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Interview mit den Machern des Comicfestivals 2011
Per E-Mail haben wir ein kleines Interview mit Heiner Lünstedt und Michael Kompa zum Abschluss des Festivals gehalten.

Wie ist das Comicfestival 2011 gelaufen? Wart Ihr zufrieden mit den Besucherzahlen? Wie haben die sich im Vergleich zu vor zwei Jahren entwickelt?

Wir waren sehr zufrieden mit den insgesamt knapp 5-stelligen Besuchzerzahlen. Besonders der Donnerstag ist gut gelaufen, während Freitag erwartungsgemäß etwas schwächer war. Leicht enttäuscht waren wir vom Samstag, doch am Sonntag strömmten den ganzen Tag über zahlreiche Comicfans ins Künstlerhaus, was sicher auch daran lag, dass wir an diesem Tag ermäßigte Preise für Familien hatten. Auch vom Deutschen Jagd- und Fischerei Museum, BMW Lenbachplatz und dem Bier- und Oktoberfestmuseum haben wir Rückmeldungen über sehr gute Besucherzahlen.     

Gefühlsmäßig waren mehr Aussteller vor Ort als 2009. Wie viele waren es und wie sieht hier die Entwicklung im Vergleich zu vor zwei Jahren aus?

Wir hatten in der Tat mehr Aussteller als 2009 und waren sehr stolz, dass wir diesmal alle Großverlage an Bord hatten. Insgesamt waren es 48 Aussteller.

Die Eintrittspreise waren deutlich angehoben worden. Was war dafür der Grund?

Die Miete im Künstlerhaus schlug sehr viel stärker zu Buche, wir haben auch deutlich mehr als zuvor in die Ausstellungen und die anreisenden Künstler investiert.

Das Festival war zum ersten Mal so weitläufig über die Innenstadt verteilt. Habt Ihr dazu erste Erkenntnisse, wie gut dies funktioniert hat und wie dies bei den Besuchern angekommen ist?

Bereits 2009 hatten wir gute Erfahrungen mit zusätzlichen Locations im gesamten Innenstadtbereich gemacht. Die Vorteile sind u. a., dass dort aufwändig präsentierte und recherchierte Ausstellungen wie die zu Helmut Nickel länger gezeigt werden können und die vor dem Comicfestival stattfindenen Vernissagen einen guten Werbeeffekt für das Festival haben und uns neue Besucher erschlossen. 

Wie zufrieden waren die Verlage in diesem Jahr?

Durch die Bank sehr zufrieden, für Eckart Schott war es die finanziell erfolgreichste deutsche Comicmesse überhaupt, Johann Ulrich vom Avant Verlag gab erstmals auf einer Comicveranstaltung zu “gut verkauft“ zu haben, David Boller lobte uns täglich und auch Holger Bommer hat es gefallen. 

Was hat aus Eurer Sicht besonders gut geklappt und was hat nicht geklappt?

Sehr gut hat die Künstlerbetreuung geklappt, alle Zeichner sind hochzufrieden abgereist und wollen wiederkommen. Nicht geklappt hat eigentlich gar nichts, außer natürlich den durch die kurzfristigen Absagen einiger Künstler ausgefallenen Terminen.

Gibt es Dinge, die Ihr spontan anders umsetzen würdet?

Die Idee mit der Comicbörse am Samstag im Innenhof war nicht unsere beste, diese hat sicherlich den einen oder anderen potentiellen Besucher davon abgehalten ins Künstlerhaus zu kommen.

Viele Independent-Verlage haben sich unzufrieden über die Position im 3. Stock geäußert. Wie kam es zu dieser Platzierung?


Der Festsaal im Künstlerhaus ist deutlich kleiner als jener im Alten Rathaus (hat aber mit der großen Bühne einen optimalen Platz für Signieraktionen), daher mussten wir schweren Herzens zwischen “Großverlagen“ und Independent-Verlagen unterscheiden und die Messe zweiteilen.   

Sowohl im Institutos Cervantes, als auch im jüdischen Museum hat man sich sehr positiv über die Zusammenarbeit geäußert. Wird dies in zwei Jahren fortgesetzt werden?

Auch für uns verlief die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Museen optimal und wir denken bereits darüber nach welche Themen wir dort in zwei Jahren präsentieren werden.  

