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Comic-Besprechung - Schwarze Oliven 1: Warum ist dieser Abend anders als andere Abende?Geschichten:Warum ist dieser Abend anders als andere Abende? Story: Das Passahfest steht vor der Tür. Grund für den jungen Gamaliel mit seinem Vater Yaacov aus der Wüste nach Jerusalem aufzubrechen. Denn zu Ehren ihrer verstorbenen Mutter und Ehefrau wollen sie in einem Tempel ein traditionelles Opfer spenden. Was sich keinesfalls nach Ärger anhört, entpuppt sich nach einer sturen Auseinandersetzung zwischen Yaacov und einem Tempelaufseher. Doch Yaacov bleibt stur: Er kann und will kein Opfertier vom Tempel kaufen, da kein Geld besitzt. Es kommt zum Aufruhr, woraufhin die römischen Soldaten eingreifen. Yaacov kann sich zwar in Sicherheit bringen, aber Gamaliel wird von zwei gallischen Söldnern aufgegabelt. Meinung: Das Bild des Judentums ist (zu Recht) stark geprägt vom Holocaust. Dass die jüdische Kultur aber auch viele humorvolle Facetten in sich trägt wird dabei oft übersehen. Im Comicbereich haben unlängst einige Autoren, wie Ben Katchor (Der Jude von New York), mit ihren sarkastischen Arbeiten auf genau diese Seite verwiesen. Auch Joann Sfar (Klezmer) steht für diese selbstbewusste oder selbstreflexive, aber auch selbstironische oder selbstkritische jüdische Haltung. So ist auch der Auftaktband von Schwarze Oliven durch einen derb-satirischen Ton bestimmt. Bereits der Titel des ersten Bandes „Warum ist dieser Abend anders als andere Abende?“ verspricht Spaß. Denn der Titel bezieht sich auf das Passahfest, wo das traditionelle Passahgebet mit ebendieser Frage traditionsgemäß begonnen wird. Man könnte den Spieß auch umdrehen und fragen: Warum ist dieser Comic anders als andere Comics? Innerhalb der Geschichte liegt es vor allem an den naiven und unverhohlenen Fragen von Gamaliel bezüglich religiöser und alltagskultureller Themen, die er an seinen Vater richtet und damit für humorvolle Pointen sorgt. Beispielsweise staunt der Junge Bauklötze als ihm sein Yaacov offenbart, dass dieser ihn „natürlich“ auf den Befehl Gottes opfern würde. Oder in einer anderen Szene entgegnet Gamaliel Yaacov auf dessen Erklärung „man dürfe im Tempel nicht pinkeln“, ob dann die Priester denn einen „heiligen Pipi“ hätten. Daneben sorgen vor allem die beiden sexbesessenen gallischen Legionäre für eine heiter-beschwingte Atmosphäre. Der Zeichner Emmanuel Guibert (Der Fotograf) liefert mit seinem reduzierten, künstlerisch einmaligen Strich die passenden Bilder. Durch Schraffierungen und Zickzacklinien gibt er seinen Bildern einen ornamentalen Anstrich, die im starken Kontrast zu den flächigen Hintergründen stehen. Was in ästhetischer Hinsicht noch auffällt ist, dass Guibert bis auf ein Bild konsequent nur eine Panelgröße verwendet. Dadurch konzentriert sich alles auf den Inhalt, denn jedem Panel wird so das gleiche Gewicht verliehen. Die flächige Kolorierung stammt von Walter. Seine matten, vor allem erdnahen, Farben erzeugen die passende Stimmung für den historischen Comicband. Fazit: Schwarze Oliven zeigt auf unterhaltsame Weise die heitere Seite des Judentums. Der religiös-historischem Comic gibt ganz nebenbei auch Eindrücke vom Alltag aus dem Jerusalem aus der Zeit um Christi Geburt und macht so auf spielerische Art Geschichte lebendig. |
Schwarze Oliven 1: Warum ist dieser Abend anders als andere Abende? Autor der Besprechung: Marco Behringer Verlag: Epsilon Verlag Mark O. Fischer Preis: € 10,30 ISBN 10: 3932578422 ISBN 13: 978-3932578427 48 Seiten ![]() |
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| Rezension vom: | 10.04.2010 | ||||||
| Kategorie: | Schwarze Oliven | ||||||
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