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Comic-Besprechung - Faust - Der Tragödie erster Teil

Geschichten:
Autor/Zeichner: Flix

Story:
Gott, Allah und Buddah sind Manager im himmlischen Call-Center. Per Skype und Internet stehen sie in Kontakt mit ihren Anhängern. Stets auf der Jagd nach neuen „Schäfchen“ geht Gott eine Wette mit Mephisto – oder kurz: Meph – ein. Der Einsatz: zwei Kisten Ramazzotti. Dabei geht es um die Seele des Berliners Heinrich Faust. Meph, stets up-to-date, stellt sich Faust als Coach der Agentur „Happy Life“ vor und verspricht ihm für die Abtretung sämtlicher Nutzungsrechte an Fausts unsterblicher Seele die Erfüllung seines größten Wunsches. Und das ist die Türkin Margarethe, die unter der Fuchtel ihrer traditionellen Mutter steht.


Meinung:

Faust wurde bereits 2009 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlicht. Nun legt Carlsen eine Gesamtausgabe als „geringfügig überarbeitete und ergänzte“ Graphic Novel-Hardcover-Ausgabe nach. Mit der augenzwinkernden Anlehnung an die aus der Schule bekannten gelben Reclam-Ausgaben von literarischen Klassikern wurde die Graphic Novel gelungen gestaltet. Der Autor/Zeichner Flix ist den Carlsen-Fans durch seine Arbeiten wie Da war mal was… oder Der Swimmingpool des kleinen Mannes – Heldentage 2.0 vertraut.

In Faust schafft Flix nicht nur ein zeitgemäßes Update von Goethes Klassiker, sondern auch eine Tragik-Komödie, die mit Seitenhieben unsere globalisierte (Sub-)Kultur mit ihren burlesken Auswüchsen verballhornt. Natürlich ist Flix‘ Adaption keine eins zu eins Umsetzung des klassischen Stoffs. Vielmehr übernimmt er die grobe Handlungsstruktur von Goethe und würzt das ganze mit einer ordentlichen Portion Humor. Jedenfalls sind einige Lacher sicher.

Das ganze spielt in der Wahlheimat des Autors und entpuppt sich als satirische „Boy meets Girl“-Story. Der Aufhänger – die Wette – ist dabei für das Eingreifen von Gott beziehungsweise Meph verantwortlich, was hier und da für die erheiternden Momente sorgt. Diese Mischung aus literarischem Stoff und zeitgemäßen Elementen aus der Subkultur geht auf. Flix schafft diesen Spagat, in dem er Zitate aus dem Klassiker in seine Dialoge einspinnt und sich gleichzeitig der Business- und Jugendsprache bedient.

Charakteristisch für seine Zeichnungen sind die viereckigen Nasen, die seine Figuren einzigartig machen. Der sympathische Cartoonstil passt zum Inhalt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge und Flix bietet in zeichnerischer Hinsicht sogar noch mehr: Mit abwechslungsreichen Panelanordnungen und -gestaltungen (zum Beispiel Internetperspektive), ungewöhnlichen Leseanweisungen (zum Beispiel 90 Grad-Drehung) sowie einfallsreichen Effekten (zum Beispiel Graustufen und doppelte Linien für benommene und verwackelte Sicht) greift er nicht nur auf das vorhandene Repertoire der Comicsprache zurück, sondern erweitert diese sogar.



Fazit:
Einige logische Ungereimtheiten – die ungläubige Margarethe betet zu Allah – und überzeichnete Figuren – der schwarze rollstuhlfahrende und hundeliebende Wagner – können das Lesevergnügen nicht schmälern. Für Anhänger der Satire ein Muss. Und alle anderen sollten zumindest einen Blick wagen. Denn Flix fegt den Staub des Klassikers hinfort und schafft es dennoch dessen Autor würdigend zu ehren.


Faust - Der Tragödie erster Teil - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Faust - Der Tragödie erster Teil

Autor der Besprechung:
Marco Behringer

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 14,90

ISBN 10:
3551789770

ISBN 13:
978-3551789778

96 Seiten

Faust - Der Tragödie erster Teil bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Genialer Hardcovereinband
  • Einfallsreiche Neuinterpretation von Goethe
  • Innovative Comicsprache
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1.67
(3 Stimmen)
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Rezension vom: 27.03.2010
Kategorie: One Shots
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