Etliche Besucher sind auch zum Spielzeugmuseum gegangen und wurden dort enttäuscht. Es gab keine Comic-Spielzeug-Ausstellung und sie mussten Eintritt bezahlen. Ich habe am Montag beim Besitzer des Spielzeugmuseums nachgefragt. Dort ist mir Folgendes gesagt worden: "Wir sind nicht gefragt worden. Viele Leute sind wieder verärgert gegangen. Es war eine schlechte Organisation des Veranstalters. Hätte man uns gefragt, hätte man aber etwas machen können." Was ist dort konkret schief gelaufen?

Wir wissen leider nicht wie viele Besucher davon betroffen waren und wir bedauern es wenn es hier Ärger gab. Vor rund einem Jahr haben wir mit dem Besitzer des Spielzeugmuseum besprochen, dass er selbstständig eine Comicspielzeugausstellung organisieren wird, dies wurde uns auf telefonische Nachfrage letzte Woche noch mal bestätigt. Sicherlich wäre dann noch ein persönliches Gespräch sinnvoll gewesen um die Details abschließend zu klären, was wir leider im Endspurt versäumt haben.

Das alte Rathaus wird voraussichtlich in zwei Jahren fertig renoviert worden sein. Wird das Festival dann wieder an den Marienplatz umziehen oder doch im Künstlerhaus verbleiben? Oder wird es vielleicht eine ganz andere Location geben?

Wir möchten gerne Konstanz für ein Festival, d.h. ein fester Veranstaltungsort sollte gefunden werden. Das kann das Künstlerhaus sein, zumal das prächtige Gebäude allen Besuchern, Ausstellern und Künstlern besonders gut gefallen hat. Aber auch eine Rückkehr in das alte Rathaus ist nicht ausgeschlossen. 

Ihr habt ja die Festivalleitung von Gerhard Schlegel übernommen. Wie hat sich ganz persönlich für Euch dieses "Erste Mal" angefühlt?

Wir waren bereits die letzten Male aktiv an der Organisation und Durchführung des Festivals beteiligt. Diesmal war es fast noch etwas leichter für uns, da wir ohne große Diskussionen Entscheidungen treffen konnten und sehr früh in die konzeptionelle Planung eingestiegen sind.

Was waren für Euch ganz persönlich die Highlights des Festivals?


Zweifelsohne die Begegnung mit Comickünstlern wie Prado, Guarnido, Bolland oder Morrison. 

Die Star-Dichte war in diesem Jahr sehr hoch. Wie schwierig war es die Besuche der Stars zu organisieren?

Schwierig war es nicht aber natürlich sehr zeitaufwändig, da wir die Künstler vom Flughafen abholten und uns auch während des Festivals um sie kümmerten - zumal jeder Künstler seine Eigenheiten hat. Andererseits machten die gemeinsamen Sightseeing-Tours und Abende auch großen Spaß. 

Im vergangenen Jahr fehlten in Erlangen die großen Stars. Bodo Birk war sich gar nicht so sicher, ob es unbedingt diese Stars braucht. Wie seht Ihr das? Wie wichtig waren die Stars für das Festival 2011?

Große Namen sorgen für Resonanz in der Presse und sind für viele Fans ein Grund die Veranstaltung zu besuchen.

Zwei der Künstler (Tim Sale und Jean-Pierre Gibrat) und damit zwei Stars konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht nach München kommen. Wie sehr schmerzt es, wenn man deren Teilnahme so lange im Voraus geplant hat und dann auf einmal die Absage mitgeteilt bekommt?

In diesen beiden Fällen schmerzt es uns fast noch mehr für die Verlage Panini und Salleck, die diese Besuche mit Sonderpublikationen flankieren wollten und nun auf diesen schönen Editionen sitzen blieben. Für das Festival macht das nur einen geringen Unterschied aus, weil daneben ja noch viele erstklassige Künstler anwesend waren. Aber wir sind natürlich auch Comicfans und als solche hätten wir diese beiden tollen Künstler gerne hier präsentiert.

Gibt es eventuell irgendwelche Anekdoten oder witzige Situationen aus der Organisation des Festivals zu erzählen?

Tim Sale konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht anreisen, aber seine Freundin war plötzlich bei uns ohne Quartier und ohne etwas zu ahnen. Sie ist direkt aus Barcelona angereist. Daneben gibt es noch viele im Nachgang lustige Anekdoten, die wir aber selbst noch verarbeiten müssen und den Rahmen des Interviews sprengen würden.


Daten dieses Berichts
Bericht vom: 28.06.2011 - 12:31
Kategorie: Interviews
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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