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Zeichenworkshop: Wie Bücherbäume Mauern überbrücken – ein Workshop der besonderen Art
Der Förderverein Gefangenenbücherei e.V. lud die Mangaka Judith Park anlässlich der Ausstellung Bücherbäume überbrücken Mauern zur Frankfurter Buchmesse ein, um dort einen Workshop der besonderen Art anzubieten. Die Idee zum Bücherbaum kam dem Vorsitzenden des Fördervereins nach einem Traum und wuchs sich fast zu einer eigenen Bewegung aus.

Umgeben von thematisch passenden Bildern aus den unterschiedlichsten Ländern, das Publikum mit Stift und Papier ausgestattet, begann Judith Park ihren kleinen Workshop mit einer Einführung: Was ist eigentlich Manga? Die zahlreichen Zuschauer, die bereits vor Beginn der Veranstaltung fleißig gezeichnet hatten, hörten ihr gebannt zu oder versuchten es zumindest. Denn die Akustik stellte der Zeichnerin der Serien Dystopia, Y square und Luxus ein Bein. Ihre Stimme ging im allgemeinen Gemurmel der Messe unter und so musste man allein ihr Zeichnen bewundern. Aber Freunde eines visuellen Mediums durften das ohnehin gewohnt sein.

Judith Park hob zunächst einige Besonderheiten der Figuren in Mangas hervor und demonstrierte sie gekonnt auf der bereit gestellten Tafel. Sie ging auf Unterschiede in der spezifischen Ausstrahlung von Mangafiguren ein, wie insbesondere von europäischen Sehgewohnheiten abweicht. Gerade die Darstellung der Augen spielt eine große Rolle. Zur Verdeutlichung brachte sie sowohl einen weiblichen, als auch einen männlichen Kopf im Manga-Stil zu Papier. Sie nahm sich für ihre Beispielszeichnungen viel Zeit und ging dabei schon sehr detailliert vor.

Daraufhin erklärte sie kurz ihre Herangehensweise an eine Comic-Seite und lieferte auch zwei bis drei Beispiele für verschiedene Perspektiven und die davon jeweils ausgehenden Wirkungen. Auf die Gesamtseite bezogen hat das Einzelbild vor allem im Gesamtkontext eine Bedeutung und kann letztlich auch nur auf diesen hin gestalten werden.

Eines dieser kleinen Bilder nahm sich die Künstlerin noch einmal vor und fertigte es in einem größeren Format. Es stellte eine junge Frau dar, die von einem Baum, der Bücher als Früchte trägt, ein Buch pflückt. Von ihrem skizzierten Grundgerüst ausgehend, verfeinerte sie das Bild immer weiter. Nebenbei erklärte sie, wie man Faltenwürfe korrekt zeichnet und wie man bei den in Mangas üblichen Schwarz/Weiss-Bildern durch Schraffuren Räumlichkeit herstellt.
Auch baute sie ein in Mangas typisches Element ein und zeichnete ein paar wehende Buchseiten in den Hintergrund. Ansonsten wird wohl wehendes Laub bevorzugt.

Während der Arbeit an der Zeichnung wies Judith Park darauf hin, wie wichtig es sei gewisse Konzepte bereits vorher im Kopf zu haben um Unregelmäßigkeiten im Gesamtbild zu vermeiden und die Positionierungen akkurat hinzubekommen. Als der Workshop beendet war, dankte der Moderator Judith Park für ihre Mühe und lieferte auch gleich eine kleine soziologische Deutung des geschaffenen Bildes.

Im Anschluss nahm sich Judith Park dann noch Zeit für Fragen und posierte für ihre Fans vor der von ihr angefertigten Zeichnung von dem Mädchen am Bücherbaum.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 11.10.2010 - 21:25
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Alexander Smolan
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