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Comic-Besprechung - Vagabond 28

Geschichten:
Kap. 243 - 251
Autor: Inoue Takehiko, Zeichner: Inoue Takehiko, Tuscher: Inoue Takehiko

Story:
Nachdem Musashi in zwei fairen Duellen die Yoshioka-Brüder besiegte, sinnen deren Schüler auf Rache. Da sie befürchten, einzeln und im ehrlichen Kampf keine Chance zu haben, rotten sie sich zusammen und planen einen Hinterhalt. Zufällig erfährt Musashi davon, doch statt davonzulaufen, überrascht er die rund siebzig Männer, indem er sie angreift.

Das Schlachten und Metzeln zieht sich hin. Musashi ermüdet und leidet unter vielen kleinen und größeren Wunden. Dennoch gibt er nicht auf, denn längst hat er den Punkt absoluter Erschöpfung überwunden, sein Schwert scheint Eins mit ihm zu sein, und er schlägt und tötet weiter …

Schließlich kommt Musashi im Kreis seiner Freunde zu sich: Sein Jugendfreund Matahachi fand ihn sterbend auf der Straße und brachte ihn in einen nahen Tempel, wo sich der Mönch Takuan, das Mädchen Otsu, das Musashi aus Liebe gefolgt ist, und der kleine Taro, der gern sein Schüler wäre, um ihn kümmern. Hat Musashi nun endlich sein Ziel erreicht, und es gibt ‚unter dem Himmel keinen Zweiten’ wie ihn?

Noch ahnt er nicht, wie sehr ihm der Kampf tatsächlich zugesetzt hat. Aber als Soldaten erscheinen, um ihn wegen des Todes der Yoshioka-Männer zu verhaften, kann er nicht einmal davon kriechen …

Meinung:
Es sieht ganz danach aus, als hätte Musashi auf seinem Weg, ein einzigartiger Kämpfer zu werden, einmal mehr einen Wendepunkt erreicht. Zwar besiegte er seine körperlichen und geistigen Schwächen und überlebte knapp das Gemetzel gegen eine Übermacht an Feinden, doch sein Körper ist gezeichnet. Als Musashi feststellt, dass er nicht einmal in der Lage ist aufzustehen, will er dennoch nicht akzeptieren, dass möglicherweise nicht alles heilt und er gezwungen sein könnte, das Schwert aufzugeben. Erst seine Hilflosigkeit inmitten der Soldaten lässt ihn die Tragweite seiner Verletzungen erkennen (wer die Serie „Rurouni Kenshin“ gelesen hat, wird sich erinnern, dass auch hier der Titelheld seinem Körper während des Kampfes gegen Shishio zu viel abverlangte und sich mit den Konsequenzen arrangieren musste).

Mit diesem Cliffhanger schließt der Band, der vor allem auf Matahachis Reflektionen und Erinnerungen fußt. Um Musashi verstehen zu können, betrachtet man ihn mit den Augen eines ‚normalen’ Mannes, eigentlich eines ‚Losers’, der gern mehr wäre, als er ist, der jedoch stets den einfachsten Weg wählt und an seine Ängsten und Schwächen scheitert. Aber auch er, Musashis negatives Spiegelbild, hat einen Punkt erreicht, der es ihn befähigt, seine Situation - sein Versagen - zu akzeptieren und die Schuld bei sich zu suchen. Er gibt auch Otsu frei, die er einst hatte heiraten sollen, da er ihre tiefe Liebe zu Musashi sieht, den er für einen weit besseren Mann hält als sich selbst, auch wenn dieser bisher keinerlei Interesse zeigte, sich niederzulassen und eine Familie zu gründen.

Nach all diesen Entwicklungen, die für einen neuen Höhepunkt in einer Handlung sorgten, die zuletzt durch ein Zuviel an dialogarmen Kampfszenen zu verflachen drohte, ist man natürlich gespannt auf die Fortsetzung. Kann sich Musashi von seinen Verletzungen erholen? Während ihn sein Körper im Stich lässt, stehen ihm treue Freunde zur Seite. Aber welches Schicksal droht ihm nun? Und was ist mit Kojiro Sasaki, der ebenfalls ein Ausnahmekämpfer ist und dessen Pfad den von Musashi immer wieder kreuzt? Wer den Roman „Musashi“ von Eiji Yoshikawa kennt, wird mit seinen Spekulationen wohl nicht ganz daneben liegen – ein Ende der Serie ist ohnehin noch nicht in Sicht.

Die Illustrationen sind einfach großartig, denn Inoue Takehikos Stil ist realistisch und detailgetreu. Er scheut auch nicht davor zurück, hässliche oder drastische Momente wiederzugeben. Das verleiht der Serie eine authentische Atmosphäre, die überhaupt nichts mit der glorifizierten Samurai-Welt in Technicolor zu tun hat, sondern unbeschönigt schildert, wie die einfachen Menschen lebten und unter der Willkür der Mächtigen litten. Dadurch wendet sich der Titel an ein erwachsenes Publikum, das nicht einmal unbedingt an Mangas interessiert sein muss, denn „Vagabond“ kann es durchaus mit den hoch gelobten Francobelgiern aufnehmen.

Fazit:
„Vagabond“ ist wieder spannend, denn der Autor besinnt sich auf eine richtige Handlung nach den vielen Kampfszenen der letzten Bände. Die Charaktere haben sich weiter entwickelt und einen Wendepunkt erreicht, der gerade in Musashis Fall offen lässt, wie es für ihn weitergehen wird. Nach wie vor hat er sein Ziel vor Augen, dem er glaubt, näher gekommen zu sein – aber ist das wirklich so?

Um der Handlung folgen zu können, sollte man mit der Serie vertraut sein. Es ist sehr viel geschehen in 28 Bänden – Quereinsteiger tun sich schwer. Von daher kann man „Vagabond“ den erwachsenen Fans empfehlen, die der Reihe nun schon seit Jahren die Treue halten, und wer neugierig geworden ist, sollte unbedingt mit Bd. 1 beginnen. Schätzt man realistische Samurai-Manga, wird man von diesem Titel begeistert sein.

Vagabond 28 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Vagabond 28

Autor der Besprechung:
Irene Salzmann

Verlag:
Egmont Manga

Preis:
€ 6,50

ISBN 13:
978-3-7704-7161-4

208 Seiten

Positiv aufgefallen
  • sehr realistisches Szenario
  • interessante Charaktere
  • großartige Illustrationen
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 11.03.2010
Kategorie: Vagabond
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