzehnte nichts von ihrer Spannung, ihrem Witz oder ihrer unschuldigen Liebenswürdigkeit verloren. Der edle Ritter überzeugt heutzutage ebenso wie in den Fünfzigern. Besonders die Story in diesem Band 11 bietet für jeden Geschmack etwas und zeigt, wie vielseitig die erzählerischen Talente von Foster doch waren.

Sehr schön auch, dass Bocola nicht nur die Seiten digital gemäß den US-Sunday Pages restauriert und dadurch eine wunderbare Kolorierung geschaffen hat, sondern dass man auch sekundärliterarisches Begleitmaterial als Dreingabe liefert. Im vorliegenden elften Hardcover in Form des Vorworts von Uwe Baumann. Dieser analysiert die abgedruckten Abenteuer und untermalt seine Erkenntnisse mit Bildbeispielen. Stilistisch liest sich der Text zwar eher wie eine Abhandlung eines Studenten der Kunstgeschichte oder zumindest wie eine Ladung Worthülsen, die stark literaturwissenschaftlich verbrämt sind, aber die Absicht zählt. Und wenn man es schafft, das nächste Mal die vier Seiten etwas populär-literarischer zu kondensieren, dann wäre der Lesegewinn noch um einiges größer.



Fazit:
Dieser Band 11 ist eine gute Einstiegsmöglichkeit in die wunderbare Welt des Prinz Eisenherz von Hal Foster. Die Zeichnungen sind einfach nur herrlich. Fast jedes Panel könnte eine eigenständige Illustration sein, die man sich einrahmen könnte. Die Prinz Eisenherz Hal Foster Gesamtausgabe von Bocola ist die definitive Version, um diesen Abenteuercomic-Klassiker zu genießen. Wer bereits andere Editionen besitzt, kann im Regal den Platz frei machen.

Zwei komplette Jahrgänge in dieser mustergültigen Aufmachung, zu dem lächerlich niedrigen Preis, sprechen für sich. Hier kann der Liebhaber schöner Zeichnungen blind kaufen. Und wenn man es sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich gemacht und die großformatigen Buchdeckel aufklappt hat, dann gibt es nur eines: schwelgen, treiben lassen, genießen. 

Prinz Eisenherz Hal Foster Gesamtausgabe 11 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Prinz Eisenherz Hal Foster Gesamtausgabe 11

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Bocola

Preis:
€ 19.90

ISBN 13:
978-3-939625-14-8

112 Seiten

Positiv aufgefallen
  • prächtige Landschaften
  • stimmige Anatomie
  • spannend, tragisch, lustig
  • sensationell preiswert
  • die ultimative Eisenherz-Version
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(5 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 21.05.2010
Kategorie: Prinz Eisenherz
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