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Comic-Besprechung - Neil Gaiman Bibliothek: Signal to Noise

Geschichten:
Autor: Neil Gaiman, Zeichner: Dave McKean


Story:
Ein bekannter Filmregisseur, der dabei ist einen neuen Film zu planen erfährt, dass er Krebs hat und ihm nur noch einige Monate zu leben bleiben. Naturgemäß geschockt, zieht er sich zunächst von der Außenwelt völlig zurück und hadert mit seinem Schicksal. Schließlich entscheidet er sich aber dazu, das Skript zu dem Film zu schreiben, den er selber nicht mehr wird sehen können. Das Thema des Films: Ein abgeschiedenes Dorf am Silvesterabend 999 nach Christus in Erwartung des Weltenendes.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Wer aufgrund der Etikettierung "Neil Gaiman Bibliothek" einen typischen Band von Neil Gaiman erwartet, wird enttäuscht werden. Hier steckt mehr von Dave McKean drin, als von Neil Gaiman. Was an sich nicht schlecht ist. Er erinnert von dem zentralen Thema her, dem kreativen Schöpfungsprozess, auch eher an McKeans Serie "Cages", denn an Gaimans populär aufbereitete philosophische Exkurse. Die Erzählweise des Bandes ist auch eher assoziativ denn literarisch und macht deutlich, das McKean einen größeren Anteil an der Entwicklung des Bandes hatte. Wie aus dem Vorwort ersichtlich wurde, hatte Gaiman vor allem die Rohfassung der Story geschrieben und den Rest seinem Freund und Kollegen überlassen.

Trotzdem ist der Band eher ein Signal denn ein Störgeräusch. Denn jedes Bild, jede Passage, ist semiotisch gesehen mehrdeutig und lädt zu längerem Betrachten und Nachdenken ein. Dabei entsteht leider eine kleine Diskrepanz zwischen den Bildern und dem Text insofern, da sie nicht fließend ineinander übergehen, sondern parallel zueinander laufen. Man betrachtet also entweder die Bilder oder liest den Text. Eines muss im Vollzug die andere Seite vernachlässigen. Das ist zwar anstrengend, aber lädt wie gesagt zum Verweilen ein und trägt mit dazu bei, den Band als Signal zum Nachdenken aufzufassen. Und zwar über die Endlichkeit des Seins und was von einem bleiben wird, wenn man gestorben ist. Der kreative Schöpfungsprozess wird somit als ein Mittel zur Unsterblichkeit aufgefasst. Unter diesem Aspekt sind Neil Gaiman und Dave McKean bereits unsterblich.

Besonders beeindruckend sind die ganzseitigen Illustrationen, wie zum Beispiel die graphische Untermalung der biblischen Offenbarung des Johannes (vulgo Apokalypse). Das Thema der Apokalypse ist hier in zweierlei Hinsicht aufbereitet: kollektiv (die Angst vor dem Weltuntergang beim Jahrtausendwechsel) und individuell (die tödliche Krebserkrankung des Regisseurs). Prägnant ausgedrückt in dem Satz "Für irgendwen ist immer die Welt zu Ende." Aber das Schöpferische überdauert ("Du bist nicht tot, ehe nicht alle tot sind, die dich kannten").

Hervorragend gestaltet sind die Sequenzen, in denen in der Story ein Störgeräusch auftritt (zum Beipiel ein Anruf, der den Regisseur aus seiner Arbeit reisst) und sich dieses in der graphischen Form fortsetzt. Die Bilder lösen sich auf, behalten nur ein rudimentäres Element bei und setzen sich wieder zu einem neuen Bild, je nach Erzählebene, zusammen. Beeindruckender kann es nicht aufbereitet werden, das jedes Störgeräusch nicht dauerhaft sein muss, sondern auch zum Signal werden kann ("Das einzige Signal was was bedeutet: Schmerz"). Besonders die Sterbeszene gegen Ende ist äußerst beeindruckend und nahegehend. Das Epilogkapitel weiß hingegen gar nicht zu überzeugen und hinterläßt einen etwas schalen Beigeschmack.

Einziges Manko des Bandes sind die kurzen Vorgeschichten, die wohl aus Komplettierungsgründen mit reingenommen wurden, denn sie sind ziemlich nichtssagend.



Fazit:
Ein anstrengender, aber anregender Band, der zum Verweilen, Betrachten und Nachdenken anregt, aber leider einige konzeptionelle Schwächen aufweist.


Neil Gaiman Bibliothek: Signal to Noise - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Neil Gaiman Bibliothek: Signal to Noise

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,95

ISBN 10:
3866079328

ISBN 13:
9783866079328

100 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Illustrationen
  • Story
  • Montage
Negativ aufgefallen
  • Konzeptionelle Schwächen
  • Epilog
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Rezension vom: 14.03.2010
Kategorie: Neil Gaiman
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