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Präsentation: Die Welt der Knollennasen – eine sozio-rhinologische Untersuchung
Es ist eine Welt so ähnlich und doch so verschieden von der unseren, die uns Xaver Rammbock, der nach Argentinien ausgewanderte Bruder des Schauspielers Richie Rammbock in Die Welt der Knollennasen -  eine sozio-rhinologische Untersuchung beschreibt und untersucht. Der Autor, selbst eine Knollennase, konnte persönlich leider nicht erscheinen, weshalb es der Berliner Kunsthistoriker Boris von Brauchitsch freundlicherweise übernahm der interessierten Zuhörerschaft einen Einblick in die Knollennasenmatrix zu ermöglichen.

So klassifizierte Boris von Brauchitsch, immer die Worte Xaver Rammbocks vor Augen, die Knollennasen an sich als anarchische Lebensformen. Im Zentrum ihrer Existenz steht zunächst die Knollennase, so die sozio-nasale Studie, die zugleich auch das äußerste Abgrenzungsmittel gegen den Langnasen- oder Farangkosmos bildet, dem sowohl Sie, geneigter Leser, als auch Ihre Umwelt angehören. Weitere Unterschiede bestehen in einer nicht konsequent durchgezogenen Vier-Fingerigkeit der Knollennasen sowie eine zeitlich, wie sachlich labile Welt in der eine Konstante allerdings durchgehend und über alle Grenzen hinweg Bestand hat: heterosexuelle Wesen führen im Knollennasenkosmos zumeist ein Schattendasein.

Wie es zum eigentlichen Schöpfungsakt dieses so außergewöhnlichen knollnasigen Kosmos kam, kann auch die Studie nicht bis hin zur absoluten Gewissheit aufzeigen. Klar ist hingegen die diametral entgegengesetzte Entwicklung zum Farangkosmos. Wo dort aus dem Chaos die Ordnung entstand, ist es im Knollnasenkosmos genau umgekehrt. Aus dem absoluten Nichts entstand das Chaos und breitete sich aus. Die so abgesteckte Welt erkennt dabei für sich selbst einen Schöpfer an, obwohl nicht klar ist, ob der Schöpfer sich nicht unter Umständen sogar selbst geschaffen hat oder er lediglich eine Gott gewordene Projektion der Gläubigen ist. Für Langmaxe keine allzu außergewöhnliche Erkenntnis, auch wenn sie ihren Schöpfer nicht unbedingt mit dem Namen Ralph König in Verbindung bringen würden.

Aber was treibt dieses so vielseitige Paralleluniversum in seinem innersten Kern an? Die sexuelle Orientierung ist nach den Untersuchungen Xaver Rammbocks in der Knollennasenwelt das zentrale Kriterium für alles, und der Sexualität an sich wohnt eine alles beherrschende Bedeutung inne. Sex wird als Naturrecht begriffen, welches sich jedoch auch in diesem offenen und freien Kosmos Gegenkräften ausgesetzt sieht. Als Beispiel wäre Al zu nennen, der bekannte weiße, rassistische, schwulenhassende Köter. Kein Ding ohne sein Gegenstück. Aber auch Al kann die Sexualität, vornehmlich die Homosexualität nicht unterdrücken, ist doch der Trieb im Knollennasenkosmos stets stärker als alle Einwände gegen ihn.

Konsequenterweise ist die Rolle der Frau geprägt von einer femininen Antiästhetik. Das weibliche Geschlecht ist in der Realität der Knollennasen unattraktiv und nebensächlich. Im Grunde genauso nebensächlich, wie die Heterosexualität. Von dieser Entartung des sexuellen Triebes und seiner Fixierung auf ein andersgeschlechtliches Wesen ist der Knollmax genauso befreit, wie von einer Ungleichverteilung von Neurosen unter seinesgleichen. Deren gewalttätige Entladung bleibt allein den im Hintergrund in Erscheinung tretenden heterosexuellen Paaren vorbehalten. Für Langmaxe aus dem Farangkosmos stellt dies alles sicherlich eine Abnormität dar ... aber Normalität, was ist das schon?

Dementsprechend finden die in Beton und Stahl gefügten Ecksteine der Knollennasen gegenüber der Heterosexualität klare Worte. Sie ist Entartung, sowohl biologisch, als auch sozial zerstörerisch, ein Indiz für mangelnde Intelligenz, ein unerträgliches Laster und schlechthin eine Störung der Persönlichkeit. Prominente Vertreter der Wissenschaft, wie beispielsweise Jared Diamond, weltweit anerkannter Evolutionsbiologe, Physiologe und Biogeograf, unterstützen diese von Xaver Rammbock aufgeworfenen Thesen.

Doch gänzlich ohne Berührungspunkte kommen diese parallelen Welten der Langmaxe und der Knollmaxe natürlich nicht aus. Der Austausch zwischen den beiden Paralleluniversen, höchstwahrscheinlich durch eine Art von Wurmloch oder eine Verzerrung im Raum-Zeit Kontinuum, durch welches reale Dinge Eingang in das Knollennasenuniversum finden ist ein äußerst dynamischer. So dynamisch, das bereits heute eine Strömungsumkehr zu konstatieren ist, die sich auch befruchtend auf die Welt der Langmaxe auswirkt. Bei all dem hat auch ebay im Knollennasenkosmos eine gesteigerte Bedeutung. Genauer gesagt der Exchange Between Aliens & Yourself.

Mit dieser Endnote schloss die Präsentation von Die Welt der Knollennasen -  eine sozio-rhinologische Untersuchung. Soweit auch der Vortrag Boris von Brauchitschs, der in seiner Fülle, Reichhaltigkeit und Brillanz in diesem Rahmen nur unvollständig und mit dem Gefühl seltsamer Mundart wiedergegeben werden kann. Ein eigenes Urteil kann und soll nicht ersetzt werden.
Ganz zum Schluss blieb bedauerlicherweise nur ein Mysterium im Farangkosmos ebenso wie im farbenfrohen und verrückt fröhlichen Kosmos der Knollnasen bestehen: die nur am Rande spürbare Präsenz des „Schöpfers“.



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Daten dieses Berichts
Bericht vom: 08.10.2010 - 22:46
Kategorie: Filmmitschnitte
Autor dieses Berichts: Alexander Smolan
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