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Von Lobbyarbeit und ungewöhnlichen Partnerschaften - Die Eröffnungs-Pressekonferenz

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Die Agora von oben
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Die Agora auf der Buchmesse
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Die Agora auf der Buchmesse

Manche Dinge ändern sich, manche bleiben gleich. In den letzten Jahren fand die traditionelle Eröffnungs-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse im Buchmesse-Kino statt. Diesmal ist ein neuer Partner mit dabei und ein neuer Schauplatz für den ersten Akt: Auf der Agora, der Freifläche zwischen den Hallen, ist der sogenannte Open Space aufgebaut. Hier will die Buchmesse und der neue Partner einen Freiraum für Gespräche und Kommunikation allgemein schaffen.

Dieser neue Partner ist - Audi. Die Verbindung zwischen einem Automobilhersteller und der Buchmesse leuchtet nicht jedem auf den ersten Blick ein. Daher verbrachten die Sprecher bei der Pressekonferenz einige Zeit damit, die Intention hinter der Partnerschaft zu erklären. Aber der Reihe nach.

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Peter Schwarzenbauer von Audi
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Prof. Dr. Gottfried Honnefelder vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels
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Presseprecherin Katja Böhne
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Juergen Boos, Direktor der Buchmesse

Auf dem Podium saßen die alten Bekannten, Professor Dr. Honnefelder vom Börsenverein und Jürgen Boos als Direktor der Frankfurter Buchmesse. Zu ihnen gesellte sich Peter Schwarzenbauer, der im Vorstand von Audi für Marketing und Vertrieb zuständig ist. Professor Honnefelder widmete sich in erster Linie der Zukunft, sowohl der legalen als auch der illegalen. Er berichtete von einem Zukunftstreffen kurz vor der Messe, bei dem sich Verleger, Buchhändler und andere Buchmenschen in ihrer Prognose einig waren: Auch in Zukunft wird der Markt mit Büchern und Inhalten wachsen, digitale Revolution und Raubkopien hin oder her. Ein großes Problem sah der Vorsteher des Brachenverbands in der seiner Meinung nach ausufernden Tendenz zu illegalen Downloads von eBooks. Professor Honnefelder meinte, dass heute bereits rund 60% aller eBook-Downloads aus illegalen Quellen stammen. Die Verbindung, die er anschließend zur Piratenpartei und ihrem Erfolg bei der Landtagswahl in Berlin zog, mag seiner Aufgabe als Lobbyist geschuldet sein. Eigentlich wird er sicher wissen, dass "kostenlose Downloads für alle" nicht zu den Zielen der Piratenpartei gehört.

Jürgen Boos sprach ebenfalls von der Zukunft und schlug den Bogen zur Science Fiction-Literatur. Vieles, was dort als futuristisch geschildert wurde, ist inzwischen bereits technisch möglich oder zumindest in Sichtweite. Interaktive Bücher, Inhalte, die auf beliebige Oberflächen projiziert werden können und vieles mehr könnte bald keine Zukunftsmusik mehr sein. Boos erklärte auch als erster näher, welche Verbindungen er zwischen der Buchmesse und dem neuen Partner Audi sieht. Beide Branchen stehen vor gewaltigen Umwälzungen oder befinden sich bereits mitten darin. Die Welt der Bücher muss mit der Digitalisierung und Virtualisierung umgehen lernen, die Welt der Automobile mit neuen Antriebsarten und allgemein neuen Mobilitätskonzepten. Beiden gemeinsam ist auch, dass sie viel stärker als früher mit dem Rest der Gesellschaft interagieren müssen. In Zukunft wird sich nicht mehr die Umgebung an das Auto anpassen, sondern das Auto muss umgekehrt flexibel sein. Bei diesen Herausforderungen soll ein interdisziplinärer Dialog helfen. Die Buchmesse und Audi stellen als ersten Höhepunkt in einer auf mehrere Jahre angelegten Kooperation dafür eben den Open Space zur Verfügung als Raum zum Kennenlernen und für Gespräche.

Auch Peter Schwarzenbauer von Audi sprach erwartungsgemäß über die neue Kooperation und was sich der Autohersteller davon verspricht. Er kann die Anwesenden beruhigen, man will ihnen keine Autos verkaufen. Schwarzenbauer betonte ebenfalls die Notwendigkeit zur Kommunikation und zum Gespräch gerade auch außerhalb der gewohnten Kreise, um neue Herausforderungen mit neuen Ideen meistern zu können.

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Murmur Study von Christopher P. Baker
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Murmur Study von Christopher P. Baker

Beiträge dazu können nicht nur die Menschen im Open Space liefern. Der Künstler Christopher P. Baker hat eine Installation geschaffen, über die sich jeder weltweit beteiligen kann. Dazu sind über der Decke über 130 Drucker befestigt, die aus Twitter immer wieder einzelne Tweets herausfischen. Die Ausdrucke erinnern dabei an Kassenbons im Supermarkt, nur sind sie erheblich länger. Die Papierschlangen reichen bis zum Boden und sammeln sich dort. Wer ebenfalls an der sogenannten Murmur Study teilnehmen will, kann seinen Tweets den Hashtag #MurmurStudy mitgeben. Aus diesen Wortmeldungen sucht ein Programm diejenigen heraus, die besondere Schlüsselbegriffe wie "Dialog", "Idee" oder "Literatur" enthalten. Außerdem springt das sich immer wieder verändernde Denkmal auf Emoticons wie :-) oder :-( und auf Lautmalereien wie "Arrrrgh" oder "Hmmmmph" an.

Ob die langen ausgedruckten Papierstreifen oder die Reden auf dem Podium mehr Kurzweil und Erkenntnisgewinn versprechen, sei jedem selbst zur Beurteilung überlassen.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 11.10.2011 - 15:50
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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