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Top oder Flop, Zukunft oder schon wieder Vergangenheit? - E-Comics und E-Manga 2010 (mit Film)
Auch dieses Jahr ist das elektronische Publizieren auf der Frankfurter Buchmesse ein großes Thema, das auch im Comic-Bereich für einigen Gesprächsstoff sorgt. Auf dieser Podiumsdiskussionen unterhielt sich Thomas Webler von der AnimaniA mit vier Verlagsvertretern.

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Einig waren sich eigentlich alle Beteiligten, dass die eComics auch in Zukunft ein großes Thema sein werden. Die Fans haben sich bereits daran gemacht, mit Scanlations und ähnlichen illegalen Angeboten die Nachfrage selbst zu befriedigen, dem müssten die legalen Anbieter etwas entgegensetzen. Zwei passende Möglichkeiten waren auf dem Podium vertreten, in Gestalt von Steffen Volkmer, dessen Arbeitgeber Panini die offene Plattform myComics.de betreibt, und Steve Jones von New Ground Publishing, die mit Comicstars.de ein Angebot geschaffen haben, das auch anderen Inhalteanbietern zur Verfügung steht. Einen neu gewonnenen Anbieter solche Inhalte konnte Jones auch direkt exklusiv verkünden: Tokyopop will einen Channel auf Comicstars eröffnen.

Den Unterschied zwischen myComics und Comicstars sahen Volkmer und Jones vor allem in der verschiedenen Ausrichtung. Während myComics eher darauf setzt, mit kostenlosen Angeboten Interesse für die Print-Produkte zu generieren, können Zeichner und andere Anbieter auf Comicstars ihre Inhalte direkt gegen Geld anbieten.

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Klaus D. Schleiter berichtete darüber, wie das Mosaik auf dem iPod, dem iPhone und schließlich auf dem iPad landete. Für die doch sehr kleinen Displays von Apple mp3-Spieler wurden zunächst Podcasts produziert, in denen Schauspieler die Dialoge nachsprachen. Die Inhalte der Sprechblasen wären sonst schlicht nicht lesbar gewesen. Später folgte eine App für das iPhone, und mit dem neuen iPad steht jetzt ein Lesegerät zur Verfügung, dessen Format schon fast dem des gedruckten Mosaiks entspricht.

Ein Hindernis für die erfolgreiche Etablierung von eComics sieht Schleiter aber in der gewachsenen Kostenlos-Kultur im Internet. Viele gingen ganz selbstverständlich davon aus, dass im Netz alles kostenlos sei, und wären nicht bereit, auch mal etwas zu bezahlen.

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Von ähnlichen Problemen kann Stefan Heitzmann von Eidalon berichten. Seine Versuche mit Comics für die Playstation Portable zeigten, dass auch hier das kleine Display ein großes Manko darstellte. Heitzmann geht davon aus, dass auf diesen Bildschirmgrößen nur Comics "funktionieren", die gezielt dafür entwickelt wurden. Das Umbauen von Comics aus anderen Formaten hält er nicht für erfolgsversprechend. Was die Preis betrifft, weiß der Eidalon-Verleger, dass man in den USA allgemein von einer psychologischen Preisschwelle von einem Dollar ausgeht. Mehr Geld will kaum jemand für Webinhalte ausgeben.

Alexandra Germann, die bei den Egmont Verlagsgesellschaften unter anderem Egmont Manga & Anime verantwortet, sieht eine weitere Hürde bei den Lizenzgebern. Gerade japanische Verlage stehen der Idee, elektronische Varianten ihrer Manga im Ausland verkaufen zu lassen, noch ziemlich zurückhaltend gegenüber. Die letzten Gespräche in Tokyo deuteten aber darauf hin, dass sich in dieser Hinsicht etwas ändern könnte. Auch sie sieht Scanlations als großes Problem an. Vielleicht sei es aber möglich, den kreativen Input der Fans in legale Bahnen zu lenken.

Steffen Volkmer hat die Erfahrung gemacht, dass die Fans in den meisten Fällen immer noch etwas "in der Hand haben" möchten, gerne die physisch vorhandene Print-Ausgabe sammeln und ins Regal stellen wollen.

Klaus D. Schleiter sieht hier einen Unterschied zwischen den Generationen. Wer nicht mit dem Computer aufgewachsen ist, tut sich häufig mit eComics noch etwas schwer und bevorzugt die Printausgabe. Auf der anderen Seite ist die Technik für die jüngere Generation oft selbstverständlich, die beispielsweise an vom Zeichner signierten Comics eher weniger Interesse hat. Auch Schleiter sieht eine Querverbindung: Es sei schon häufiger vorgekommen, dass Leser das Mosaik bei iTunes entdeckt und sich anschließend die gedruckte Ausgabe zugelegt hätten.

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Auf die Eigenproduktionen bei EMA angesprochen, meinte Alexandra Germann, dass man hier soweit es eComics betreffe eher noch in der Experimentierphase sei. Man sehe sich weniger als Vorreiter denn als Fast Follower. Soll heißen, sobald ein anderer festgestellt hat, welches der richtige Weg ist, will man ihm folgen.

Stefan Heitzmann wollte nicht so recht mit der Sprache herausrücken, was Eidalon im Bereich eComics noch so alles plane. Allerdings deutete er an, dass 2011 ein ebenso spannendes wie arbeitsreiches Jahr für den Verlag werden könnte.

Steve Jones gab zu bedenken, dass man auch die Globalisierung nicht aus dem Blick verlieren dürfe. Wenn ein deutscher Anbieter einem Lizenzgeber im Ausland vorschlägt, auch deutsche elektronische Versionen seiner Inhalte anzubieten – warum sollte der Lizenzgeber das nicht gleich selbst tun?

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Für das Mosaik sah Klaus D. Schleiter eine der wichtigsten Herausforderungen darin, die Inhalte mit verschiedenen Lesegeräten oder Betriebssystemen kompatibel zu machen. Eine der Zusagen seines Verlage sei, dass die Leser für die Inhalte nicht mehrfach bezahlen müssen. Aber wie soll man das technisch umsetzen, wenn jemand auf ein anderes System umsteigt?

Insgesamt waren sich die Diskussionsteilnehmer weitgehend einig, dass der Weg in die digitale Comic-Zukunft noch nicht klar auf der Landkarte verzeichnet ist. Die meisten wollen auch im kommenden Jahr Dinge ausprobieren, die technische Entwicklung beobachten und sondieren, welche Plattformen und Anbieter sich auf lange Frist bei den Lesern durchsetzen.

Die vollständige Diskussion könnt Ihr Euch in unserem Videomitschnitt der Veranstaltung ansehen.

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Daten dieses Berichts
Bericht vom: 07.10.2010 - 13:33
Kategorie: Filmmitschnitte
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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